Im Frankfurter Osthafen werden von einem Binnenschiff Container entladen.
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Endlich ein Ende der Krise in Sicht? laut Ifo Institut war der Außenhandel maßgeblicher Faktor für die Erholung der deutschen Wirtschaft.
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Endlich ein Ende der Krise in Sicht? laut Ifo Institut war der Außenhandel maßgeblicher Faktor für die Erholung der deutschen Wirtschaft.

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Deutsche Wirtschaft: Ist die Lage besser als die Stimmung?

Deutsche Wirtschaft: Ist die Lage besser als die Stimmung?

Die deutsche Wirtschaft könnte ihr Konjunkturtal hinter sich gelassen haben: Darauf deutet die jüngste Konjunkturprognose des ifo Instituts hin. Ist ein echter Aufschwung in Sicht? Ein Blick auf weitere relevante Wirtschaftsbarometer.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Derzeit sind gute Nachrichten keine Selbstverständlichkeit. Umso erfreuter klingt Timo Wollmershäuser am Telefon, als er die jüngsten Konjunkturzahlen des ifo Instituts verkündet: "Wir haben unsere Prognose für dieses Jahr recht kräftig nach oben korrigiert", sagt der Leiter der Konjunkturanalysen und -prognosen beim ifo Institut.

In Zahlen bedeutet das: Im Juni waren die Wissenschaftler noch von einem Wachstum des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,8 Prozent für das laufende Jahr ausgegangen. Nun sind es nun 1,4 Prozent. Auch für das Jahr 2027 haben sich die Aussichten laut ifo Institut verbessert: Statt der ursprünglich prognostizierten 0,8 Prozent Wachstum sind es jetzt 1,2 Prozent. Diese Erholung habe schon im vergangenen Jahr eingesetzt, berichtet Wollmershäuser, doch man sei sich nicht sicher gewesen, wie robust diese Entwicklung wirklich ist. "Aber das Ergebnis ist jetzt schon eindeutig." Damit folgt das ifo Institut dem statistischen Bundesamt, das Ende August ebenfalls seine Konjunkturzahlen nach oben korrigiert hatte (externer Link).

Investitionen und Exporte sorgen für Aufschwung

Zwei Faktoren schieben laut Wollmershäuser die deutsche Wirtschaft aus ihrem bisherigen Konjunkturtal. Erstens: Der Staat hat in der jüngeren Vergangenheit erhebliche Mittel in die Hand genommen für Infrastrukturausgaben, die klimafreundliche Transformation und insbesondere die Rüstungsindustrie. Hinzu kommt, dass überraschend die Exporte zugenommen haben. Primär in die EU, aber auch in die USA.

Negativ-Schlagzeilen zur deutschen Wirtschaft: The New Normal?

Noch bis vor kurzem sah die Diagnose für die deutsche Wirtschaft ganz anders aus: Sowohl die Wirtschaftsweisen als auch führende Wirtschaftsinstitute hatten ihre Konjunkturprognose im Frühjahr nach unten korrigiert. Doch: Bedeuten die jüngsten Positivmeldungen wirklich, dass ein echter Aufschwung in Sicht ist? Eine Einordnung wichtiger Kennzahlen:

Geschäftsklimaindex: Sensibles Metronom zur Lage der Wirtschaft

Ein sensibles Metronom, das häufig schon ausschlägt, bevor handfeste Konjunkturzahlen verfügbar sind, ist der Geschäftsklimaindex des ifo Instituts. Dafür werden rund 9.000 Unternehmen monatlich gefragt, wie sie ihre aktuelle Geschäftslage einschätzen und welche Geschäftserwartungen sie für die Zukunft haben. Im August zeigte der Indikator eindeutig nach oben. Sowohl die aktuelle Lage als auch die Erwartung der Unternehmer habe sich positiv entwickelt. "Die Unternehmer sagen uns nicht, dass die Auftragslage brillant wäre oder dass sie euphorisch wären", ordnet ifo-Experte Timo Wollmershäuser ein. Aber sie berichteten von einer verbesserten Auftragslage, "und die war ja noch Ende des letzten Jahres richtig mies".

Konsumenten positiver gestimmt? Forscher zurückhaltend

Eine weitere Kennzahl, die zumindest auf den ersten Blick Hoffnung weckt: Für den September erwartet das Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) einen leichten Aufschwung beim Konsumklima (externer Link). Das liege vor allem daran, dass die Konsumenten davon ausgehen, in Zukunft ein höheres Einkommen zur Verfügung zu haben, erklärt NIM-Konsumforscher Rolf Bürkl. Eine eindeutige Erklärung für den optimistischen Blick der Menschen auf ihre Gehälter hat Bürkl nicht, nur eine Beobachtung: "Vor allem die jüngeren Leute haben eine höhere Einkommenserwartung." Möglich sei etwa, dass mit dem Start des Ausbildungsjahrs junge Menschen davon ausgehen, in Zukunft mehr Geld auf dem Konto zu haben.

Doch Bürkl warnt davor, die jüngsten Konsumklima-Zahlen als klare Trendwende hin zu besseren Zeiten zu verstehen: Die Anschaffungsneigung sei immer noch niedrig und die Tendenz der Bürger zum Sparen sei in letzter Zeit nur minimal gesunken. Dabei ist das Konsumklima in Deutschland ausschlaggebend für die wirtschaftliche Entwicklung im Land: Laut Bürkl mache der private Konsum durchschnittlich über 50 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus.

Probleme gelöst? Von wegen!

Klar ist: Die wirtschaftlichen Probleme der Bundesrepublik haben sich noch lange nicht in Luft aufgelöst. Die Inflation ist im August weiter gestiegen, und zwar um 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat und damit höher als die Zielmarke der EZB von zwei Prozent. Treiber sind insbesondere die globalen Unsicherheiten und Krisen, die sich auf die Energiepreise auswirken. Hinzu kommt, dass die Niedrigwasserstände deutscher Flüsse negative Nachwehen für die Wirtschaft bedeuten könnten. Auch am Arbeitsmarkt kann noch nicht von frischem Wind die Rede sein: Im August waren rund 36.000 mehr Menschen arbeitslos als im Vorjahr.

Man dürfe eben nicht vergessen, dass sich Deutschland aktuell im wirtschaftlichen Umbruch befindet, betont Timo Wollmershäuser vom ifo Institut. "Viele Dinge laufen gerade nicht rund." Aber: Es gibt aus Sicht des Forschers keinen Grund, warum sich der verhalten positive Trend nicht fortsetzen sollte.

Im Video: ifo Institut - Konjunkturprognose nach oben korrigiert

Grafik: ifo-Konjunkturprognose
Bildrechte: Bayerischer Rundfunk 2026
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ifo Institut: Konjunkturprognose nach oben korrigiert

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