Symbolbild: Bayerischer Badesee
Symbolbild: Bayerischer Badesee
Bild
Symbolbild: Bayerischer Badesee
Bildrechte: picture alliance / Shotshop | ROHA-Fotothek Fürmann
Schlagwörter
Bildrechte: picture alliance / Shotshop | ROHA-Fotothek Fürmann
Audiobeitrag

Symbolbild: Bayerischer Badesee

Aktualisiert am
Audiobeitrag
Erschien zuerst am
>

Gute Noten für Bayerns Badeseen – nur einer ist "mangelhaft"

Gute Noten für Bayerns Badeseen – nur einer ist "mangelhaft"

Auch in diesem Sommer wartet in den meisten bayerischen Seen ein ungetrübtes Badeerlebnis: Die Wasserqualität ist bei 96 Prozent aller untersuchten Gewässer gut oder sogar ausgezeichnet. Nur ein See fällt mit einer niedrigeren Note auf.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio Bayern am .

Ein Fläschchen, außen und innen steril, das mit einer Stange immer an der gleichen Stelle in den See getaucht wird: So sieht es aus, wenn alle paar Wochen die Wasserqualität in Bayerns Badeseen überprüft wird. Noch am selben Tag landet die gekühlte Flasche mit Seewasser im Labor des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). Dort wird die Probe auf Darmbakterien hin untersucht. Auch einen Test auf Cyanobakterien gibt es – wenn ein Verdacht auf Blaualgen besteht.

Die meisten Fläschchen bringen erfreuliche Ergebnisse zutage: 96 Prozent der untersuchten Badeseen im Freistaat haben laut LGL eine gute oder gar ausgezeichnete Wasserqualität. Das Landesamt untersucht regelmäßig 375 Gewässer in Bayern (externer Link), die als EU-Badestellen eingetragen sind.

See in München als "mangelhaft" bewertet

Doch es gibt auch ein paar Ausreißer: Zwei Badestellen am Meerhofsee im unterfränkischen Alzenau und eine Stelle am unterfränkischen Krebsensee haben die Note "ausreichend" erhalten. In München ist das Nordufer des Riemer Sees sogar als "mangelhaft" eingestuft worden. Am Südufer sieht es besser aus: Dort kann der See mit der Note "gut" punkten.

Dennoch sieht die Stadt München keinen Anlass, am Riemer See ein Badeverbot auszusprechen. Die schlechte Bewertung führt sie auf die statistische Methode zurück, mit der die Wasserqualität errechnet wird: Dazu werden retrospektiv nach dem Ende einer jeden Badesaison die Messwerte des laufenden Jahres und die der drei vorangegangenen Jahre zusammengerechnet.

Stadt: Wasservögel schuld an schlechtem Ergebnis

Die schlechte Bewertung des Nordufers am Riemer See sei "auf zwei kurzzeitige Verschmutzungen, eine im Jahr 2023, eine im Jahr 2024, zurückzuführen", so die Stadt. Schuld daran seien vermutlich Wasservögel. Das habe einen schlechten Einfluss auf die Gesamtbewertung gehabt. Proben des Seewassers aus den Jahren 2025 und 2026 seien "durchweg unauffällig" gewesen.

Den Vögeln rückt die Stadt nun zu Leibe, unter anderem mit einem Fütterungsverbot. Außerdem werden Grünflächen häufiger gemäht, damit Vogelkot dort nicht zu lange liegen bleibt und in den See gelangt. Und es gibt krähensichere Mülleimer, die zudem öfter entleert werden.

Badeverbot am Ebertshausener Weiher

Zahlreiche bayerische Seen und Weiher, in denen Menschen im Sommer gerne baden, kommen in der Statistik des LGL allerdings gar nicht vor, weil sie nicht als EU-Badestellen ausgewiesen sind. Der Riemer See mag somit zwar mit der schlechtesten Note auffallen, ist jedoch nicht der schmutzigste See im Freistaat.

Am Ufer des Ebersthausener Weihers in der Gemeinde Odelzhausen etwa stehen Schilder, die von einem Sprung ins kühle Nass abraten: "Achtung Blaualgen! Gesundheitsgefährdung für Mensch und Tier! Baden Sie nicht in diesem Gewässer", steht da.

Bürgermeister Markus Trinkl beobachtet die Entwicklung mit Sorge: "Ich bin jetzt seit zwölf Jahren Bürgermeister und in den letzten Jahren hat sich die Wasserqualität am Ebertshausener Weiher leider Gottes wesentlich verschlechtert", sagt er BR24. "In diesem Jahr hat bereits die erste Messung ein so hohes Ergebnis gebracht, dass das ganze Jahr ein Badeverbot an diesem Weiher sein muss."

Biber, Landwirtschaft, Klimawandel: Blaualge breitet sich aus

Die Gründe für die explosionsartige Verbreitung der Blaualge gerade in den vergangenen fünf Jahren sind laut Trinkl vielschichtig: Zum einen sei der Weiher recht groß und es gebe nur einen kleinen Zulauf. "Der bringt den Wasseraustausch in keinster Weise her, der erforderlich wäre, um ständig genügend Frischwasser reinzubringen." Auch Einflüsse aus der Landwirtschaft und Biber, die Erdmaterial am Ufer abtragen, macht Trinkl als Problemquellen aus. Und nicht zuletzt den Klimawandel: Die Wassertemperatur ist deutlich gestiegen.

Um die Wasserqualität zu verbessern, hat die Gemeinde einige Ideen. "Wir versuchen Maßnahmen wie Wasser abzulassen und Schlamm zu behandeln. Das ist aktuell unser Vorschlag, den wir mit den Fachbehörden prüfen", so der Bürgermeister. Für die Odelzhausener ist der Weiher die einzige mögliche Badestelle in der näheren Umgebung. Ob er eines Tages – wie einst in Trinkls Jugend – wieder zum beliebten Treffpunkt für Badegäste wird, kann der Bürgermeister allerdings nicht versprechen.

Amerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels stand, der Meerhofsee liege in Alzhausen. Dies ist nicht korrekt, es handelt sich um Alzenau. Der Fehler wurde korrigiert.

Dieser Artikel ist erstmals am 6. Juni 2026 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel erneut publiziert.

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!