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Der Winter ist zurück: Erhöhte Lawinengefahr in den Alpen

Der Winter ist zurück: Erhöhte Lawinengefahr in den Alpen

In den Allgäuer Alpen steigt erneut die Lawinengefahr. Wegen Neuschnee, Wind und instabiler Schneedecken rät der Deutsche Skiverband zu besonderer Vorsicht. Am Watzmann in Oberbayern wurde ein Mann bereits durch eine Lawine schwer verletzt.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Schwaben am .

Skitourengeher, Freerider oder Schneeschuhwanderer im Allgäu sollten aktuell besonders vorsichtig sein. Der Deutsche Skiverband warnt vor erhöhter Lawinengefahr in den Alpen. Denn frischer, relativ schwerer Neuschnee und starker Wind sorgen vor allem an steilen Hängen, in Rinnen und Mulden für gefährliche Triebschneeansammlungen. Der neue Schnee verbindet sich laut DSV nur schlecht mit der lockeren Altschneedecke. Schon ein einzelner Wintersportler könne deshalb ein Schneebrett auslösen.

Mann wird bei Lawinenabgang am Watzmann schwer verletzt

Am Watzmann-Hocheck im Berchtesgadener Land ist erst vergangenen Samstag (28. März) ein 64 Jahre alter Skitourengeher schwer verletzt worden. Er wurde laut Bergwacht Ramsau von einem Schneebrett mitgerissen. Seine Begleiter hätten den Mann ausgraben und Hilfe holen können. Ein Rettungshubschrauber brachte den 64-Jährigen ins Tal und dann weiter in eine Klinik in Traunstein.

Weiterer Neuschnee in den Alpen erwartet

Bis mindestens Mittwoch rechnen der Deutsche Wetterdienst und der DSV in den Alpen oberhalb von 800 Metern mit 10 bis 20 Zentimetern Neuschnee, oberhalb von 1.000 Metern seien bis zu 50 Zentimeter möglich. Hinzu komme starker Wind.

Die Empfehlung der Experten: Ohne aktuelle Informationen aus Lawinenlagebericht (externer Link) und Wetterbericht sollte keine Tour ins freie Gelände unternommen werden. Der Lawinenlagebericht wird vom Lawinenwarndienst Bayern täglich für die bayerischen Alpen herausgegeben, ist in vielen Skigebieten ausgehängt und per App abrufbar. Damit Wintersportler die Lawinengefahr besser einschätzen können, gibt es eine fünfstufige Skala: von Stufe 1 (geringe Lawinengefahr) bis Stufe 5 (sehr große Lawinengefahr). Mit erhöhter Gefahr sei bereits ab Lawinenwarnstufe 3 zu rechnen, bei dieser Stufe passierten die meisten Unfälle, heißt es in der DSV-Mitteilung.

Wintersportler sollen Notfallausrüstung dabei haben

Der DSV rät Tourengehern, Freeridern und Schneeschuhwanderern, die Lage "immer und ausnahmslos" vor jedem Aufstieg zu prüfen und Entscheidungen sehr defensiv zu treffen. Wer ins freie Gelände geht, solle nie ohne komplette Notfallausrüstung – Lawinenverschütteten-Suchgerät, Sonde, Schaufel und möglichst Airbag-Rucksack – starten und den Einsatz der Geräte vorher regelmäßig üben.

Viele Lawinenunglücke in diesem Winter

In den vergangenen Monaten ist es in den Bergen zu zahlreichen Lawinenabgängen und -unglücken mit Toten und Verletzten gekommen. Mitte Februar war unter anderem ein Skitourengeher bei Bad Hindelang von einer Lawine erfasst und tödlich verletzt worden. In Europas Gebirgen sind seit dem 1. Oktober 2025 laut European Avalanche Warning Service (EAWS), einem Zusammenschluss von Lawinenwarndiensten, mindestens 133 Menschen durch Lawinen ums Leben gekommen. Die höchste Zahl an Lawinentoten wurde demnach in Italien mit 38 Toten registriert, gefolgt von Frankreich mit 31 und Österreich mit 29 tödlich Verunglückten.

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