Preistafel an einer spanischen Tankstelle
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Spanische Tankstelle
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Tanken im Urlaub – Darum ist es im Ausland meist billiger

Tanken im Urlaub – Darum ist es im Ausland meist billiger

Der Iran-Krieg hat die Sprit-Preise hierzulande wieder über zwei Euro je Liter getrieben. In vielen Urlaubsländern ist Tanken deutlich billiger. Vor allem der Süden und der Osten Europas sind vergleichsweise günstig. Was machen diese Länder anders?

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Die schlechte Botschaft zuerst: Wer auf seiner Fahrt in den Urlaub möglichst günstig zum Ziel kommen will, muss ein wenig recherchieren. Es gibt keine App, die einem die Spritpreise aller europäischen Urlaubsländer tagesaktuell im Überblick zusammenstellt.

Eine ADAC-Sprecherin empfiehlt deshalb, sich vor Abfahrt eine Tankstrategie zu überlegen. Immerhin: Eine grobe Vorstellung kann man sich schnell verschaffen, wenn man hier in die wöchentliche Übersicht des statistischen Bundesamtes auf EU-Basis schaut. Für die Schweiz muss eine extra Seite aufgerufen werden, da das Land nicht zur EU gehört.

Bis zu 70 Cent weniger im Osten und Süden

Insgesamt lassen sich schnell ein paar Auffälligkeiten erkennen:

  • Die Schweiz liegt im Vergleich zu Deutschland nach Wegfall des hiesigen Tankrabatts in etwa auf dem gleichen Level.
  • Grundsätzlich sind der Osten und auch der Süden günstiger. Bulgarien und Spanien fallen besonders auf mit bis zu 70 Cent Preisunterschied zum deutschen Level.
  • Deutschland belegt zwar nicht den Spitzenplatz, zählt aber schon zu den teuersten Ländern Europas.

Norden ist teuer - mit einer Ausnahme

Wer von Bayern nach Norden reist, muss an den Tankstellen oft noch tiefer in die Tasche greifen als zu Hause. Vor allem die Niederlande und Dänemark fallen negativ auf mit Ausreißern von 15 bis 27 Cent je Liter nach oben bei Eurosuper 95. Eine Ausnahme unter den nördlichen Staaten bildet Schweden mit extrem günstigen Sprit-Preisen. Super kostet dort rund 75 Cent weniger als hierzulande.

Warum ist Sprit in Deutschland so teuer?

Die erneute Eskalation des Iran-Konfliktes und die Behinderungen in der Straße von Hormus haben in der zweiten Juliwoche weltweit die Ölpreise wieder um etwa 20 Prozent steigen lassen. Das trifft natürlich ganz Europa. Da hierzulande aber Anfang Juli auch noch der Tankrabatt weggefallen ist, sind die Preise an den Zapfsäulen bei uns wieder ungedämpft dem Spiel der Märkte ausgesetzt. Auch in Tschechien ist ein Nachlass bei der Dieselsteuer vom Staat inzwischen wieder einkassiert worden.

Steuervorteil in Österreich

Der ADAC spricht von einem strukturellen Steuervorteil Österreichs beim Tanken. Tatsächlich liegt die Mineralölsteuer im Nachbarland dauerhaft unter dem hiesigen Niveau. Laut der Wirtschaftskammer Österreich WKÖ fallen bei Diesel 39,7 Cent und bei Superbenzin 48,2 Cent pro Liter an. In Deutschland sind es 65,5 Cent bei Benzin und etwas über 47 Cent pro Liter Diesel.

Schweden greift stark ein

Lange Zeit war Tanken in Schweden für deutsche Reisende besonders teuer. Das hat sich mittlerweile umgedreht. Die niedrigen Spritpreise in Schweden haben dabei mehrere Gründe. Der Hauptgrund liegt in zwei Steuersenkungen wegen des Iran-Krieges: Sie gelten teils bis in den Herbst. Außerdem ist der Euro gegenüber der schwedischen Krone aktuell wieder relativ stark. Das macht die Preise aus deutscher Sicht nochmal günstiger.

Spanien legt sich mit EU an, um Bürger zu entlasten

Die Regierung in Madrid hatte im Frühjahr ein Entlastungspaket von fünf Milliarden Euro beschlossen, um die Folgen des Iran-Kriegs abzumildern. Man überschritt dabei sogar die Grenze des eigentlich Erlaubten. Die wichtigste Maßnahme - die Mehrwertsteuer von 21 auf 10 Prozent zu senken – wurde von der EU einkassiert. Stattdessen gibt es nun eine Art Tankrabatt, der gestaffelt bis zum Herbst gilt.

Fazit

Auf der einen Seite haben viele Länder durch verschiedene Steuer- und Entlastungsmodelle wegen des Iran-Krieges die Literpreise an den Tankstellen teils deutlich unter das deutsche Preisniveau drücken können. Österreich bildet dabei einen Sonderfall, da das Land dauerhaft niedriger besteuert.

Auf der anderen Seite stehen vor allem Dänemark und die Niederlande mit dauerhaft hohen Preisen, getrieben durch traditionell besonders hohe Verbrauchssteuern. Abgesehen von diesen zwei Ländern kann man Reisenden nur raten: lieber nicht zu Hause volltanken! Hinter den Grenzen wird es meistens günstiger.

Dieser Artikel ist erstmals am 21. Juli 2026 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel erneut publiziert.

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