Feuerwehrmänner stehen in einem Wald und proben den Ernstfall eines Waldbrandes.
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In den Sommermonaten sind Waldbrände keine Seltenheit. Eine Spezialeinheit könnte helfen.
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In den Sommermonaten sind Waldbrände keine Seltenheit. Eine Spezialeinheit könnte helfen.

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Braucht Bayern Spezialkräfte gegen Waldbrände?

Braucht Bayern Spezialkräfte gegen Waldbrände?

In Bayern soll eine Spezialeinheit für den Kampf gegen die immer häufigeren Waldbrände gegründet werden. Das fordert zumindest die Landtags-SPD. An der Feuerwehr-Basis in Oberfranken findet die Idee einer "Bavarian Wildfire Task Force" Zuspruch.

Über dieses Thema berichtet: Abendschau am .

In den Sommermonaten sind Waldbrände keine Seltenheit. Um besser darauf vorbereitet zu sein und größerer Brände besser Herr werden zu können, könnte eine Spezialeinheit helfen. Nachbarländer machen es vor.

Feuerwehrübung: Der Wald brennt

Feuerwehrautos brausen mit Blaulicht in ein Wohngebiet in Kirchehrenbach im Landkreis Forchheim. Die Einsatzkräfte machen sich eilig ein erstes Bild von der Lage, rollen Wasserschläuche aus, greifen zu Äxten: Start der Waldbrandübung "Roter Ahorn". Im Übungsszenario brennt der Wald, der hier ganz dicht an die Häuser heranreicht. Nebelmaschinen simulieren Rauch und Qualm. "Der Funkenflug, der Wind kommt runter vom Wald, droht auch die Gebäude zu erfassen, und jetzt müssen die Einsatzkräfte die Fahrzeuge richtig positionieren, müssen schauen, zwischen welchen Häusern können sie die Flammen angreifen, wo können sie rein", erklärt Sebastian Müller, der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Kirchehrenbach, die heutige Herausforderung.

Waldbrandbekämpfung mit Handwerkszeug

Ein Waldbrand mit hüfthohen Flammen wird in Kirchehrenbach simuliert. Eine schweißtreibende Herausforderung bei Lufttemperaturen deutlich über 30 Grad. Die Feuerwehrleute arbeiten sich in den Wald vor, bekämpfen die Flammen und versuchen, das Feuer einzudämmen, mit recht einfacher Ausrüstung: "Wir brauchen Handwerkszeug, es muss der Waldboden umgegraben werden. Wir müssen Glutnester freilegen. Als Nächstes werden die Löschrucksäcke gleich hinterhergehen und die Glutnester ablöschen", so Müller.

Harter Job für Ehrenamtliche

Die 25 Feuerwehrleute aus Kirchehrenbach sind alle Ehrenamtliche. Neben Beruf und Familie engagieren sie sich in ihrer Freizeit in der Feuerwehr. Bei der Übung mit dabei sind auch die Feuerwehr aus Ebersbach, einem Ortsteil von Neunkirchen am Brand, die sich auf Waldbrände spezialisiert hat. Außerdem ist das Waldbrand-Tanklösch-Fahrzeug aus Erlangen vor Ort. Die Stadt Erlangen hat es vor einigen Jahren angeschafft. Über solch großes Gerät verfügen aber nur die wenigsten Feuerwehren.

Gegen große Walbrände braucht es großes Gerät

Was würde also passieren, wenn die Freiwillige Feuerwehr Kirchehrenbach den Brand nicht so schnell wie in der Übung unter Kontrolle bringen würde, wenn sie hier tage- oder gar wochenlang löschen müsste? Das würde die Ehrenamtlichen zweifellos an ihre zeitlichen und körperlichen Grenzen bringen. Hier will die Landtags-SPD mit der Bavarian Wildfire Taskforce ansetzen. Diese soll vom Freistaat finanziert werden und über modernes und schweres Gerät verfügen, das kleine Wehren nicht haben und auch nicht anschaffen können. Lagezentren sollen im Frankenwald, im Bayerischen Wald und an den Chiemgauer Alpen entstehen, mit schwerem Gerät wie Planierraupen, aber auch mit Drohnen.

Feuerwehr-Kommandant: An Nachbarländern orientieren

Der Kirchehrenbacher Feuerwehr-Kommandant unterstützt den Vorstoß. "Es ist bestimmt sinnvoll, Großgerät vorzuhalten. Unsere Nachbarländer machen es uns vor, in Italien, in Frankreich, Spanien ist das gang und gäbe", sagt Müller. Diese Länder hätten allerdings auch kein so dichtes Netz an Freiwilligen Feuerwehren, um Waldbrände schon im Entstehen zu löschen. Bei großen Waldbränden wäre die Taskforce zweifelslos eine Bereicherung, meint Sebastian Müller. "Wenn man zum Beispiel den Waldbrand in der Sächsischen Schweiz anschaut, der sich über Tage, über Wochen gezogen hat, wenn man dann Spezialkräfte zur Verfügung hat, zur Unterstützung der kommunalen örtlichen Feuerwehren, dann ist das bestimmt eine tolle Bereicherung", meint der Kommandant.

Freiwillige Feuerwehr unterstützt Pläne für Wildfire Task Force

Denn irgendwann sei das Kontingent an Freiwilligen Feuerwehren erschöpft. Und wie kräftezehrend die Arbeiten sind, das wurde auch bei der Übung in Kirchehrenbach deutlich. "Natürlich sind wieder bestimmte Punkte aufgetreten, die wir uns notiert haben, die wir jetzt dann in die nächste Aus- und Fortbildung wieder einfließen lassen, Stück für Stück. Aber insgesamt eine tolle Leistung heute Abend", lobt der Kommandant seine Kameraden. Egal wie anstrengend ihr Ehrenamt ist, sie wissen, dass sie im Katastrophenfall ihr Wissen anwenden können. Dennoch könnten sie die Unterstützung einer Waldbrand-Spezialeinheit im Ernstfall gut gebrauchen.

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