Das Logo der Cariad SE, der Automotive-Software-Marke im Volkswagen-Konzern, mit dem Schriftzug "A Volkswagen Group Company"
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Die IG Metall Ingolstadt rechnet mit einem massiven Jobabbau bei den Automobilzulieferern in der Region.
Bildrechte: picture alliance/dpa | Matthias Balk
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Die IG Metall Ingolstadt rechnet mit einem massiven Jobabbau bei den Automobilzulieferern in der Region.

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IG Metall Ingolstadt: Massiver Jobabbau bei Softwareentwicklern

IG Metall Ingolstadt: Massiver Jobabbau bei Softwareentwicklern

Die IG Metall Ingolstadt rechnet mit einem massiven Jobabbau bei den Entwicklungsdienstleistern. Die Gewerkschaft erwartet, dass in der Region Ingolstadt "mindestens 30 Prozent der 6.000 Arbeitsplätze in diesem Bereich" verloren gehen.

Über dieses Thema berichtet: Bayern-1-Nachrichten am .

In der Region Ingolstadt, wo Audi sitzt, könnte in den kommenden vier Jahren allein bei den Entwicklungsdienstleistern jeder dritte Arbeitsplatz verloren gehen. Der Abbau wird nach Einschätzung der Gewerkschaft IG Metall in den "kommenden drei bis vier Jahren" erfolgen. Diese Prognose stellte gestern Carlos Gil, Erster Bevollmächtigter der IG Metall in der Region, auf.

Jobabbau häufig "nicht sozialverträglich"

Als Treiber für diese Entwicklung nennt Gil die Krise in der Automobilbranche. Die Unternehmen wollten "Personalkosten einsparen durch Verlagerung der Jobs in günstigere Länder wie etwa Indien".

Der Abbau von Stellen trifft laut IG Metall allen voran der Softwareentwickler Cariad. Die VW-Tochter beschäftigt am Standort Ingolstadt rund 2.000 Menschen, wie Vertreter des Cariad-Betriebsrats erklärten. Doch Cariad ist mit dem Problem nicht allein.

Die IG Metall, die über ihre Mitglieder in den Betriebsräten der Unternehmen gut informiert ist, registriert "bei allen betreuten Entwicklungsdienstleistern in der Region Ingolstadt" Sparprogramme. Rund die Hälfte "waren oder sind in Kurzarbeit". Etwa 70 Prozent setzen Personalabbauprogramme um. Nach Einschätzung der IG Metall erfolge der Jobabbau in der Hälfte dieser Fälle nicht sozialverträglich.

Gewerkschaft: Unsicherheit und Angst um den Arbeitsplatz

Die Krise in der Automobilbranche führe auch jenseits der Softwareentwickler zu "Unsicherheit und Angst um den Arbeitsplatz". Das gelte vor allem für Betriebe, die ausschließlich für Verbrenner getriebene Modelle zuliefern, aber auch für Logistikunternehmen, so Gewerkschaftler Carlos Gil. Er verwies darauf, dass am Hauptsitz des Autobauers Audi in Ingolstadt "44 Prozent der regionalen Wertschöpfung mit der heimischen Automobilwirtschaft zusammenhängen".

Die IG Metall Ingolstadt betreut in der Region 59 Betriebe mit insgesamt 64.000 Beschäftigten. Diese sind mehrheitlich gewerkschaftlich organisiert. Insgesamt hat die IG Metall Ingolstadt 47.145 Mitglieder mit leicht steigender Tendenz. Die Tatsache, dass die Zahl der Mitglieder im vergangenen Jahr leicht gewachsen ist, führt Gil "auch auf die unsichere Lage" zurück. Der Gewerkschaftler geht nicht davon aus, "dass wir im Jahr 2026 schon das Tal der Tränen durchschritten" haben.

Als große großen Fragen benennt er: "Wo konsolidiert es sich? Wo gehen jetzt Märkte und Chancen auf? Wie entwickelt sich die E Mobilität? Was passiert auf dem Weg dorthin mit der Technologieoffenheit?"

Beschäftigungsgarantie bei Audi bis Ende 2033

Einen sicheren Arbeitsplatz haben dagegen die knapp 40.000 Beschäftigten bei Audi. Der Unternehmen und der Betriebsrat haben schon vor knapp einem Jahr die Beschäftigungsgarantie für sie bis Ende 2033 verlängert.

Die sogenannte Zukunftsvereinbarung umfasst auch einen sozialverträglichen Stellenabbau von bis zu 7.500 Stellen bis 2029. Eine Diskussion über einen zusätzlichen Abbau von Stellen hält Jörg Schlagbauer, Betriebsratschef von Audi, derzeit für überflüssig. Er verweist darauf, dass bislang erst ein Bruchteil der vereinbarten 7.500 Stellen abgebaut sei. "Wir sind im Moment dabei, diesen Prozess sozialverträglich zu gestalten." Aktuell seien 1.700 Verträge für Vorruhestandsregelungen vom Tarif bis zum Management unterschrieben und der Prozess laufe bis 2029, sodass es jetzt viel zu früh sei, über weitere Programme zu reden.

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