Die Gefahr hybrider Bedrohungen durch den Einsatz von Drohnen wird immer größer. Das habe die am Flughafen Leipzig/Halle entdeckte Sprengstoff-Drohne vergangene Woche deutlich gemacht, so Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bei einem Termin am Freitag am Nürnberger Flughafen.
Um die bayerische Polizei auf die aktuellen und künftigen Entwicklungen in diesem Bereich bestmöglich vorzubereiten, will auch das bayerische Innenministerium aufrüsten. Wie Herrmann mitteilte, sollen mehr Personal und neue Technik angeschafft werden. Dabei liege der besondere Fokus auf Flughäfen. Für eine entsprechende Ausstattung fordert der Minister auch entsprechende finanzielle Mittel für die bayerische Polizei.
Mehr Personal und neue Technik zur Drohnenabwehr
Um besser gegen mögliche Drohnen-Angriffe gewappnet zu sein, sollen sowohl die technischen Fähigkeiten als auch die personellen Ressourcen weiter ausgebaut werden. Das Drohnenkompetenz- und -abwehrzentrum (DKAZ) der bayerischen Polizei in Erding soll etwa schrittweise von 40 auf rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufgestockt werden. "Zugleich werden die Polizeidienststellen an den Flughäfen München, Nürnberg und Memmingen personell weiter verstärkt", so der bayerische Innenminister.
Wichtig: Drohnenkompetenz- und -abwehrzentrum in Erding
Das DKAZ hat am 1. April 2026 seinen Betrieb aufgenommen. Nach Angaben des Ministeriums beobachten die dortigen Drohnenexperten der bayerischen Polizei kontinuierlich technologische Entwicklungen, erproben neue Systeme und bewerten deren Eignung für den polizeilichen Einsatz. Das alles in Zusammenarbeit mit dem Gemeinsamen Drohnenabwehrzentrum (GDAZ) des Bundes und der Länder in Berlin sowie der Bundeswehr und wissenschaftlichen Einrichtungen. Im Einsatz war das Zentrum laut Minister bereits beim Deutschen Katholikentag in Würzburg oder beim Hamburger Hafengeburtstag.
Im Video: Drohnenabwehr - Bayern will aufrüsten
Bayerns Innenminister Herrmann hat am Flughafen Nürnberg gezeigt, wie die Polizei gefährliche Flugobjekte künftig schneller erkennen.
Bayern setzt Priorität auf Schutz der Flughäfen
In Bayern werde auf den Schutz der Flughäfen vor neuen Bedrohungen "ein klarer Schwerpunkt gesetzt", so Herrmann. Am Flughafen Nürnberg treten demnach bei der Grenzpolizeiinspektion zum 1. September 2026 18 neue Einsatzkräfte ihren Dienst an. Damit steigt die Zahl der Polizistinnen und Polizisten am Nürnberger Flughafen auf mehr als 120.
Zudem stehe an den drei bayerischen Flughäfen München, Nürnberg und Memmingen bereits stationäre und mobile Drohnentechnik zur Verfügung. "Diese technischen Fähigkeiten werden wir kontinuierlich weiterentwickeln und ausbauen – gemeinsam mit dem DKAZ, unseren bayerischen Spezialeinheiten, der Deutschen Flugsicherung und der Bundespolizei", so Herrmann weiter.
- Über die geplante Drohnenabwehr an Flughäfen berichtete unter anderem auch die Süddeutsche Zeitung (externer Link, möglicherweise Bezahlinhalt)
Herrmann fordert mehr Geld für Drohnenabwehr ein
Innenminister Herrmann will sich bei den anstehenden Verhandlungen über den Nachtragshaushalt 2027 dafür einsetzen, dass die bayerische Polizei finanziell so ausgestattet wird, dass die Drohnenabwehr technisch und personell weiter gestärkt werden kann. "Wir leben in einer Zeit, die von zunehmenden Konflikten, hybriden Bedrohungen und neuen Formen der Einflussnahme geprägt ist." Deshalb, so der Minister, brauche es die erforderlichen Investitionen, um für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger zu sorgen.
Erst am Donnerstag hatten sich die Innenminister der Länder und Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) zu dem Thema Drohnenabwehr zu einer Telefonkonferenz getroffen. Dabei waren sich die Minister einig, dass man beim Aufbau von Fähigkeiten zur Abwehr potenziell gefährlicher Drohnen schneller vorankommen müsse.
Mit Informationen von dpa
Im Video: Bayerns Drohnenabwehrstrategie
Bayerns Innenminister Herrmann (2. v.li.) stellt mit den Experten die Drohnenabwehr-Pläne des Innenministeriums und der bayerischen Polizei vor.
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