Symbolbild: Graffiti an der Lärmschutzwand an Bahngleisen.
Symbolbild: Graffiti an der Lärmschutzwand an Bahngleisen.
Bild
Symbolbild: Graffiti an der Lärmschutzwand an Bahngleisen.
Bildrechte: picture alliance / CHROMORANGE | Gerd Harder
Schlagwörter
Bildrechte: picture alliance / CHROMORANGE | Gerd Harder
Audiobeitrag

Symbolbild: Graffiti an der Lärmschutzwand an Bahngleisen.

Audiobeitrag
>

2.622 Minuten Verspätung: Graffiti-Aktion mit schweren Folgen

2.622 Minuten Verspätung: Graffiti-Aktion mit schweren Folgen

Kleine Aktion mit großen Folgen: Zwei Unbekannte sprayen bei Mammendorf Graffiti an die Lärmschutzwand am Bahngleis. Die Bundespolizei sperrt die Strecke für über eine Stunde. Das bedeutet Verspätungen von insgesamt 2.622 Minuten.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Oberbayern am .

2.622 Minuten: So stark haben sich laut Polizei alle Züge zwischen Augsburg und München zusammengerechnet verspätet – und das innerhalb von rund 70 Minuten. Ein Lokführer hatte während der Fahrt beobachtet, wie zwei Unbekannte Graffiti an eine Lärmschutzwand sprühten, und die Polizei verständigt.

Die Folge: Die Bundespolizei fahndete mit einem Spürhund nach den Tätern und sperrte dafür den Bahnhof Mammendorf und somit die Bahnstrecke Augsburg–München für über eine Stunde. 70 Züge waren betroffen. Zwei Verbindungen fielen komplett aus, acht weitere teilweise.

1.800 Euro Schaden, 2.622 Minuten Verspätung

Den Schaden durch das Graffiti an der Wand schätzt die Polizei auf 1.800 Euro. Höher dürfte allerdings der Schaden durch die Sperrung ausfallen. Tausende Fahrgäste hat diese laut einer Bahnsprecherin betroffen.

Die Strecke werde sowohl vom Fernverkehr genutzt als auch vom Privatanbieter Arverio und Güterzügen. Fahrgäste etwa können bei Verspätungen einen Teil des Ticketpreises zurückfordern.

Zwölf Millionen Euro Schaden durch Graffiti

Jedes Jahr verursachen Graffiti-Sprayer der Bahn nach eigenen Angaben rund zwölf Millionen Euro Schaden. Für die Reinigung eines Nahverkehrs-Triebwagens benötigten zwei bis drei Fachkräfte einen ganzen Arbeitstag, erklärt eine Sprecherin. Oft müssten Züge auch für 30.000 Euro komplett neu lackiert werden. Das dauere sieben Tage, in denen der Zug ausfalle.

Entsprechend aggressiv bekämpft die Bahn Vandalismus durch Graffiti. Sie bringe jede Tat zur Anzeige. Neben Sachbeschädigung gehe es dabei häufig auch um gefährlichen Eingriff in den Bahnverkehr oder Hausfriedensbruch. Materielle Schäden könne die Bahn noch über 30 Jahre nach der Tat zivilrechtlich geltend machen – selbst wenn Täter zum Tatzeitpunkt minderjährig oder ohne Einkommen waren.

Streckensperrung laut Polizei unvermeidlich

Auch für Verspätungen nimmt die Bahn Sprayer in Haft: Bis zu 800 Euro pro Verspätungsminute berechne sie denjenigen, die gefasst werden, heißt es aus informierten Kreisen. Im Fall der Streckensperrung Augsburg–München wären das über 2 Millionen Euro. Die Bahn selbst möchte dazu auf Anfrage keine Angaben machen.

Gleissperrungen wie die zwischen Augsburg und München sind laut einer Sprecherin der Bundespolizei in solchen Fällen gang und gäbe. "Dass das für Bahnreisende frustrierend ist, können wir sehr gut nachvollziehen", erklärt die Sprecherin. Gleichzeitig sei die Sperrung unvermeidlich gewesen. Die Polizei sei verpflichtet, Straftaten zu verfolgen.

Außerdem habe sie sich ihren Angaben nach in Mammendorf vergewissern müssen, dass sich die Sprayer nicht mehr im Gleisbereich aufhielten: "Wir müssen sichergehen, dass niemand zu Schaden kommt." Die Täter konnte die Polizei nicht finden, die Ermittlungen wegen Sachbeschädigung dauern an.

BR24 auf Instagram: Das kickt Graffiti-Sprayer

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!