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Welche Nahrungsergänzungsmittel sind wirklich sinnvoll?
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Welche Nahrungsergänzungsmittel sind wirklich sinnvoll?

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Welche Nahrungsergänzungsmittel sind wirklich sinnvoll?

Welche Nahrungsergänzungsmittel sind wirklich sinnvoll?

Fitter, schöner und mehr Wohlbefinden durch zusätzliche Vitamine, Mineralstoffe und Co. – das suggerieren viele Nahrungsergänzungsmittel. Gibt es welche, die tatsächlich sinnvoll sind? Oder sind die Supplemente doch Geldverschwendung und ?

Über dieses Thema berichtet: Gesundheitsgespräch am .

Es wirkt so einfach: Nahrungsergänzungsmittel entheben uns der Sorge, uns ausgewogen ernähren zu müssen. Ein paar Pillen hier, ein wenig Pulver dort – schon sind wir bestens versorgt mit Vitaminen und Mineralstoffen. Doch halten sie ihr Versprechen – und wie sinnvoll sind Nahrungsergänzungsmittel wirklich?

Was sind Nahrungsergänzungsmittel?

Nahrungsergänzungsmittel sind Produkte, die Vitamine, Mineralien oder andere Nährstoffe enthalten. Sie unterliegen nicht dem Arzneimittelrecht, wie ihre Darreichungsform glauben machen könnte, sondern dem Lebensmittelrecht.

Anders als Arzneimittel, die ein Zulassungsverfahren durchlaufen, unterliegen Nahrungsergänzungsmittel nur einer Registrierungspflicht beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL).

Wann sind Nahrungsergänzungsmittel überflüssig?

Die meisten Menschen in Deutschland sind ausreichend mit allen notwendigen Vitaminen versorgt. Gesunde Menschen, die ausgewogen essen, können Nahrungsergänzungsmittel getrost im Regal stehen lassen, betont Daniela Krehl von der Verbraucherzentrale Bayern. Das bestätigt auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) (externer Link) und ergänzt: "Auf der anderen Seite kann eine einseitige, unausgewogene Ernährungsweise nicht durch Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln ausgeglichen werden."

Wer braucht Nahrungsergänzungsmittel?

Nahrungsergänzungsmittel können sinnvoll sein, wenn aufgrund von Erkrankungen, bestimmten Medikamenten oder einer speziellen Lebensweise Mangelerscheinungen auftreten.

So haben beispielsweise Veganer oder Personen, die regelmäßig Säureblocker einnehmen, ein erhöhtes Risiko für einen Vitamin-B12-Mangel.

Nahrungsergänzung: Der Bedarf ist individuell

Die optimale Nährstoffmenge für eine Einzelperson lässt sich nicht pauschal festlegen, da zahlreiche Faktoren wie Genetik, Umwelt und Lebensstil die Aufnahme, Speicherung und den Verbrauch beeinflussen.

Manche Menschen erreichen die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlenen Mengen an Vitaminen und Mineralstoffen nicht, selbst bei ausgewogener Ernährung. In solchen Fällen können Nahrungsergänzungsmittel eine Möglichkeit sein, Nährstoffdefizite auszugleichen.

Nahrungsergänzungsmittel für bestimmte Gruppen

  • Menschen mit Nährstoffmangel trotz ausgewogener Ernährung
  • Kalzium für Personen, die keine Milchprodukte konsumieren
  • Folsäure für Schwangere und Frauen mit Kinderwunsch
  • Vitamin D für Säuglinge im ersten Lebensjahr
  • Ggf. Vitamin D für ältere Menschen, die nicht mehr oft das Haus verlassen
  • Vitamin B12 für Veganer

Ärztlichen Rat einholen

Bei Verdacht auf einen Nährstoffmangel oder bei auftretenden Symptomen ist es ratsam, ärztlichen Rat einzuholen. Eine eigenständige Dosierung von Nahrungsergänzungsmitteln kann riskant sein, insbesondere wegen möglicher Wechselwirkungen mit bereits eingenommenen Medikamenten.

Im Gespräch mit dem Arzt lassen sich die richtige Dosierung und Einnahmedauer von Nahrungsergänzungsmitteln individuell festlegen.

Vitamine: Gefahr von Überdosierung

Bei der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln ist Vorsicht geboten, da eine Überdosierung möglich ist. Wasserlösliche Vitamine wie C und B-Komplex werden bei Überschuss ausgeschieden. Fettlösliche Vitamine (A, D, E, K) können sich jedoch im Körper anreichern und zu gesundheitlichen Problemen führen: Ein Überschuss an Vitamin D kann beispielsweise Osteoporose begünstigen, zu viel Vitamin E das Risiko für Herzkrankheiten erhöhen und eine übermäßige Zufuhr von Vitamin A Kopfschmerzen, Übelkeit oder Müdigkeit verursachen.

Eine US-Großstudie aus dem Jahr 2024 (externer Link) mit fast 400.000 Erwachsenen zeigte zudem, dass die regelmäßige Einnahme von Multivitaminpräparaten nicht zu einem längeren Leben führt. Überraschenderweise war das Sterberisiko bei Verwendern sogar minimal höher.

Wirkung von Nahrungsergänzungsmitteln wenig belegt

Ob Nahrungsergänzungsmittel tatsächlich die Gesundheit positiv beeinflussen, ist in den meisten Fällen wissenschaftlich nicht eindeutig belegt. Häufig lässt sich nicht klar feststellen, ob eine Verbesserung des Gesundheitszustands tatsächlich auf die Präparate zurückzuführen ist.

Ein Beispiel ist Magnesium, das als bewährtes Mittel gegen Muskelkrämpfe gilt. Studien konnten jedoch keine signifikante Wirksamkeit bei der Vorbeugung oder Behandlung von Muskelkrämpfen nachweisen – möglicherweise spielt hier der Placebo-Effekt eine Rolle.

Stiftung Warentest (externer Link - Bezahlinhalt) hat zum Beispiel Präparate gegen Gelenk­schmerzen getestet. Ihr Fazit: "Die 18 Mittel im Test sind bestenfalls über­flüssig. Manche bergen Risiken."

Marketingstrategien der Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln

Eine Recherche von Verbraucherredakteurin Lea Spraul gemeinsam mit der Universität Berlin zeigt, dass Hersteller bei Nahrungsergänzungsmitteln verschiedene Strategien nutzen, um höhere Preise zu erzielen. Dazu gehören deutliche Preisunterschiede zwischen Darreichungsformen wie Pulver und Kapseln, obwohl die Wirkung vergleichbar ist. Außerdem setzen sie auf Markenrohstoffe, die über Lizenzen und Partnerschaften vermarktet werden und als Qualitätsmerkmal gelten, dadurch aber die Produkte verteuern. Selbst bei diesen Rohstoffen gibt es oft große Preisunterschiede bei gleichem Inhalt, sodass günstigere Alternativen ausreichen.

Zum Audio: Marketingstrategien der Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln

Ein Regal im Drogeriemarkt mit zahllosen Nahrungsergänzungsmitteln
Bildrechte: picture alliance / CHROMORANGE | Michael Piepgras
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Marketingstrategien der Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln

Dieser Artikel ist erstmals am 16. Februar 2025 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel erneut publiziert.

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