Am letzten Sonntag im März beginnt die Sommerzeit, am letzten Sonntag im Oktober die Normalzeit. Eine Stunde hin oder her, aber wie herum diesmal? In der Nacht auf Sonntag – am 25. Oktober – werden in Deutschland die Uhren von der Sommerzeit auf die Normalzeit zurückgestellt.
Winterzeit ist die Normalzeit
Der Begriff Winterzeit ist kein offizieller Begriff, sondern wird eher umgangssprachlich verwendet. Offiziell heißt es Normalzeit, denn die "Winterzeit" ist unsere normale mitteleuropäische Zeit (MEZ).
Abschaffung der Zeitumstellung? So ist der Stand
Der Wechsel zwischen Sommer- und Winterzeit steht schon seit Langem in der Kritik. Deshalb startete die EU-Kommission 2018 eine EU-weite Online-Befragung zur Zeitumstellung (externer Link). Das Ergebnis: 84 Prozent der Teilnehmenden forderten die Abschaffung der Zeitumstellung. Als repräsentatives Stimmungsbild für die gesamte EU taugt die Umfrage jedoch kaum, denn die Beteiligung in vielen Mitgliedstaaten lag bei deutlich unter einem Prozent.
Warum die EU die Zeitumstellung noch nicht abgeschafft hat
Ursprünglich war die Abschaffung der Zeitumstellung für Ende 2021 geplant. Doch obwohl die EU-Kommission einen entsprechenden Vorschlag vorgelegt und das EU-Parlament sich für die Abschaffung ausgesprochen hat, ist das Gesetzgebungsverfahren noch nicht abgeschlossen. Im nächsten Schritt müsste sich der Rat der Europäischen Union auf eine Position einigen. In diesem Gremium sind die Mitgliedstaaten vertreten. Dort steckt die Debatte über die Zeitumstellung seit Jahren fest. Für eine Zustimmung müssten mindestens 55 Prozent der Mitgliedstaaten zustimmen, die zugleich mindestens 65 Prozent der EU-Bevölkerung vertreten. Bisher konnten sie sich jedoch nicht einigen: Soll dauerhaft die Sommerzeit oder die Normalzeit gelten? In der EU-Konsultation von 2018 sprach sich unter den Teilnehmern aus Deutschland eine Mehrheit für eine dauerhafte Sommerzeit aus.
Schlafforscher empfehlen dauerhaft die Normalzeit
Die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) (externer Link) spricht sich für eine Beibehaltung der Normalzeit aus: Die innere Uhr wird demnach vor allem durch den Hell-Dunkel-Wechsel und insbesondere durch den Blauanteil des Sonnenlichts synchronisiert. Die Normalzeit trägt diesem natürlichen Rhythmus besser Rechnung. Durch die Umstellung auf Sommerzeit drohe hingegen ein Schlafmangel, der zu Konzentrations- und Leistungseinbußen sowie zu mehr Unfällen führe.
Lehrerverband warnt vor Folgen einer dauerhaften Sommerzeit
Auch der Deutsche Lehrerverband (externer Link) fürchtet im Falle einer dauerhaften Sommerzeit gesundheitliche Gefahren für Schüler. Denn nach einer solchen Umstellung wird es im Winter morgens eine Stunde später hell. Die Folge: Der Körper bekommt morgens später helles Licht, das die innere Uhr beeinflusst und zur Wachheit beiträgt. Darunter leiden besonders Teenager, die aufgrund der Pubertät einen verschobenen Biorhythmus haben und von Natur aus eher später einschlafen und länger schlafen.
Welche Folgen hat die Zeitumstellung für Menschen?
Empfindliche Menschen leiden eine ganze Weile unter einer Zeitumstellung, denn sie kann den Organismus belasten und zu Beeinträchtigungen der Leistungsfähigkeit führen. Die Folgen können Müdigkeit, Schlafstörungen und Konzentrationsprobleme sein.
Es kann einige Tage, in manchen Fällen auch mehrere Wochen dauern, bis sich der Körper an den neuen Rhythmus gewöhnt hat. Die Umstellung im Frühjahr fällt vielen Menschen schwerer als der Wechsel im Herbst.
- Zum Hintergrund: Was macht die Zeitumstellung mit der Gesundheit?
Wie kann ich mich an die Zeitumstellung gewöhnen?
Wer es sich zeitlich leisten kann, sollte am Wochenende vor einer Zeitumstellung schrittweise vorgehen und schon am Samstag den Lebensrhythmus inklusive der Essenszeiten um eine halbe Stunde verschieben.
Am Sonntag kann der Tagesablauf dann um eine ganze Stunde verlagert werden. Das ist besonders sinnvoll bei der Umstellung auf die Sommerzeit, da uns dabei eine Stunde fehlt. Dann fällt das Aufstehen am Montag nach der Zeitumstellung leichter. Auf diese Weise kann man versuchen, einem Schlafmangel vorzubeugen.
Zeitumstellung erhöht laut Studien das Unfallrisiko
Denn Schlafmangel ist nach der Umstellung bei vielen Menschen nachweisbar und führt laut einigen Studien am folgenden Montag sogar zu mehr Unfällen im Straßenverkehr. Auch der Autoclub Europa (ACE) (externer Link) kommt zu einem ähnlichen Schluss: In der Woche nach der Zeitumstellung ereigneten sich 2024 9,7 Prozent mehr Verkehrsunfälle als in der Woche zuvor.
Im Audio: Zeitumstellung - was kann ich vorher tun?
Zeitumstellung - was kann ich vorher tun?
Dieser Artikel ist erstmals am 29. September 2024 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel aktualisiert und erneut publiziert.
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