Wer an Pinguine denkt, hat meist watschelnde Vögel im Kopf, die tapfer dem Eis trotzen. Tatsächlich gibt es weltweit 17 verschiedene Arten – oder sogar 18, wenn man die Südlichen und Nördlichen Felsenpinguine separat zählt. Die Tiere unterscheiden sich deutlich in Größe, Gewicht und Lebensdauer: Kaiserpinguine können bis zu 120 Zentimeter groß werden und über 20 Jahre alt, Zwergpinguine bringen es auf gerade einmal 45 Zentimeter.
Wo leben Pinguine?
Pinguine leben ausschließlich auf der Südhalbkugel. Ihre Lebensräume könnten kaum unterschiedlicher sein: von den eisigen Küsten der Antarktis über die gemäßigten Gewässer Neuseelands und Südafrikas bis zu den tropischen Galapagosinseln.
Kein anderes höheres Lebewesen kommt dem Südpol so nahe wie der Kaiserpinguin, denn laut der Bergmannschen Regel sind die größten Tiere in den kältesten Regionen zu finden. Die Bergmannsche Regel versucht zu erklären, warum verwandte Arten gleichwarmer Tiere so unterschiedliche Größen haben können.
Karte der Lebensräume der Pinguine auf der südlichen Halbkugel.
Watscheln an Land, "fliegen" im Wasser
An Land wirken Pinguine oft unbeholfen. Kaiserpinguine zum Beispiel "wandern" einmal im Jahr wochenlang ins antarktische Binnenland, um zu brüten. Um Energie zu sparen, rutschen sie oft auf dem Bauch übers Eis und stoßen sich mit ihren Flossen vorwärts.
Im Wasser sind Pinguine hingegen wahre Virtuosen: Mit stromlinienförmigen Körpern und kräftigen Flossen pflügen sie elegant durchs Meer und können aus dem Wasser weit aufs Eis springen.
Eleganz geht anders: Pinguine an Land
Mensch und Klima gefährden Pinguine
Mehr als die Hälfte der Pinguinarten gelten heute als gefährdet. Hauptursachen sind menschliche Eingriffe: Überfischung verringert ihr Nahrungsangebot, Umweltverschmutzung durch Plastik und Öl bedroht ihre Lebensräume, und der Klimawandel lässt das antarktische Eis schrumpfen. Kaiserpinguine müssen immer weiter ins Innere des Kontinents vordringen, während Felsen-, Magellan- und Humboldtpinguine an ihren Küsten oft nichts mehr zu fressen finden.
Der Verlust von Lebensraum und Nahrung bedroht nicht nur sie, sondern auch viele andere Arten. Pinguine gehören zur am stärksten gefährdeten Gruppe von Seevögeln. In der Übersicht der Roten Liste [externer Link] kann man den aktuellen Status der verschiedenen Pinguin-Arten sehen (in Englisch).
Pinguine sind wichtig für die Artenvielfalt der Antarktis
Die Antarktis ist der kälteste und trockenste Kontinent der Erde. Und dennoch gibt es dort eine beeindruckende Artenvielfalt. Pinguine und auch Robben tragen durch ihre Ausscheidungen zur Düngung bei und fördern das Wachstum von Algen und anderen Lebewesen.
Ein Team der Universität Amsterdam wies 2019 in "Current Biology" [externer Link] nach, dass Pinguin-Kolonien ganze Ökosysteme prägen.
Angeber-Wissen über Pinguine
- Sind Pinguine Vögel? Ja – sie haben Flügel, können aber nicht fliegen. Stattdessen nutzen sie ihre Flügel als Flossen im Wasser und als Sprunghilfen an Land.
- Wie schützen Pinguine sich vor Kälte? In der Brutzeit bilden Pinguine große Kolonien. Die Kolonie bleibt immer in einer langsamen Bewegung und die Pinguine wechseln sich immer ab. Die Tiere aus der Mitte lösen die außenstehenden ab, sodass diese sich wiederum in der Mitte aufwärmen können.
- Was ist der Pinguin-Effekt? Er beschreibt ein Verhaltensphänomen der Tiere: Bei der Nahrungssuche im Wasser, wo aber auch Feinde lauern, sendet die Pinguin-Gruppe einen mutigen Pionier voraus. Erst wenn der erste Pinguin sicher im Wasser ist, folgen die anderen.
- Fortpflanzung: Eine Pinguin-Paarung ist eine wackelige Angelegenheit. Das Männchen kann sich nur schwer auf dem rundlichen Rücken des Weibchens halten. Noch dazu hat das Männchen keinen Penis. Männchen wie Weibchen haben Geschlechtsöffnungen, die für den Paarungsakt aufeinander gepresst werden müssen.
- Homosexualität: Gerade bei Vögeln sind homosexuelle Paare verbreitet. Männliche Flamingos etwa wurden schon beobachtet, wie sie Eier klauen, um sie gemeinsam auszubrüten.
- Monogamie: Die meisten Pinguine bleiben ihrem Partner treu. Männchen warten Jahr für Jahr am Nest auf ihre Weibchen. Nur wenn sie nicht zurückkommt, geht er wieder auf Brautschau.
Balanceakt bei der Pinguin-Paarung
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