Ein Fall, der vergangene Woche Schlagzeilen machte: Einige Hundert Wahlberechtigte haben vor der OB-Stichwahl am 22. März ihre Briefwahlunterlagen nicht erhalten. Stadtsprecherin Maria Proske sagte dem BR, dass es wohl Probleme bei der Zustellung gab, was eine DHL-Sprecherin in zwei Stellungnahmen gegenüber dem BR dementierte. Statt der angekündigten 15.900 seien nur gut 14.200 Briefwahlunterlagen zur Weitergabe angeliefert worden.
Viel Aufwand vor der Stichwahl
Das wiederum will Stadtsprecherin Proske nicht so stehen lassen: "Wir können mit Einlieferungsbeleg und Rechnung beweisen, dass wir dem Zustelldienst 15.900 Unterlagen übergeben haben." Es steht also Aussage gegen Aussage.
Die Folge: Die Stadtverwaltung musste mit Notmaßnahmen - wie zusätzliche Öffnungszeiten im Rathaus - gewährleisten, dass die Stichwahl korrekt ablaufen konnte. Alles ein riesiger Aufwand, so Proske. Eine Anfechtung des Wahlergebnisses stand nicht im Raum. Dazu war der Stimmenvorsprung von Wahlsieger Andreas Rother (SPD) zu groß.
Tausende Prospekte nicht verteilt worden
Postpannen gab es zudem bei der Passauer SPD. Darüber berichtete auch die Passauer Neue Presse [externer Link, möglicherweise Bezahlinhalt]. Fraktionssprecher Markus Sturm bestätigte dem BR, dass 15.000 Prospekte, die vor der Stichwahl hätten verteilt werden sollen, in den Haushalten nicht angekommen seien. Ebenso wenig Werbematerial, das einige Wochen davor hätte rausgehen sollen.
Nachfragen beim Zusteller hätten diese Pannen bislang nicht klären können, erklärte Sturm dem BR und spricht von einer "dreisten Vorgehensweise". Andreas Rother, der designierte Oberbürgermeister in Passau, von "Widersprüchen, die unbedingt geklärt werden müssen". Natürlich werde man sich über Schadensersatzforderungen unterhalten müssen, heißt es von der SPD. Ähnliches hört man auch aus dem Passauer Rathaus.
DHL: "Besonderes Augenmerk auf wichtige Post"
Zu den verschwundenen Werbematerialien der SPD möchte sich die DHL nicht weiter äußern, schreibt sie in einer Antwort auf eine BR-Anfrage. Generell bitte man um Verständnis, dass solche Angelegenheiten im Dialog mit den Kunden, in diesem Fall Stadt und Passauer SPD, geklärt werden müssten.
Bezugnehmend auf die verschwundenen Briefwahlunterlagen erklärte die Sprecherin, man habe sich auf deren Versand intensiv vorbereitet, sei sich der Verantwortung bewusst und habe selbstverständlich ein besonderes Augenmerk auf diese wichtige Post.
Redaktioneller Hinweis: Der Artikel stammt vom 25.03.2026. Wir haben am 26.03.2026 die Antwort der DHL ergänzt.
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