Ein Kind hält mit den Zähnen seinen Pulloverärmel fest und bekommt eine Spritze in den Arm (Symbolbild)
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STIKO veröffentlicht Empfehlungen zur Grippe-Impfung
Bildrechte: picture alliance / ROBIN UTRECHT | Robin Utrecht
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STIKO veröffentlicht Empfehlungen zur Grippe-Impfung

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Grippeimpfung: Soll ich mein Kind gegen Influenza impfen lassen?

Grippeimpfung: Soll ich mein Kind gegen Influenza impfen lassen?

Bei einer Influenza fühlt man sich richtig krank. Sie kann sogar tödlich enden. Deshalb sollten sich Risikogruppen impfen lassen. Das gilt auch für vorerkrankte Kinder. Aber wie ist es mit gesunden Kindern? Ist für sie eine Grippeimpfung sinnvoll?

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio Nachrichten am .

Eine Grippewelle beginnt meist im Januar und dauert drei bis vier Monate. Deshalb sollte man sich rechtzeitig impfen lassen. Das Immunsystem braucht nämlich rund 14 Tage, um den Schutz gegen die Erreger vollständig aufzubauen. Der Impfschutz lässt im Laufe der Monate nach. Grundsätzlich empfiehlt das Robert Koch-Institut (RKI) (externer Link), sich am besten im Oktober bis Mitte Dezember impfen zu lassen. Das ist der ideale Zeitpunkt, um auf dem Höhepunkt einer Grippewelle geschützt zu sein.

Impfempfehlung für vorerkrankte Kinder

Die deutsche Impfstrategie richtet sich besonders an Menschen mit einem erhöhten Risiko für schwere Krankheitsverläufe. Dazu gehören auch Kinder mit bestimmten Grunderkrankungen.

Die STIKO empfiehlt die jährliche Grippeimpfung für alle Kinder ab 6 Monaten, die unter bestimmten Vorerkrankungen leiden. Dazu zählen:

  • chronische Krankheiten der Atmungsorgane (inklusive Asthma)
  • Herz- oder Kreislauferkrankungen
  • Leber- oder Nierenkrankheiten
  • Diabetes oder andere Stoffwechselkrankheiten
  • chronische neurologische Krankheiten wie Multiple Sklerose
  • angeborene oder später erworbene Störungen des Immunsystems
  • eine HIV-Infektion
  • Adipositas

Niedrige Impfquote bei vorerkrankten Kindern

Nur etwa zehn Prozent der Kinder in Deutschland mit gesundheitlichen Risikofaktoren sind gegen Grippe geimpft. Das geht aus einer Analyse des Robert Koch-Instituts vor. Aber warum ist die Impfquote so niedrig? Nach Einschätzung von Barbara Gärtner, Fachärztin für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie am Universitätsklinikum des Saarlandes, wird die Grippe als Bedrohung oft unterschätzt: "In vielen Situationen kommen auch das schlichte Vergessen der Impfung oder die fehlende Ansprache durch Ärztinnen und Ärzte hinzu." Studien zufolge spielt die Angst vor Nebenwirkungen dagegen nur eine untergeordnete Rolle.

Grippe ist ansteckend

Influenza ist sehr ansteckend. In Kitas und Schulen können sich die Viren besonders leicht verbreiten, vor allem beim Sprechen, Husten und Niesen sowie über engen direkten Kontakt. Eine Übertragung über Hände oder gemeinsam berührte Gegenstände ist ebenfalls möglich.

Schutz von Risikopatienten durch Herdeneffekt

Ein nur leicht erkranktes Kind kann unbemerkt die Grippe auf seine Großeltern übertragen, die dann unter Umständen einen schweren Verlauf erleiden: "Unser Ziel muss es sein, die Ausbreitung des Virus durch Impfung zu verhindern und damit die Krankheitslast für alle zu mindern. Dafür wäre eine breite Impfung ab dem Kleinkindalter medizinisch sinnvoll", sagte Michael Hubmann, Verbandspräsident des Bundesverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) (2024).

Empfehlung der Grippeimpfung auch für gesunde Kinder

Deshalb plädiert Hubmann für eine Ausweitung der Empfehlung der Grippeschutzimpfung auf alle Kinder und Jugendlichen. Wenn sich viele Menschen impfen lassen, können weniger Influenzainfektionen auftreten. Davon können indirekt auch Risikopersonen profitieren, die selbst keinen ausreichenden Impfschutz aufbauen können. Auch die Ansteckungsgefahr innerhalb der Familie wird so reduziert.

Professor Johannes Hübner befürwortet ebenfalls eine Impfung für gesunde Kinder: "Influenza kann im Kindesalter schwer verlaufen und die Impfung ist sehr gut verträglich und wird seit langem verwendet. Außerdem ist (...) bei der Influenza klar, dass Kinder wesentlich an der Ausbreitung beteiligt sind."

Wie verläuft eine Grippe bei Kindern?

Kinder unter fünf Jahren und vorerkrankte Kinder haben am häufigsten schwere Verläufe. Es können aber auch gesunde Kinder schwer erkranken: "Im Allgemeinen stecken Kinder eine Grippe besser weg als die Erwachsenen. Wir haben aber immer wieder auch sehr schwere Verläufe mit Intensivpflicht und sogar vereinzelte Todesfälle bei Kindern – auch bei ansonsten gesunden Kindern ohne Risikofaktoren," warnt Hübner.

Wie verläuft eine Grippe allgemein?

Typisch für eine Influenza ist ein plötzlicher Krankheitsbeginn mit Fieber, Muskel- und starken Kopfschmerzen. Die Erkrankung dauert meist etwa eine Woche. In schweren Fällen kann sie jedoch erhebliche Komplikationen verursachen, darunter Lungenentzündungen, Herzmuskelentzündungen, Herzrhythmusstörungen oder Nierenschäden. Während der Grippesaison steigt zudem das Risiko für Herzinfarkte deutlich an.

Vieles spricht für die Impfung aller Kinder

Es spricht einiges dafür, auch gesunde Kinder impfen zu lassen. Auch das RKI betont: "Dass die Ständige Impfkommission (STIKO) die Influenza-Impfung nur für bestimmte Personengruppen empfiehlt, bedeutet jedoch nicht, dass die STIKO von einer Influenzaimpfung anderer Personen abrät." Zahlreiche europäische Länder empfehlen die Grippeimpfung nicht nur für vorerkrankte, sondern auch für gesunde Kinder bestimmter Altersgruppen, so das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) (externer Link).

Dieser Artikel ist erstmals am 5.11.2023 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel aktualisiert und noch einmal publiziert.

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