Familie mit zwei Kindern liegen in Badekleidung im Sand und sonnen sich
Familie mit zwei Kindern liegen in Badekleidung im Sand und sonnen sich
Bild
Sommer, Sonne, Hautkrebs: Zehn Irrtümer rund ums Sonnenbaden
Bildrechte: colourbox.de
Schlagwörter
Bildrechte: colourbox.de
Bildbeitrag

Sommer, Sonne, Hautkrebs: Zehn Irrtümer rund ums Sonnenbaden

Aktualisiert am
Bildbeitrag
Erschien zuerst am
> Wissen >

Sommer, Sonne, Hautkrebs: Zehn Irrtümer rund ums Sonnenbaden

Sommer, Sonne, Hautkrebs: Zehn Irrtümer rund ums Sonnenbaden

"Sonnengebräunte Haut schadet nicht", "Es gibt auch 'gesunde' Bräune!", "Sonne ist gut für die Psyche!", "Nur in der Sonne kann man einen Sonnenbrand bekommen!" Rund ums Sonnenbad gibt es viele Mythen - manche davon sind jedoch falsch und gefährlich.

Sommer, Sonne, Sonnenbrand und schließlich Hautkrebs - das ist für die meisten noch einleuchtend. Aber viele positive Eigenschaften, die insbesondere Sonnenanbeter der Sonne, den Sonnencremes und dem Solarium zuschreiben, stimmen gar nicht.

Irrtum 1: Bräune kann auch gesund sein

Das stimmt nicht wirklich. Denn dass die Haut braun wird, ist ein reiner Schutzmechanismus der Haut. Wobei der noch nicht einmal besonders effektiv ist: Der Lichtschutzfaktor der körpereigenen Bräune liegt bei höchstens 2 bis 4 - teils bis etwa 6. Für einen gesunden Schutz ist das zu wenig.

Irrtum 2: Bräune ist gut für die Psyche

Richtig ist: Die Sonne bestimmt unseren Rhythmus, unser Körper schüttet Glückshormone aus und wir haben mehr Energie. Sonne ist wichtig, um Vitamin D zu bilden. Diese Effekte treten bei relativ geringer, regelmäßiger Exposition auf. Mehr UV bringt keinen zusätzlichen psychischen oder gesundheitlichen Vorteil.

Irrtum 3: Nur ein Sonnenbrand ist gefährlich

Das stimmt nicht, denn die negativen Folgen der Sonne addieren sich auf lange Sicht. So kann auch eine regelmäßige Sonneneinstrahlung in geringeren Dosen zu Hautkrebs führen. Auch "leichte" aber häufige Belastung zählt.

Irrtum 4: Einen Sonnenbrand bekommt man nur in der Sonne

Nein. Auch im Schatten kann man einen Sonnenbrand bekommen, weil die UV-Strahlen auch vor Schattenplätzen nicht haltmachen. Außerdem reflektieren Gebäude oder Wasser UV-Strahlen. Aber was stimmt: Schatten ist selbstverständlich besser als pralle Sonne.

Irrtum 5: Solariumbräune wirkt vorbeugend

Nein. Jede UV-Belastung führt zu mikroskopischen Schäden in der Haut, auch wenn man sie nicht sofort sieht. Das gilt genauso für Solarien, weil sie kein „harmloses Licht“ erzeugen, sondern ebenfalls UV-A- und je nach Gerät auch UV-B-Strahlung abgeben. UV-A sorgt dabei vor allem für schnelle Bräune, kann aber tief in die Haut eindringen und dort indirekte Zellschäden und Hautalterung fördern. UV-B verursacht direktere DNA-Schäden und spielt eine zentrale Rolle bei Sonnenbrand und Hautkrebs. Deshalb gilt: Jede UV-Exposition, egal ob UV-A oder UV-B und egal ob aus Sonne oder Solarium, kann langfristig zu Hautschäden beitragen.

Irrtum 6: Einmal eincremen reicht für den ganzen Tag

Der Schutz der Sonnencreme errechnet sich aus der Eigenschutzzeit der Haut multipliziert mit dem verwendeten Lichtschutzfaktor. Da die Eigenschutzzeit je nach Hauttyp nur zwischen zehn und 30 Minuten beträgt, ist es eher unwahrscheinlich, dass ein einmaliges Eincremen für einen ganzen Tag ausreicht. Außerdem sollte sicherheitshalber nur zwei Drittel der errechneten Zeit, in der die Creme noch schützt, ausgenutzt werden, um nicht doch einen Sonnenbrand zu bekommen. Schließlich kann viel Creme durch Schweiß, Reibung und Wasser verloren gehen. In der Regel bedeutet das: Etwa alle zwei Stunden eincremen ist ratsam.

Irrtum 7: Mehr Sonnencreme heißt nicht mehr Sonnenschutz

Doch. Die meisten Sonnenanbeter verwenden vermutlich viel zu wenig Sonnencreme. Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt einem Erwachsenen, sich mit etwa 30 bis 40 Milliliter Sonnenschutz einzucremen. Das ist fast eine halbe Flasche und in etwa zwei Milligramm pro Quadratzentimeter Hautoberfläche.

Irrtum 8: Nur teure Sonnencreme schützt

Nein. Zahlreiche Tests haben bewiesen, dass der Preis nichts über die Qualität von Sonnencremes aussagt. Gute Sonnencreme kann also auch preiswert sein.

Irrtum 9: Ein weißes Shirt aus Naturstoff hilft am besten gegen Sonne

Ein T-Shirt gegen die Sonneneinstrahlung zu tragen, ist grundsätzlich sinnvoll. Den besten Schutz bieten aber dunkle Shirts aus dicht chemischen Materialien. Das liegt zum einen daran, dass schwarzer Stoff ganze 97 Prozent aller Strahlung absorbiert. Und zum anderen, dass chemische Materialien durch ihre engmaschige Herstellung und Verarbeitung besser vor Sonne schützen können als Naturfasern, die in Herstellung und Verarbeitung nicht verändert werden können.

Irrtum 10: Männerhaut ist gegenüber Sonne unempfindlicher

Das ist nicht wahr. Im Gegenteil: Männer müssen auf eine Stelle besonders gut aufpassen, nämlich am Kopf. Da die Haare bei Männern im Alter häufig lichter werden, kann auch am Kopf ein Sonnenbrand auftreten.

Dieser Artikel ist erstmals am 19.06.2019 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel aktualisiert und erneut publiziert.

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!