Synchron die Piste runter Rutschen damit die Rennläufer ans Limit gehen können.
Synchron die Piste runter Rutschen damit die Rennläufer ans Limit gehen können.
Bild
Synchron die Piste runter Rutschen damit die Rennläufer ans Limit gehen können.
Bildrechte: BR/Stephan Nöhbauer
Schlagwörter
Bildrechte: BR/Stephan Nöhbauer
Audiobeitrag

Synchron die Piste runter Rutschen damit die Rennläufer ans Limit gehen können.

Audiobeitrag
>

Die stillen Helden der Kandahar-Abfahrt

Die stillen Helden der Kandahar-Abfahrt

400 Ehrenamtliche machen den Skiweltcup in Garmisch-Partenkirchen erst möglich. Sie rutschen, schleppen, schaufeln – bei jedem Wetter. Ein Blick hinter die Kulissen der legendären Kandahar, die an diesem Wochenende wieder stattfindet.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Oberbayern am .

Der Startton ertönt, die besten Skifahrer der Welt rasen vom Himmel in die Hölle - mit bis zu 140 Stundenkilometern - die Kandahar hinunter – und niemand denkt an sie. Dabei haben Paulina und ihre Mitstreiterinnen vom Skiclub Garmisch tagelang genau dafür gearbeitet: Für die perfekte Piste.

Rutscher ebnen die steile Piste

Paulina ist unter anderem als Rutscherin im Einsatz. Synchron gleitet sie quer zum Hang gestellt mit vier anderen Mädels den Tröglhang hinunter, einem der steilsten Abschnitte der berühmten Strecke. Dabei glätten sie jeden Hügel, jeden Schneebrocken, jede Unebenheit. Kein Loch darf bleiben, keine Welle, kein Buckel. Bei 140 km/h wäre das lebensgefährlich – je ruppiger die Piste, desto größer die Gefahr, dass ein Ski aufgeht.

Dauerregen stoppt alle Arbeiten

Anfang der Woche sah es noch schlecht aus. Dauerregen bis hoch zum Starthaus hatte den Schnee aufgeweicht. Für die Rennleitung eine heikle Situation: Jede Spur auf der Piste hätte fatale Folgen gehabt. Also blieben die Helfer unten im Tal. Der stellvertretende Rennleiter Valentin Betz betont, dass schon eine einzige Person das Rennen gefährden kann – wer in solchen Momenten Schwünge in den aufgeweichten Schnee zieht, macht die Piste womöglich unwiederbringlich kaputt.

Bildrechte: BR/Stephan Nöhbauer
Bildbeitrag

Die 25 jährige Paulina ist eine der Helferinnen beim Skiweltcup.

Wenn der Frost kommt, zählt jede Hand

Dann - über Nacht - hatte es aufgeklart. Die Piste war gefroren und die ganze Mannschaft stand bereit. Überall wurde gleichzeitig gearbeitet: Der Kurs wurde gesteckt, Fangzäune mit Schnee gepolstert, Unebenheiten geglättet. Für Paulina ein normaler Arbeitstag – körperlich fordernd, laut und kalt – und trotzdem freiwillig. Sie sagt, es sei genau das, was Teamarbeit ausmache: "Sobald einer aus der Reihe tanzt, stoppt alles."

Ohne Ehrenamtliche kein Weltcup

Rund 400 Leute stemmen diesen Weltcup – niemand von ihnen wird dafür bezahlt. Viele nehmen extra Urlaub, um dabei zu sein. Martina Betz, Präsidentin des Skiclubs Garmisch, sieht darin fast schon ein gesellschaftliches Modell: Vierhundert Ehrenamtliche, die in einer klaren Struktur zusammenarbeiten und ein Großereignis auf die Beine stellen, das Millionen verfolgen.

Das Geheimnis der schnellen Piste: Breznsalz

Und damit die Piste nicht nur eben, sondern auch blitzschnell ist, kommt am Ende noch ein alter Trick zum Einsatz: Breznsalz! Das Salz wird auf die Strecke gesprüht. Es bindet die Feuchtigkeit im Schnee, lässt die Oberfläche frieren und erzeugt so den harten Eispanzer, der die Kandahar so schnell macht. Auf diesem Eispanzer werden die Besten der Welt die Kandahar hinunterjagen. Die Kameras werden auf sie gerichtet sein. Möglich gemacht haben es mit ihrem Einsatz die ehrenamtlichen Helfer.

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht's zur Anmeldung!