Zwei Sicherheitsmitarbeiter der Deutschen Bahn am Münchner Hauptbahnhof
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Bahnhofs-Alkoholverbot: Was Münchner Sicherheitskräfte erleben

Bahnhofs-Alkoholverbot: Was Münchner Sicherheitskräfte erleben

Seit heute gilt an allen 5.700 Bahnhöfen der Deutschen Bahn ein Alkoholkonsumverbot. In München gibt es die Regel schon seit 2019. Zwei Sicherheitsmitarbeiter berichten von ihren Erfahrungen. Kritiker befürchten, dass sich die Probleme nur verlagern.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Pöbeleien, Verstöße gegen die Hausordnung, manchmal sogar körperliche Übergriffe: Am Münchner Hauptbahnhof wissen die Sicherheitskräfte der Deutschen Bahn nie genau, was sie auf ihrer nächsten Streife erwartet. Christian Mittermeier und Bernd Wimmer sind zwei von ihnen. Gemeinsam kontrollieren sie die Bahnhofshallen, Bahnsteige und Durchgänge. Drei Sicherheitsteams sind hier rund um die Uhr im Einsatz.

Bernd Wimmer arbeitet seit 23 Jahren für die DB-Sicherheit. Zu seiner Ausrüstung gehören unter anderem Einsatzstock, Abwehrspray und Handfesseln. Meistens geht es bei der Arbeit aber darum, Menschen anzusprechen und Konflikte zu vermeiden.

Alkohol kann Konflikte verschärfen

Ein Problem, das den Sicherheitskräften immer wieder begegnet, sind alkoholisierte Menschen. Alkohol könne die Hemmschwelle für aggressives Verhalten senken, erklärt Christian Mittermeier. Menschen würden unter Alkoholeinfluss manchmal in Situationen eskalieren, die sonst friedlich geblieben wären.

Am Münchner Hauptbahnhof gilt deshalb schon seit 2019 ein Alkoholkonsumverbot. Besonders die wettergeschützten Bereiche des Bahnhofs waren zuvor beliebte Treffpunkte zum Trinken. Dazu zählt nach Angaben der Sicherheitskräfte auch der Bereich am Elisenhof. Hier gibt es Einkaufsmöglichkeiten, und gerade in der kalten Jahreszeit ist es deutlich angenehmer als draußen.

Deutsche Bahn sieht positive Erfahrungen in München

Nach Angaben der DB-Sicherheit sind die Konflikte, die mit Alkohol zu tun haben, seit Einführung des Verbots zurückgegangen. Auch an anderen Bahnhöfen, etwa in Köln und Hannover, habe man positive Erfahrungen gemacht.

Die Deutsche Bahn weitet das Alkoholkonsumverbot deshalb bundesweit aus. Von heute an gilt es an allen 5.700 Bahnhöfen des Konzerns, darunter rund 1.000 in Bayern.

Die Akzeptanz sei hoch, sagt Esther Heckmann, Leiterin der Personenbahnhöfe in Bayern. In einer repräsentativen Umfrage hätten sich rund 80 Prozent der Befragten für alkoholfreie Bahnhöfe ausgesprochen. Auch Beschäftigte und Kommunen unterstützten die Maßnahme zunehmend.

Alkoholverbot: Was ist weiterhin erlaubt?

Verboten ist das Trinken alkoholischer Getränke in den Bereichen, in denen die Hausordnung der Deutschen Bahn gilt. Dazu zählen unter anderem Bahnhofshallen und Bahnsteige.

Wer sich vor der Zugfahrt eine Flasche Bier kauft oder alkoholische Getränke im Gepäck transportiert, verstößt dagegen nicht gegen die Regelung. Auch die Gastronomiebetriebe in den Bahnhöfen sind ausgenommen.

Bei Verstößen sollen die Sicherheitskräfte zunächst das Gespräch suchen und auf das Verbot hinweisen. Bei wiederholten Verstößen kann die Bahn ein Hausverbot aussprechen.

Kritiker befürchten Verlagerung auf Bahnhofsvorplätze

Ob das Verbot die Probleme tatsächlich löst, ist allerdings umstritten. Kritiker befürchten, dass sich der Alkoholkonsum lediglich aus den Bahnhöfen in angrenzende öffentliche Bereiche verlagert.

Am Würzburger Hauptbahnhof wird diese Problematik besonders deutlich: Direkt hinter den Schiebetüren beginnt der Bahnhofsvorplatz. Dort gilt die Hausordnung der Deutschen Bahn nicht, da das Gelände nicht zur DB gehört. Wer im Bahnhof keinen Alkohol mehr trinken darf, könnte also einfach ein paar Meter weiterziehen, soweit keine anderen örtlichen Verbote greifen.

Anders ist die Situation in München. Dort ist der Alkoholkonsum auch auf dem Bahnhofsvorplatz untersagt.

"Bayern ist halt ein Biertrinker-Bundesland"

Trotz der bayerischen Bierkultur haben sich die Menschen in München nach Erfahrung der Sicherheitskräfte inzwischen an das Verbot gewöhnt. "Bayern ist halt ein Biertrinker-Bundesland, aber natürlich haben die Menschen Zeit gebraucht, zu akzeptieren, dass sie jetzt nicht mehr überall Bier trinken können", sagt Bernd Wimmer, Mitarbeiter der DB-Sicherheit. Die meisten reagierten aber verständnisvoll.

Entscheidend sei vor allem der Umgang miteinander: Wer freundlich auf das Verbot hingewiesen werde, zeige in der Regel Verständnis.

Die Deutsche Bahn verspricht sich von der bundesweiten Regelung neben mehr Sicherheit auch sauberere Bahnhöfe. An den Stationen, an denen das Verbot bereits länger gilt, sei die Müllbelastung zurückgegangen. Ob sich diese Erfahrungen überall wiederholen, muss sich erst zeigen.

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