Das Rezept für das beliebte Slush-Eis ist simpel: Zerkleinertes Eis wird mit Zucker und Lebensmittelfarbstoffen versetzt, die ihm die typischen knalligen Farben verleihen. Dazu kommen noch Aromen für den Geschmack und eine Art Gefrierschutzmittel. Das senkt den Gefrierpunkt, wodurch das Eis seine typische halbgefrorene, matschige Konsistenz erhält und sich leichter zapfen lässt.
Und genau hier liegt das Problem: Viele Hersteller verwenden Glycerin als Gefrierschutzmittel. Der Lebensmittelzusatzstoff kann in größeren Mengen aber gesundheitliche Probleme verursachen. Vor allem Kinder, bei denen Slush-Eis besonders beliebt ist, können schnell zu viel davon aufnehmen. Was Eltern wissen müssen:
Glycerin kann Kopfschmerzen und Übelkeit auslösen
Glycerin ist für die Verwendung in aromatisierten Getränken zugelassen, eine festgelegte Höchstmenge gibt es nicht. Die Hersteller dürfen daher so viel verwenden, wie sie für nötig erachten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) (externer Link) warnt vor zu viel Glycerin in Slush-Eis. Der Zusatzstoff stehe in Verbindung mit Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Benommenheit. Die entsprechenden Mengen könnten schon durch den Verzehr von Slush-Eis erreicht werden.
In der Medizin wird Glycerin zur Senkung eines erhöhten Hirndrucks eingesetzt. Konsumieren Personen mit normalem Hirndruck zu viel Glycerin, kann das den Druck zu weit absenken – was zu Kopfschmerzen führen kann. Im vergangenen Jahr sorgte ein Bericht (externer Link) von britischen Wissenschaftlern für Aufsehen, die davon berichteten, dass 21 Kinder zwischen zwei und sieben Jahren nach dem Konsum von Slush-Eis im Krankenhaus behandelt werden mussten.
Welche Konzentration Glycerin bedenklich ist
Bedenklich kann dabei schon sein, wenn eine Person 250 Milligramm Glycerin pro Kilogramm Körpergewicht zu sich nimmt. Das ist die Dosis, ab der Glycerin therapeutisch wirkt – also den Hirndruck messbar senkt. Diese Menge könne bei einem Kind mit 20 Kilogramm Gewicht schon zustande kommen, wenn es ein Slush-Eis mit 200 ml bei einem Glycerin-Gehalt von 25 Gramm pro Liter zu sich nimmt. Bei einer erwachsenen Person mit 70 Kilogramm sind es 700 ml. Allerdings sind pauschale Aussagen schwer zu treffen.
Da der Glycerin-Gehalt bei Slushs nicht einheitlich ist, gibt es keine eindeutige Regel, wie viel Slush-Eis zu viel für ein Kind ist. Das BfR hat im vergangenen Jahr 62 Slush-Eis-Proben (externer Link) auf ihren Glycerin-Gehalt untersucht. Das durchschnittliche Slush-Eis hat dabei einen Glycerin-Gehalt von 26,24 Gramm pro Liter. Etwa 10 Prozent der untersuchten Proben hatten aber einen Wert von 73,9 Gramm. Der höchste Wert lag bei 142 Gramm. Auch das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit fand in einer eigenen Untersuchung (externer Link) zahlreiche Proben mit erhöhtem Glycerin-Gehalt.
Nachfragen, ob der Stoff enthalten ist
Das Landesamt fordert deshalb eine Hinweispflicht. Da es bisher noch keine festgelegte Grenze für Glycerin gebe, könne nur so ein sicherer Verzehr gewährleistet werden. Die Hinweise müssen jederzeit für Verbraucher sichtbar sein.
Auch die Verbraucherzentrale Bayern warnt (externer Link) vor einem zu hohen Slush-Eis-Konsum. Eltern sollten beim Personal nachfragen, ob Glycerin enthalten sei. Es gibt auch Varianten ohne den Zusatzstoff. Ansonsten lasse sich eine gesündere Alternative selbst herstellen: Dafür braucht es nur zerkleinertes Eis und Fruchtsäfte oder pürierte Früchte.
BR24 auf TikTok: Welche Risiken Slush-Eis birgt
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