Thorsten Glauber und Gisela Sengl in der "jetzt red i"-Arena
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Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) und Gisela Sengl (Grüne) diskutierten bei "jetzt red i" über Maßnahmen gegen Bayerns Trockenheit.
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Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) und Gisela Sengl (Grüne) diskutierten bei "jetzt red i" über Maßnahmen gegen Bayerns Trockenheit.

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Umweltminister Glauber: "Wir sind keine Regenmacher"

Umweltminister Glauber: "Wir sind keine Regenmacher"

Er könne nicht für mehr Regen sorgen, wolle aber besser mit dem vorhandenen Wasser umgehen, so Umweltminister Glauber. Helfen kann da der "Wassercent" – allerdings kommt von der Grünen-Abgeordneten Sengl bei "jetzt red i" Kritik an der Umsetzung.

Über dieses Thema berichtet: jetzt red i am .

Monika Meitinger ist Almbäuerin in Bergen im Chiemgau und gibt Wanderern seit einiger Zeit etwas mit auf den Weg: "Bitteschön, nehmt’s euch euer Wasser selber mit!" Denn sie braucht es, um ihre Tiere zu versorgen – und das Wasser ist knapp. Auch die derzeit starken Regenfälle können nicht über Bayerns Rekordtrockenheit in diesem Frühjahr hinwegtäuschen. Meitinger musste deshalb auf jeden Tropfen aufpassen, wie sie in der BR-Sendung "jetzt red i" in Ruhpolding berichtete.

Auch Ludwig Bödecker, Kreisobmann der Almbauern, fürchtet um die Wasserversorgung seiner Rinder. Er sieht die Artenvielfalt in Gefahr und fragt Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler), ob die Almwirte in Zukunft durch den Freistaat Bayern besser unterstützt werden: "Ist beim Wassercent auch noch was da für diese Maßnahmen?"

Wasser wird teurer

Der "Wassercent", ein Wasserentnahmeentgelt für Grundwasser, gilt ab Juli 2026. Dann müssen Wasserentnehmende zehn Cent pro 1.000 Liter bezahlen, wobei es einen Freibeitrag von 5.000 Kubikmetern und Ausnahmen gibt, etwa für Unternehmen. Der Freistaat Bayern rechnet mit jährlichen Einnahmen von rund 70 Millionen Euro. Geld, das schon jetzt heiß begehrt ist, wie sich in der "jetzt red i"-Arena zeigte.

So fragt auch Biobauer Andreas Huber aus Wonneberg bei Waging nach finanzieller Unterstützung. Er bewässert seine Pflanzen mit nur einem Liter pro Quadratmeter. "Wir tun, was wir machen können, aber ich denke, dass die Regierung mehr machen kann", sagt Huber. Er wünscht sich, dass der ökologische Landbau mit den Einnahmen des "Wassercents" unterstützt wird. Schließlich speichere dieser das Wasser wie ein Schwamm und helfe so in Trockenperioden.

Glauber: Verteilung der Einnahmen muss gerecht sein

Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) dämpft die Erwartungen der Redner. Über den Wassercent sagt er: "Wir haben ihn noch nicht eingenommen und er ist schon siebenmal ausgegeben." Die Liste der Wünsche sei endlos lang, aber die Verteilung des Geldes müsse gerecht sein.

Klar ist: Die Einnahmen aus dem "Wassercent" müssen zweckgebunden investiert werden, etwa in den Wasserschutz oder die nachhaltige Wasserbewirtschaftung.

Thorsten Glauber, FW, bayerischer Umwelt- und Verbraucherminister, bei "jetzt red i" im BR Fernsehen
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Thorsten Glauber, FW, bayerischer Umweltminister: "Wir sind keine Regenmacher"

Umweltminister Glauber: "Wir sind keine Regenmacher"

Und Glauber stellt klar: "Wir sind keine Regenmacher." Aber er wolle besser mit dem vorhandenen Wasser umgehen. Über die neuen finanziellen Möglichkeiten für diese Aufgabe freut sich Glauber: "Ich bin gottfroh, dass wir diese 70 Millionen haben, um für die Zukunft, für kommende Generationen, Grundwasserschutz zu realisieren."

Auch Gisela Sengl, Landesvorsitzende der Grünen in Bayern, begrüßte die Einführung des Wassercents grundsätzlich: "Natürlich sind wir froh, dass ihr das endlich kopiert habt, unsere Idee." Gleichzeitig kritisiert sie das Umweltministerium dafür, im Zuge der Gesetzesnovelle eine Chance verpasst zu haben: Eine Pflicht für den Einbau eines Wasserzählers gebe es weiterhin nicht.

Gisela Sengl, Landesvorsitzende der Grünen in Bayern, bei "jetzt red i" im BR Fernsehen
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Gisela Sengl, Grüne, Landesvorsitzende: "Das finde ich haarsträubend"

Klimaforscher Prof. Kunstmann sieht Problem für die Wissenschaft

Das kritisiert auch Professor Harald Kunstmann, Direktor des Zentrums für Klimaresilienz an der Universität Augsburg. Denn ohne Wasserzähler gebe es keine Daten – ein “großes Problem” für die Wissenschaft, sagt Kunstmann. So bleibe unklar, wie viel Wasser wirklich entnommen werde. Das sei aber wichtig, um das Phänomen der Wasserknappheit und der tiefer werdenden Wasserstände zu erfassen: "Nur, wenn wir es verstehen, können wir auch evidenzbasiert Anpassungsmaßnahmen vorschlagen."

Grünen-Politikerin Sengl: "Bitte, bitte, nehmt das endlich ernst!"

Glauber entgegnet, dass auch er gerne alles "durchdigitalisiert" hätte, das Gesetz aber im Landtag anders beschlossen worden sei. Perspektivisch sei er aber der Meinung, dass es in einer Zeit der Digitalisierung dennoch viele digitale Zähler geben werde. Gisela Sengl allerdings überzeugt das nicht: "Bitte, bitte, nehmt das endlich ernst!"

Andreas Thiele vom Deutschen Alpenverein (DAV) berichtet, wie man der Trockenheit zumindest im Kleinen erfolgreich begegnen kann. Die Traunsteiner DAV-Sektion betreibt eine Hütte – und das sehr wassersparsam: Sie nutzt eine eigene Quelle, Oberflächenwasser und führt das Wasser mit einer Pflanzenkläranlage zurück in die Natur. Wenn es trotzdem mal knapp wird, hilft laut Thiele nur eins: "Dann werden die Duschen zugesperrt, dann werden die Waschräume abgeriegelt und dann muss man mal ein bisschen müffeln." Zumindest auf der Berghütte ist das eine Lösung.