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CSU-Minister fühlen sich von Weber "nicht richtig gehört"

CSU-Minister fühlen sich von Weber "nicht richtig gehört"

Mit seinem Pfingstbrief zur Lage der CSU hatte EVP-Chef Weber Diskussionen ausgelöst. Nun hat Weber Post aus Bayern bekommen – mit scharfer Kritik an seiner Arbeit. Beklagt werden EU-Verordnungen und dass man sich "nicht richtig gehört" fühle.

Über dieses Thema berichtet: Bayern-2-Nachrichten am .

Mit ungewohnt kritischen Worten fordern CSU-Minister aus Bayern von ihrem Parteikollegen Manfred Weber mehr Einsatz zugunsten der Land- und Forstwirtschaft im Freistaat. Spitzenvertreter des Bayerischen Bauernverbandes, des Bayerischen Waldbesitzerverbandes und der Familienbetriebe Land und Forst Bayern "monierten vehement, dass sie von den Ansprechpartnern der EU-Ebene und auch von Dir nicht richtig gehört, sondern vertröstet oder gar nicht erst wahrgenommen würden", heißt es in einem Schreiben von Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) und Europaminister Eric Beißwenger (CSU) an den EVP-Chef und CSU-Vize Weber.

Zwei EU-Verordnungen "wie ein Damoklesschwert" über Bayern

Konkret beziehen sich Kaniber und Beißwenger bei ihrer Kritik auf die Naturwiederherstellungs- (NRL) und die Entwaldungsverordnung (EUDR) (externer Link) der EU. "Wie ein Damoklesschwert hängen diese beiden unseligen Verordnungen über unserer jahrhundertealten bayerischen Heimat", heißt es im Schreiben der Minister, welches der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Es drohten "massive Eingriffe ins Eigentum" und realitätsferne Bürokratievorgänge, so die Minister. Zudem warnten sie vor einer Verknappung von Bauland wegen der Kosten für Ausgleichsflächen, die in der Wiederherstellungsverordnung geplant sind. 

Anspielungen auf Webers Pfingstbrief zur Lage in CSU 

"Lieber Manfred, zu Recht mahnst Du an, dass gute Politik dem Richtigen folgen muss. Dass Politik programmatisch führen und dem Gemeinwohl dienen muss und nicht mit Überschriften", schreiben die beiden CSU-Minister und spielen damit direkt auf den umstrittenen Pfingstbrief von Weber an, den viele in der CSU als direkten Angriff auf Parteichef Markus Söder verstanden hatten. Das fünfseitige Schreiben Webers las sich stellenweise wie eine Grundsatzkritik am Kurs der Partei – und damit auch an Söder, obwohl dessen Name im Brief nicht fiel. Der CSU-Vizevorsitzende und Partei- und Fraktionsvorsitzende der EVP im EU-Parlament fordert darin seine Partei auf, wieder stärker über Gemeinwohl, Zusammenhalt und neue Ideen zu sprechen. Die CSU müsse "dem Richtigen folgen".

Brandbrief fordert "endlich Resultate" von Weber 

Um die Brisanz für Weber zu unterstreichen, verweisen die Minister auf den Brandbrief der bayerischen Waldbesitzer, der Familienbetriebe Land und Forst sowie des bayerischen Bauernverbandes. Auch in dem der dpa vorliegenden Schreiben an Weber werfen die Autoren Weber vor, seinen politischen Einfluss nicht ausreichend zu nutzen: "Wir möchten Sie bitten, ihrer politischen Verantwortung als EVP-Fraktionsvorsitzender gerecht zu werden und sich gegen diese Vorhaben in der vorliegenden Form auszusprechen. Der ländliche Raum ist das politische Rückgrat der bürgerlichen Mitte und wir erwarten nun auch endlich Resultate."

Mit Informationen von dpa.

Ein neuer Brandbrief macht die Runde in der CSU - adressiert an den EVP-Chef Manfred Weber.
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Ein neuer Brandbrief macht die Runde in der CSU - adressiert an den EVP-Chef Manfred Weber.

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