Nach acht Wochen im Trockendock ist die Andechs frisch saniert
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Die Andechs ist wieder am Steg in Utting
Bildrechte: BR / Robert Glawatz
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Die "Andechs" ist gerettet – alter Dampfer wieder in Utting

Die "Andechs" ist gerettet – alter Dampfer wieder in Utting

Der Schaufelrad-Dampfer "Andechs" von 1907 musste dringend in die Werft. Das schwimmende Vereinsheim der Bayerischen Seglervereinigung drohte gar zu sinken. Jetzt ist die "Andechs" saniert und schwimmt wieder auf dem Ammersee.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Oberbayern am .

Sie ist zurück: Die "Andechs" liegt wieder fest an ihrem angestammten Liegeplatz in Utting am Ammersee. Der alte Schaufelrad-Dampfer hat einiges hinter sich. Eigentlich ist das Schiff das Zentrum der Bayerischen Seglervereinigung (BSV). Alle Vereinsfeste, Treffen und Segelkurse finden auf dem Schiff statt. Das Schiff muss etwa alle zehn bis 15 Jahre in die Werft, um instand gehalten zu werden.

Doch diesmal musste früher saniert werden. Denn der Rost hatte die Andechs schwer angefressen – besonders den Rumpf. Von der Wand an der Seite drang Nässe ein und sammelte sich unten im Schiffsrumpf. Im schlimmsten Fall hätte das zu Löchern geführt und die Andechs wäre gesunken. Es war also fünf vor 12 für den alten Dampfer.

Spektakuläre Überfahrt in die Werft

Das große Problem bei der Überfahrt in die Werft nach Stegen: Die Andechs hat keinen eigenen Motor mehr. Also musste der 120-Tonnen Koloss mit Hilfe von zwei kleineren Booten über den Ammersee geschleppt werden.

Anfang März ist es soweit. Auch wenn die Andechs einmal kurz auf Grund lief, geht am Ende alles gut. Die Vereinsmitglieder sind überglücklich, als die Andechs im Trockendock einläuft. Dann geht die Arbeit allerdings erst richtig los. Das Schiff muss wieder flott gemacht werden.

Vereinsmitglieder investieren tausende Arbeitsstunden

Acht Wochen verbringt das Schiff schließlich im Dock. Dort wird der Rumpf geschweißt, die Wallschiene – quasi die Stoßstange des Schiffs – komplett erneuert und ein neuer Decksbelag wird auch noch verlegt. Hauptsächlich werden die Arbeiten dabei ehrenamtlich von den Mitgliedern der BSV durchgeführt. Am Ende kommen wohl insgesamt 4.000 Arbeitsstunden zusammen.

Andreas Berz hatte dabei die Bauaufsicht und hat die Arbeiten minutiös dokumentiert. Er spricht davon, dass die Vereinsmitglieder "unendlich viel" gemacht hätten. Außerdem gingen die Arbeiten auch noch schneller voran als gedacht. Und auch die Rückfahrt nach Utting lief dann wieder problemlos.

Kosten von mehr als 600.000 Euro

Die Segler gehen insgesamt von Kosten deutlich über 600.000 Euro aus. Den größten Teil stemmte die Bayerische Seglervereinigung selbst. Mehr als 92.000 Euro wurden online gesammelt. Laut John Höpfner, dem zweiten Vorsitzenden der BSV, waren aber auch etliche Förderzusagen maßgeblich für die Finanzierung – etwa von der deutschen Stiftung Denkmalschutz, von der CSU-Landtagsfraktion im Bayrischen Landtag und der Sportstättenförderung im Innenministerium.

Sanierung wird groß gefeiert

Nun ist die Andechs also wieder zurück. Jetzt müssen noch ein paar Rest-Arbeiten erledigt und die Andechs wieder komplett eingerichtet werden. Friedrich Schweizer, erster Vorsitzender der BSV, freut sich schon auf den Start der Segelsaison. Es sei einfach ein schönes Gefühl, wieder durch Utting zu laufen und die Andechs an ihrem angestammten Platz zu sehen. Da entstehe gleich eine Heimatstimmung.

Die Arbeiten sind laut Hafenmeister Robert Rohrmeier so gut gelaufen, dass das Schiff nun für 20 Jahre sicher sei. Die erfolgreiche Sanierung wird dann am 20. Juni zum 75. Jubiläum der BSV groß gefeiert – zur Freude der Segler wieder auf der Andechs, ihrem so innig geliebten schwimmenden Vereinsheim.