In Bayern hat sich erneut ein Mensch mit dem seltenen Bornavirus infiziert. Die Infektion sei im Landkreis Erding nachgewiesen worden, teilte das Landratsamt mit. Zum Gesundheitszustand der Person äußerte sich die Behörde bislang nicht. Damit solle verhindert werden, dass niemand Rückschlüsse auf die Person ziehen kann, wie eine Sprecherin des Landratsamtes Erding auf BR24-Anfrage mitteilte. Auch zum Alter, Geschlecht oder Wohnort gab es demzufolge keine Informationen.
Erkrankung sehr selten, aber lebensbedrohlich
Erkrankungen mit dem Bornavirus sind außerordentlich selten, verlaufen aber in der Regel lebensbedrohlich. In Bayern sind vergangenes Jahr zwei Menschen im Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm und eine weitere Person im Landkreis Tirschenreuth gestorben.
Karte: Mutmaßliches Verbreitungsgebiet des Bornavirus BoDV-1
Karte: Mutmaßliches Verbreitungsgebiet des Bornavirus BoDV-1
Symptome: Kopfschmerzen, Fieber, Sprachprobleme
Eine Infektion mit dem Bornavirus führt beim Menschen in der Regel zu einer schweren Gehirnentzündung. In den meisten Fällen zeigen sich ein allgemeines Krankheitsgefühl, Kopfschmerzen und Fieber. Später kommt es häufig zu neurologischen Einschränkungen – wie Sprachproblemen oder motorischen Störungen beim Gehen, bis der Erkrankte nach wenigen Tagen oder Wochen in ein Koma fällt.
Übertragung meist durch Feldspitzmäuse
Die Übertragung des Bornavirus erfolgt nach bisherigen Erkenntnissen meist durch Kontakt zur Feldspitzmaus und deren Ausscheidung. Um einer Infektion vorzubeugen, rät das Landratsamt Erding, lebende oder tote Spitzmäuse nicht mit bloßen Händen zu berühren.
Bei Arbeiten mit möglichem Kontakt zu den Ausscheidungen sollte man vorsorglich FFP2- oder FFP3-Masken tragen, etwa beim Kehren von Schuppen. Wer eine tote Feldspitzmaus findet, sollte sie erst einmal mit Reinigungs- oder Desinfektionsmittel benetzen. Dann könne man sie in einer verschlossenen Plastiktüte beseitigen, so ein weiterer Tipp. Umfassende Informationen zum Bornavirus gibt es auch auf den Seiten des Bayerischen Landesamts für Gesundheit (externer Link) und beim Robert Koch-Institut (externer Link).
Mit Informationen von dpa
Im Video: Bornavirus – extrem selten, extrem gefährlich
BR24 vor Ort: Das Bornavirus.
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