Schon vor acht Uhr ist Johannes in der Praxis im oberbayerischen Bad Endorf, in der er seit zwei Jahren als angestellter Zahnarzt arbeitet. Gleich kommt der erste Patient. Zuvor noch schnell die Morgenbesprechung mit dem Team: Termine durchgehen, besondere Fälle klären, Aufgaben sortieren. Der Tag ist eng getaktet. Ohne diese Besprechung könnte der Ablauf schnell ins Stocken geraten.
Präzision in der Zahnmedizin: Verantwortung bei jeder Behandlung
Kurz nach acht wartet bereits der erste Patient im Behandlungszimmer. Im Praxisalltag geht es nicht nur um Routine wie Füllungen oder Kontrollen, sondern oft auch um komplexere Behandlungen. Bei Eingriffen wie Kronen oder Brücken kommt es darauf an, besonders präzise zu arbeiten. "Die wichtigsten Punkte beim Präparieren für eine Brücke oder auch für eine Krone sind, dass man zum einen nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig von der Zahnhartsubstanz entfernt", sagt Johannes.
In solchen Situationen ist volle Konzentration gefragt. Fehler lassen sich oft nicht so einfach korrigieren, was den Anspruch an die Arbeit erhöht. "In solchen Momenten stellt man sich schon manchmal die Frage, ob es vielleicht nicht auch irgendein anderer Job getan hätte. Aber dann gibt es wieder die Momente, in denen ein Patient mit einem Lächeln aus der Behandlung geht. Genau dafür hat man den Beruf gewählt", sagt Johannes.
Teamarbeit in der Zahnarztpraxis
Größere oder komplexere Fälle werden gemeinsam im Team besprochen. Entscheidungen entstehen nicht im Alleingang, sondern in enger Abstimmung mit Kollegen. Gerade bei aufwendigeren Behandlungen hilft dieser Austausch, um eine passende Lösung zu finden.
Alltag in der Zahnarztpraxis: Organisation und Flexibilität
Organisatorisch bringt der Praxisalltag immer wieder Überraschungen mit sich. Wenn Patienten nicht erscheinen, verschieben sich Abläufe, Termine bleiben ungenutzt. Das erfordert Flexibilität im Team und eine ständige Anpassung des Tagesplans.
Neben der Behandlung von Patienten gehören auch organisatorische Aufgaben wie das Erstellen von Kosten- und Behandlungsplänen, die Auswertung von Röntgenbildern und die Dokumentation zum Arbeitsalltag eines Zahnarztes.
Patienten: Kommunikation als wichtiger Teil der Arbeit
Ein großer Teil der Arbeit als Zahnarzt besteht zudem aus dem Umgang mit Patienten. Jede Behandlung erfordert Erklärung, Einordnung und oft auch ein Stück Beruhigung. Auf jeden Patienten muss man sich neu einstellen. Wie intensiv und zeitaufwendig die Kommunikation im Praxisalltag ist, ist etwas, "was ich zuvor nicht auf dem Schirm hatte", sagt Johannes.
Weiterbildung nach dem Studium: Lernen gehört zum Berufsalltag
Neben der eigentlichen Arbeit als Zahnarzt gehört auch ständige Weiterbildung zum Berufsbild. Nach dem Studium beginnt die eigentliche Spezialisierung erst richtig. Neue Methoden, Materialien und Techniken erfordern kontinuierliches Lernen. "Das, was man an der Uni lernt, ist (...) eine gute Basis, aber wenn es um Spezialisierungen geht, wenn es darum geht, wirklich nochmal tiefer in den Bereich einzusteigen, dann muss man sich einfach fortbilden", sagt Johannes.
Wie wird man Zahnarzt?
Um in einer Praxis als Zahnarzt zu arbeiten, braucht es zunächst ein mindestens fünfeinhalbjähriges Studium der Zahnmedizin, das mit dem Staatsexamen abgeschlossen wird. Anschließend steht die Beantragung der Approbation, die mit viel Bürokratie und Schriftverkehr verbunden ist an. Danach erfolgt die Registrierung, unter anderem bei der Landeszahnärztekammer und weiteren Stellen. Erst dann kann man als Vorbereitungsassistent in einer Praxis beginnen, erzählt Johannes von seinem Werdegang.
Was verdient man als Zahnarzt?
Finanziell startet ein Zahnarzt in der Vorbereitungsassistenz bei etwa 3.750 Euro brutto monatlich. Nach der Assistenzzeit steigt das Gehalt mit zunehmender Erfahrung weiter. Mit mehr als zehn Jahren Erfahrung verdienen Zahnärzte im Median etwa 7.650 Euro brutto monatlich. Dabei gibt es aber regionale Unterschiede. Diese Zahlen hat die Dentale Gehaltsstudie 2025 (externer Link) ermittelt.
Der Traum von der eigenen Zahnarztpraxis
Das Finanzielle ist aber nur eine Seite des Traumberufs Zahnarzt. Langfristig hat Johannes ein klares Ziel: eine eigene Praxis. "Ich freue mich einfach, einen tollen Arbeitsplatz für viele tolle Menschen und für viele tolle Patienten schaffen zu können, wo sich die Patienten wohl fühlen, gut aufgehoben fühlen, verstanden – einfach menschlich auf Augenhöhe. Das ist unsere Vision und das ist unser Ziel."
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