Sie ist recht blass, die Fastenbreze, die viele Bäckereien im südlichen Schwaben und dem Allgäu zur Fastenzeit anbieten. Sie steht für Verzicht, weshalb sie anders als die gängige Breze weniger gewürzt ist. Bäcker und Brot-Sommelier Andreas Speiser aus Kempten weiß, was dahintersteckt. "Die werden bei uns aus normalem Brezenteig gemacht, aber ohne Lauge. Das soll diese eher abgespeckter Fastenversion der Breze darstellen. Schmeckt ein bisschen nach Fastenzeit, nach Entbehrung", sagt Speiser. "Schmeckt fad", bestätigt eine Kundin, eine Laugenbreze sei ihr lieber.
Fastenbreze ist eine jahrhundertealte Tradition
Die Tradition der Fastenbreze gibt es seit mindestens 200 Jahren im süddeutschen Raum, nicht nur hier in Schwaben, sagt der Unterallgäuer Kreisheimatpfleger Christian Schedler aus Mindelheim. "Wir wissen aus Zeitschriften aus der Zeit um 1800, dass es in Regensburg und in der Oberpfalz Fastenbrezen gab, ab 1823 in München. Was nicht heißt, dass es das vorher nicht auch schon gegeben hat." Breze und Fastenbreze seien sehr beliebt gewesen, die Breze als knuspriges Gebäck und die Fastenbreze "eben als reduziertes Gebäck, nicht so ganz knusprig, ohne die Lauge in der Fastenzeit."
Die klassische Fastenbreze werde vor allem von älteren Kunden noch gekauft, sagt Bäcker Andreas Speiser. "Der jüngere Kunde, der weiß gar nicht, was das überhaupt sein soll oder was das ist."
Palmbreze aus Hefeteig
Speiser hat aber auch noch eine süße Variante im Angebot: die Palmbreze – zumindest immer bis Palmsonntag. "Das ist aus Hefeteig, ein leichter Hefeteig meistens, aus dem die Palmbrezen gemacht werden. Bei uns schneidet man die oben mit der Schere ein, dass die ausschauen wie ein Palmwedel, da kommt Hagelzucker drauf, die mag natürlich jeder, weil die süß sind, das ist wie ein kleines Stück Zopf."
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