Eine Villa mit Alpenblick oder ein Penthouse in Berlin: Mit der Aussicht, eine Luxus-Immobilie gewinnen zu können, macht das Unternehmen Omaze gerade von sich reden. Instagram-Videos von Wohnungsführungen oder der Schlüsselübergabe an bisherige Gewinner erzielen viel Aufmerksamkeit. Im Dezember gewann ein Bank-Azubi aus Hamburg eine 2,8-Millionen-Villa am Starnberger See.
Das Versprechen von Omaze: keine Grunderwerbsteuer, keine Notarkosten, Einrichtung gratis und 100.000 Euro Startkapital. Was hat es damit auf sich – und ist das Ganze seriös?
Soziallotterie: Ein bewährtes Konzept mit neuem Anstrich
Hinter Omaze steckt das Konzept der Soziallotterie: Also eine Verlosung, bei der der Anbieter einen Teil der Einnahmen an gemeinnützige Projekte spendet. Teilnehmern winkt also nicht nur die (kleine) Chance auf einen großen Gewinn, sondern auch die Gewissheit, mit einem Teil des eingesetzten Geldes Gutes zu tun. Ähnliche Angebote gibt es bereits länger in Deutschland, etwa von der "Aktion Mensch", die in erster Linie Geldsummen verlost.
Die Verbraucherzentrale Bayern bestätigt auf BR24-Anfrage, dass Omaze ein seriöser Anbieter ist, der staatlich zugelassen und überwacht wird. Omaze selbst schreibt, dass 30 Prozent der Einnahmen jeder Verlosung gespendet würden. Weltweit habe man bereits über 100 Millionen Euro für wohltätige Zwecke mobilisiert. Die Hilfsorganisation Plan International, ein Kooperationspartner von Omaze, teilt auf BR24-Anfrage mit, dass man mit Omaze "sehr gute Erfahrungen" gemacht habe. Sowohl die Zusammenarbeit als auch die Kommunikation seien "transparent, nachvollziehbar und rechtlich klar abgesichert".
Hausverlosungen bekommen "starken Zulauf"
Omaze ist im Ausland schon länger aktiv und seit 2025 in Deutschland zugelassen. Daneben gibt es hierzulande einen zweiten großen Anbieter: Dreamify, der seit 2024 unter der Marke "Traumhausverlosung" Immobilien verlost.
"Hausverlosungen sind in Deutschland sehr beliebt. Wir sehen einen sehr starken Zulauf", sagt Luisa Haxel, Geschäftsführerin von Dreamify im BR24-Gespräch. Eine Immobilie als möglicher Gewinn löst viel mehr Emotionen aus als eine abstrakte Geldsumme. "Wenn Leute das Haus sehen, fangen sie an, sich vorzustellen, darin zu leben oder ihre Ferien zu verbringen", sagt Haxel.
Was allerdings nicht vergessen werden darf: Auch hinter einer Soziallotterie steckt ein Geschäftsmodell. Nur ein Teil der Einnahmen aus jeder Verlosung geht an einen guten Zweck. Wie viel Gewinn Omaze pro Kampagne einfährt, beantwortet das Unternehmen auf BR-24-Anfrage nicht. Dreamify-Geschäftsführerin Haxel weist darauf hin, dass man als gemeinnütziges Unternehmen selbst keine Profite machen dürfe – aber der Kooperationspartner Lotto 24 an einer Vermittlungsgebühr verdiene. Diese betragen ein Drittel des Lospreises.
Auch Soziallotterien sind Glücksspiel
Omaze verlost aktuell ein Penthouse in Berlin im Wert von nach eigenen Angaben 2,8 Millionen Euro. Die Gewinnwahrscheinlichkeit gibt das Unternehmen im Vorfeld nicht aus – sie hänge davon ab, wie viele Lose insgesamt verkauft werden, schreibt Omaze auf BR24-Anfrage; nennt aber die Gewinnchancen einer vergangenen Aktion: Bei der Verlosung eines Alpenhauses habe die Chance, zu gewinnen, bei 20 Losen 1 zu 225.000 betragen; auf ein Los gerechnet wäre das eine Wahrscheinlichkeit von 1 zu 4,5 Millionen.
Dreamify-Geschäftsführerin Luisa Haxel beziffert die Gewinnchance pro Los auf etwa 1 zu 20 Millionen. (Zum Vergleich: Die Chance auf sechs Richtige im Lotto wird auf 1 zu 15 Millionen beziffert.) Ein Paket von 16 Losen kostet bei Dreamifys "Traumhausverlosung" 10 Euro, bei Omaze gibt es im günstigsten Paket für 10 Euro 20 Lose.
"Man muss sich bewusst machen, dass es sich hier um Glücksspiel handelt", sagt Simone Bueb von der Verbraucherzentrale Bayern. "Das heißt, es kann einen reinziehen und man kann viel Geld verlieren." Und noch auf etwas macht Bueb aufmerksam: Je mehr Reichweite und neue Teilnehmer Omaze generiert, desto kleiner wird die Gewinnchance.
Dieser Artikel ist erstmals am 25. Januar 2026 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel erneut publiziert.
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