Eine Fluggesellschaft, drei Gewerkschaften. Bei der Lufthansa sorgt das öfter für Streiks als in anderen Branchen. Eine Lufthansa-Maschine des Typs Airbus A380 steht auf dem Flughafen München vor dem Abflug nach Boston am Gate.
Eine Fluggesellschaft, drei Gewerkschaften. Bei der Lufthansa sorgt das öfter für Streiks als in anderen Branchen. Eine Lufthansa-Maschine des Typs Airbus A380 steht auf dem Flughafen München vor dem Abflug nach Boston am Gate.
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Eine Fluggesellschaft, drei Gewerkschaften. Bei der Lufthansa sorgt das öfter für Streiks als in anderen Branchen.
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Eine Fluggesellschaft, drei Gewerkschaften. Bei der Lufthansa sorgt das öfter für Streiks als in anderen Branchen.

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Warnstreiks: Darum geht es im Tarifkonflikt bei der Lufthansa

Warnstreiks: Darum geht es im Tarifkonflikt bei der Lufthansa

Ein Konzern, mehrere Töchter, verschiedene Tarifverträge, drei Gewerkschaften: Seit langem prägt das bei der Lufthansa die Verhandlungen mit der Belegschaft. Mal streikt die eine Gewerkschaft, mal die andere. Heute und morgen sind die Piloten dran.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Ein Betrieb – eine Gewerkschaft: So leicht wie manch anderes Unternehmen würde sich die Lufthansa das Tarifgeschäft wohl wünschen. So ist es aber bei Deutschlands größter Fluggesellschaft nicht.

Seit langem verhandelt die Vereinigung Cockpit mit ihr über die Konditionen für die Pilotinnen und Piloten. Für das Kabinenpersonal aber fühlt sich UFO zuständig, die Unabhängige Flugbegleiter Organisation. In Konkurrenz zu beiden tritt die Gewerkschaft Verdi an – mit Schwerpunkt beim Bodenpersonal. Für Fluggäste der Airline bedeutet es, dass sie immer wieder mal von Streiks betroffen sind.

Mehrere Töchter der Lufthansa am Start

Der Flieger mit dem blauen Kranich im Logo: So startete die Lufthansa vor 100 Jahren. Doch im Jubiläumsjahr ist die Kernmarke nur noch eine unter vielen auf dem Rollfeld. Inzwischen gibt es außer den Töchtern im Ausland und Beteiligungen an anderen Airlines auch Eurowings, Discover, die neue City Airlines und noch die Lufthansa Cityline. Deren Betrieb soll aber eingestellt werden. Die Lufthansa will effizienter werden. Im Vergleich zu anderen Airlines stehe sie nicht gut da.

Der Konzern hat da auch die Tarifkonditionen im Blick. Das wiederum führt zu Streit mit den Gewerkschaften. Die werfen der Lufthansa vor, auf Kosten der Belegschaft mehr Produktivität und Flexibilität durchsetzen zu wollen. Anders sei mithalten auf dem hart umkämpften Markt nicht möglich – kontert der Konzern. Wachstum könne nur dort stattfinden, wo Geld verdient werde. Für die jüngste Tochter City Airlines gibt es noch keinen Tarifvertrag. Die Verhandlungen laufen.

Ein Streik für die Altersversorgung der Lufthansa-Mitarbeitenden

Im Streit mit Cockpit geht es um einen schon länger schwelenden Konflikt über die betriebliche Altersvorsorge im Konzern und der Frachttochter Cargo. Die war 2017 bereits einvernehmlich mit der Gewerkschaft umgestellt worden. Statt eines garantierten Betrags zahlt der Konzern nun eine garantierte Summe in die Versorgung ein.

Die Renditen aber sind schwach. Cockpit fordert nachzubessern. Das muss aber finanzierbar sein – so der Konzern. Die Verhandlungen scheiterten. Cockpit rief zur Urabstimmung auf, streikte aber nicht gleich, sondern verhandelte weiter. Dann riss Geduldsfaden. Zum weiten Mal ruft die Gewerkschaft nun zu Aktionen auf.

Ein Streik für Beschäftigte der Lufthansa CityLine

Weil das Ende der CityLine naht, will UFO mit der Lufthansa einen Sozialtarifvertrag aushandeln. Der soll die Konditionen für die betroffenen Beschäftigten absichern. Es gäbe noch keinen offiziellen Schließungsbeschluss – antwortet die Lufthansa auf das Ansinnen der Gewerkschaft. Der geht es zudem um bessere Konditionen im Manteltarif der Kernmarke. Einmal streikte UFO schon. Auch Cockpit macht jetzt Druck. Noch fliege die Tochter. Die Pilotinnen und Piloten hätten ein Gehaltsplus verdient. Das Angebot der Lufthansa ist der Gewerkschaft zu wenig.

Bei der Tochter Discover hat die Konkurrenzgewerkschaft Verdi sowohl für Stewardessen und Stewards, als auch für Pilotinnen und Piloten einen Tarifvertrag unterschrieben.

Möglicher Streik bei den Bodendiensten

Zeitgleich verhandelt die Lufthansa mit Verdi. Die Gewerkschaft ist stark vertreten bei den Bodendiensten – also Check-In oder Gepäckbeförderung. Auch hier laufen die Verhandlungen um Gehalt und Konditionen. Da könnte der nächste Ausstand drohen.

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