(Symbolbild) Eine junge Frau hält eine Schutzbrille zum Beobachten einer Sonnenfinsternis in der Hand.
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(Symbolbild) Wurde die Sonnenfinsternis ohne Schutz verfolgt, drohen Sehstörungen.
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Patrick Pleul
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(Symbolbild) Wurde die Sonnenfinsternis ohne Schutz verfolgt, drohen Sehstörungen.

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Nach SoFi über Bayern: Sorge um mögliche Augenschäden

Nach SoFi über Bayern: Sorge um mögliche Augenschäden

Dunkle Flecken, verzerrte Buchstaben, Angst um die Sehkraft: Nach der Sonnenfinsternis suchen Menschen in Bayern ärztliche Hilfe. Augenärzte berichten von ersten Auffälligkeiten – und erklären, wann Beschwerden ernst sind.

Über dieses Thema berichtet: BR24 im Radio am .

Nach der Sonnenfinsternis suchen viele Menschen Rat, weil sie ohne ausreichenden Augenschutz in die Sonne geschaut haben. In Bayern musste bislang niemand wegen eines akuten Notfalls behandelt werden. Trotzdem melden sich besorgte Menschen bei Arztpraxen und Augenkliniken. In der Augenklinik der Universität Erlangen wurden seit dem Ende der Sonnenfinsternis bereits sechs Menschen mit typischen Beschwerden untersucht.

Trotz der Aufklärung im Vorfeld haben einige Menschen die empfohlenen Schutzmaßnahmen nicht beachtet. Manche trugen die zertifizierte Sonnenfinsternis-Schutzbrille nicht durchgehend, andere benutzten selbst gebastelten Augenschutz.

Diagnoseverfahren erkennen mögliche Lichtschäden

Bettina Hohberger, Dozentin und Augenärztin an der Uniklinik Erlangen, erklärt den typischen Ablauf: "Mithilfe eines klassischen Sehtests können wir die Sehprobleme unserer Patientinnen und Patienten überprüfen. Dann untersuchen wir das Auge auf Brandverletzungen, manche sind direkt zu erkennen."

Hinzu kommen spezielle Untersuchungen, mit denen Funktionseinschränkungen getestet werden können. Bildgebende Verfahren zeigen zudem Details der Verletzungsmuster. Bei fünf der sechs Patienten konnte das Ärzteteam bereits Entwarnung geben. Ihnen drohen nach den bisherigen Untersuchungen keine bleibenden Augenschäden. Beim sechsten Patienten sind die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen.

Augenärzte rechnen mit weiteren Patienten

Augenärzte wie Benedikt Schworm, stellvertretender Leiter der Augenklinik der LMU München, rechnen damit, dass in den kommenden Tagen noch mehr Patienten Kliniken oder Arztpraxen aufsuchen. "Wir hatten einige Patienten mit entsprechenden Beschwerden und auch in der optischen Kohärenztomographie sichtbaren Schäden der äußeren Netzhautschichten in der Notaufnahme." Die Betroffenen werden weiter beobachtet. In vier Fällen fanden die Augenärzte sichtbare Befunde an der Netzhaut.

Insgesamt sei das Aufkommen bislang aber nicht so schlimm wie erwartet, erklärt Schworm. Viele besorgte Menschen hätten ihn und andere Kollegen bereits direkt nach der Sonnenfinsternis kontaktiert und sich beraten lassen.

Abklärung der Symptome ist entscheidend

Wer ohne zertifizierte Schutzbrille in die Sonne schaut, kann schmerzhaft geblendet werden. Die UV-Strahlung reizt die Hornhaut; vorübergehende sogenannte Nachbilder können entstehen. Diese Beschwerden verschwinden nach wenigen Minuten von selbst.

Wer jedoch nach Stunden oder sogar Tagen wellenförmige Linien oder fehlende Buchstaben beim Lesen bemerkt, kann Symptome einer Sonnenretinopathie haben. Siegfried Priglinger, Direktor der Augenklinik der LMU München, beschreibt typische lichtbedingte Sehstörungen als "ein unscharfes und verzerrtes Sehen, ein zentraler dunkler oder blinder Fleck, eine veränderte Farbwahrnehmung oder eine erhöhte Lichtempfindlichkeit."

Die Ursache: Intensives Sonnenlicht wird auf einen kleinen Bereich der Netzhaut, die Makula, fokussiert – die Stelle des schärfsten Sehens. Dort kann die hohe Strahlenenergie das Auge schädigen. "Das Gefährliche daran ist, dass die Netzhaut selbst keine Schmerzrezeptoren besitzt", betont Priglinger.

Behandlungsoption: Selbstheilung fördern

Bei leichteren Sonnenschäden wird die natürliche Heilung überwacht. Je nach individueller Schädigung und Begleiterkrankungen können weitere Maßnahmen wie eine Kortisontherapie zur Eindämmung von Entzündungsreaktionen infrage kommen. Begleitende Probleme wie eine UV-Keratitis, also eine Entzündung der Hornhaut, trockene Augen oder zufällig entdeckte Netzhauterkrankungen können behandelt werden.

Vernarbungen und Komplikationen können die Sehfunktion allerdings in Einzelfällen dauerhaft beeinträchtigen. Eine Therapie, die stark geschädigte oder zerstörte Sinneszellen wiederherstellt, gibt es bislang nicht – weder medikamentös, etwa durch Spritzen, noch durch eine Operation.

SoFi-Bilanz folgt erst in ein bis zwei Wochen

Die Augenkliniken in Augsburg und Passau haben bislang keine Anfragen von Patienten wegen der Sonnenfinsternis erhalten. Hohberger glaubt angesichts der bisher geringen Fallzahl, dass die Aufklärung durch Augenärzte und Medien viele Menschen erreicht und vor unnötigen Augenschäden bewahrt hat.

Antonio Bergua, Oberarzt der Augenklinik des Uniklinikums Erlangen, hat selbst eine nach ISO 12312-2 zertifizierte Schutzbrille entwickelt. 600 sogenannte Viewcards wurden vom Uniklinikum Erlangen bei einem Onlinespiel verlost.

Eine endgültige Bilanz lässt sich aber noch nicht ziehen. Manche Beschwerden werden erst Stunden oder sogar Tage später bemerkt. Deshalb wollen die Experten erst in ein bis zwei Wochen sagen können, wie viele Menschen tatsächlich Schäden an den Augen davongetragen haben.

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