Die Proben habe gerade erst begonnen, doch hinter den Kulissen wird bereits geflüstert. Welche Politikerinnen und Politiker beim Starkbieranstich auf dem Nockherberg derbleckt werden und in welchem Setting das Singspiel stattfindet, ist wie jedes Jahr ein gut gehütetes Geheimnis. Am Mittwoch hat die Paulaner Brauerei, Hausherrin des Polit-Spektakels, erste Einblicke gegeben.
Wieder dabei sind alte Bekannte wie Thomas Unger, der bereits zum vierten Mal den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) verkörpert und sich zur Vorbereitung bereits im "Fränkeln" übt. Gerhard Wittmann gibt wieder seine Paraderolle des Münchner Oberbürgermeisters Dieter Reiter (SPD) zum Besten. Neu dazu kommen ein Darsteller und gleich mehrere Rollen.
Norgauer schlüpft von Männer- in Frauenrolle
Die wohl größte Veränderung erlebt Schauspielerin Nikola Norgauer. In den vergangenen Jahren mimte sie den ehemaligen Bundeskanzler Olaf Scholz, diesmal schlüpft sie in die Rolle einer Frau: Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas. "Ich hab den Herrn Scholz sehr, sehr gern gespielt", sagt Norgauer im Gespräch mit BR24, "aber jetzt so eine gegensätzliche Figur mir aneignen zu dürfen, das genieße ich sehr." Anders als der Ex-Kanzler gehe Bas in ihrer Art zu sprechen "total raus". "Da ist sie total bürgernah und kumpelhaft", so Norgauer.
Eine andere Frauenrolle feiert ihr Wiedersehen auf dem Nockherberg: Nach einem Jahr Pause spielt Sina Reiß wieder die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katharina Schulze. "Ich komme mit einem Wumms zurück", sagt sie. Das Publikum dürfe sich erneut auf eine Power-Performance freuen, so Reiß, aber: "Dieses Jahr kann sie vielleicht nicht ganz so frei sein wie sonst". Für sie als Schauspielerin sei das "eine schöne Herausforderung".
Ein großer Unbekannter aus der Bundespolitik
Rätsel gibt auch Thomas Limpinsel auf: Zuletzt spielte er Ex-Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck, in diesem Jahr bleibt seine Rolle geheim. "Ich bin umgezogen, sozusagen", sagt der Schauspieler. Zumindest so viel lässt er sich entlocken: Es handelt sich um einen Bundespolitiker, einen Anzugträger, der "durchaus schwierig" zu parodieren sei. Also eine große Rolle? "Ungefähr 1,86 Meter", grinst Limpinsel.
Schon zum sechsten Mal auf der Nockherberg-Bühne steht Wowo Habdank. Von 2014 bis 2018 spielte er den Grünen-Politiker Anton Hofreiter, in diesem Jahr verwandelt er sich erstmals in Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU). "Das ist so ungefähr das Gegenteil", lacht Habdank. Bei Hofreiter sei es ihm leicht gefallen, Besonderheiten zu finden, die er auf der Bühne parodieren konnte, "etwa sein Gang und sein Lachen". Bei Dobrindt habe er etwas länger suchen müssen, erzählt der Schauspieler.
In weiteren Rollen stehen in diesem Jahr David Zimmerschied als Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Judith Toth als bayerische Agrarministerin Michaela Kaniber (CSU) und Stefan Murr als Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) auf der Bühne.
Bühnenbild: Eine gruselige, bunte Düsterheit
Noch viel zurückhaltender als bei ihren eigenen Rollen sind die Darstellerinnen und Darsteller, wenn es um das Bühnenbild geht. Noch proben sie nicht im endgültigen Setting, aber sie durften schon einen Blick auf die geplanten Kulissen werfen. "Ich hab's gesehen und dachte: 'Hammer!' Wir tauchen in eine ganz ganz andere Welt ein", schwärmt Reiß, will aber nicht mehr verraten. Auch Norgauer freut sich: "Das Bühnenbild ist ganz toll."
"Es hat was Düsteres, aber auch was Buntes", orakelt Thomas Limpinsel, "eine bunte Düsterheit sozusagen". Habdank fühlt sich "an etwas Gruseliges" erinnert. Gibt es etwa ein Comeback des Horror-Krankenhauses aus dem Singspiel im Jahr 2024? "Nein", widerspricht der Schauspieler, "in diese Richtung geht es ganz und gar nicht."
Der Starkbier-Anstich samt Fastenrede und Singspiel wird am 04. März live ab 19 Uhr vom BR Fernsehen übertragen und in der ARD Mediathek gestreamt.
Im Video: Was die Darsteller über das Bühnenbild verraten
Die Schauspieler des Singspiels beschreiben das Bühnenbild für die diesjährige Starkbierprobe auf dem Nockherberg.
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