Rund 25.000 Menschen haben am Samstag auf dem Nürnberger Kornmarkt für einen starken Sozialstaat und gegen den Abbau von Arbeitnehmerrechten demonstriert. Zu der Kundgebung unter dem Motto "Hart verdient! Deine Arbeit, deine Gesundheit, deine Rente" hatte der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) aufgerufen. Bundesweit beteiligten sich nach DGB-Angaben 175.000 Menschen in 15 Städten an dem Aktionstag.
Nürnberg war der einzige Demonstrationsort in Bayern. Auf Plakaten und Transparenten machten sie deutlich, dass sie mit den von der Bundesregierung geplanten Reformen nicht einverstanden sind. "Zusammenhalt statt Sozialabbau", "Gute Versorgung braucht faire Bezahlung" oder "Unsere Wut könnt ihr nicht kürzen", war da zu lesen.
IG Metall-Chefin: 25.000 Menschen senden Weckruf nach Berlin
"25.000 Menschen auf dem Kornmarkt senden einen sehr lauten Weckruf nach Berlin: Kehrt um, hört auf mit diesem Reformkurs, der die Menschen verunsichert, aber keine Zuversicht gibt", sagte die Erste Bevollmächtigte der IG Metall und Hauptrednerin auf der Nürnberger Kundgebung, Christiane Benner. Sie warnte die Bundesregierung insbesondere davor, an den Regelungen zur Altersteilzeit zu rütteln. "Wir brauchen dieses Instrument der Altersteilzeit, damit die Leute sozialverträglich aus den Betrieben rausgehen", so Benner. Ohne die Möglichkeit der Altersteilzeit müssten sich viele Arbeitnehmer arbeitslos melden, "und das wäre dann zu Lasten der Allgemeinheit".
"Eine Rente ist kein Almosen"
Auch die abschlagsfreie Rente nach 45 Jahren ist aus Sicht der IG Metall-Chefin nicht verhandelbar: "Eine Rente ist ja kein Almosen, das haben die Kolleginnen und Kollegen durch ihre Beiträge über Jahrzehnte stabilisiert." Aus Sicht des bayerischen DGB-Chefs Bernhard Stiedl leidet der Sozialstaat durch die Pläne der Bundesregierung massiv. "Was die Bundesregierung auf den Tisch gelegt hat, ist nichts anderes wie ein Abbau des Sozialstaates", so Stiedl. Stattdessen brauche es jedoch mehr Solidarität.
Im Video: Protest - Aktionstag gegen Sozialabbau
Zehntausende Menschen haben heute ihren Unmut über die Sozialpolitik der Bundesregierung auf die Straße getragen.
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