Kaum ist man im Garten oder am See, schon stechen die ersten Mücken. Oft bemerkt man den Stich erst später, wenn sich eine gerötete, juckende Quaddel gebildet hat. Wie der Körper reagiert, hängt vom Immunsystem ab: Manche Menschen bekommen große Beulen mit starkem Juckreiz, andere merken den Stich kaum.
Was passiert im Körper nach einem Mückenstich?
Mücken geben beim Saugen ein Sekret in die Haut ab, das Eiweißstoffe und Peptide enthält. Diese verhindern, dass das Blut sofort gerinnt. Als Reaktion schüttet der Körper Histamin aus, das die Blutgefäße erweitert und Flüssigkeit ins Gewebe treten lässt – die typische Schwellung entsteht. Warum es zu dem starken Juckreiz kommt, ist wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt.
Deshalb sollte man bei einem Mückenstich nicht kratzen
Wer nach einem Mückenstich kratzt, verschafft sich nur kurz Linderung, verstärkt aber die Reaktion. Das Kratzen führt zu einer erneuten Histamin-Ausschüttung, wodurch der Juckreiz noch intensiver wird. Ein Teufelskreis entsteht: Jeder Kratzversuch reizt die Haut erneut, die Schwellung nimmt zu, der Drang zu kratzen verstärkt sich. In manchen Fällen bilden sich Blasen oder bleibende Pigmentflecken, besonders bei empfindlicher Haut.
Aufgekratzte Mückenstiche – Gefahr von Entzündungen
Die größte Gefahr beim Kratzen eines Mückenstichs liegt in bakteriellen Infektionen. Kratzen zerstört die natürliche Hautbarriere, kleine Risse entstehen, durch die Bakterien von Nägeln, Händen oder der Umgebung in die Wunde gelangen. Das kann zu Hautinfektionen wie Zellulitis oder Impetigo führen. Beide Infektionen entstehen meist durch Staphylokokken oder Streptokokken. Typische Anzeichen: Rötung, Schwellung, Wärmegefühl und im schlimmsten Fall Fieber.
Anzeichen für einen infizierten Mückenstich sind
- verstärkte Rötung und Schwellung
- Wärme um die Stichstelle herum
- Schmerzen und Empfindlichkeit
- Eiter oder Ausfluss
- rote Streifen, die sich von der Stichstelle ausbreiten (Gefahr Sepsis)
- Fieber, Schüttelfrost, Übelkeit und Erbrechen (in schweren Fällen)
Richtig reagieren: Tipps gegen den Juckreiz
Mediziner empfehlen, den Stich zu kühlen oder juckreizstillende Cremes oder Gele aufzutragen. Auch Antihistaminika oder milde Kortisonpräparate können helfen. Wichtig: Bei ungewöhnlich starken Reaktionen, großflächigen Schwellungen oder Fieber sollte man einen Arzt aufsuchen, um Komplikationen zu vermeiden.
Wie kann man den Juck-Kratz-Kreislauf durchbrechen?
Statt zu kratzen, kühlt man den Stich am besten schnell – etwa mit einem Eisbeutel (Vorsicht Erfrierungen!), einem kalten Löffel, einem kühlenden Gel oder Quark. Das lindert den Juckreiz. Ist die Stelle schon entzündet, kann eine Creme mit Cortison helfen.
Mit einem Hitzestift den Juckreiz verhindern
Auch ein Hitzestift kann wirken: "Der Stift wird auf den Stich aufgebracht. Die Hitze zerstört die Eiweißstoffe, die sich im Speichel der Mücke befinden. Dadurch können diese Stoffe keinen Juckreiz mehr auslösen", sagt der Hautarzt Christoph Liebich aus München im Bayern-1-Interview. Die elektronischen Stichheiler erhitzen die Stelle auf etwa 51 °C, also heiß genug, um den Juckreiz zu stoppen, ohne die Haut zu verbrennen. Entscheidend ist, den Hitzestift direkt nach dem Stich anzuwenden. Von einem erhitzten Löffel rät Liebich ab, da damit ein gewisses Verbrennungsrisiko besteht.
Mittlerweile gibt es besonders kompakte Hitzestifte, die direkt über das Smartphone genutzt werden können. Sie sind kaum größer als ein USB-Stick und passen problemlos an den Schlüsselbund oder in den Geldbeutel. So sind sie auch unterwegs jederzeit griffbereit.
- Zum Hintergrund: DEET, Icaridin und Co.: Welche Mückenmittel helfen wirklich?
Im Audio: Mückenstiche richtig behandeln
Mückenstiche richtig behandeln – Kratzen verboten!
Dieser Artikel ist erstmals am 23.08.2025 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel erneut publiziert.
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