Die Stichwahl-Kandidaten Armin Dickl (CSU/links) und Andreas Rother (SPD)
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OB-Stichwahl in Passau: Hunderte Wahlbriefe verschwunden

OB-Stichwahl in Passau: Hunderte Wahlbriefe verschwunden

Eine Panne bei der Briefwahl sorgt in der Stadt Passau für Wirbel. Hunderte Briefwahlunterlagen für die anstehende Stichwahl des neuen Oberbürgermeisters sind verschwunden. Die Deutsche Post weist Vorwürfe gegen sie zurück. Woran hat es gehakt?

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Niederbayern am .

Hunderte Wahlberechtigte in Passau, die ihre Stimme für die OB-Stichwahl per Brief abgeben wollten, haben die Unterlagen dafür nicht erhalten. Als Grund nannte die Stadtverwaltung eine mögliche Panne bei der Zustellung: Die Wahlbriefe seien wohl im Rahmen des Zustellungsprozesses verloren gegangen, hieß es aus dem Rathaus. Die Deutsche Post dementiert das.

Bürger erhielten Wahlbriefe nicht

Laut Stadt sind Briefwahlunterlagen "im unteren dreistelligen Bereich" verschwunden. Diese waren adressiert an Wahlberechtigte in den Stadtteilen Grubweg, Hals, Zieglreuth und Sieglberg.

Auf die Panne aufmerksam wurde die Stadtverwaltung, weil mehrere Bürger sich gemeldet hatten, deren Unterlagen nicht angekommen sind. Das Magazin "Bürgerblick" berichtete als erstes darüber [externer Link; möglicherweise Bezahl-Inhalt].

"Die geschilderten Probleme im Zustellprozess liegen nach aktuellem Kenntnisstand im Verantwortungsbereich des Postdienstleisters", teilte die Stadt mit.

Deutsche Post wehrt sich gegen Vorwürfe

Die Deutsche Post hingegen schließt Probleme in der Zustellung nach eigenen Angaben aus. Wie es am Freitag von einer Pressesprecherin heißt, seien alle Briefwahlunterlagen, die eingegangen sind, auch laufzeitgerecht zugestellt worden. Angekündigt seien demnach 15.900 Briefwahlunterlagen gewesen – bei der Post seien aber am 13. März "nachweislich nur 14.213 Briefwahlunterlagen eingeliefert" worden.

In einem Schreiben der Post heißt es weiter: "Wir haben uns auf den Versand der vielen und wichtigen Wahlunterlagen in Passau intensiv vorbereitet und sind uns unserer Verantwortung bewusst. Dabei haben wir selbstverständlich ein besonderes Augenmerk auf diese wichtige Post."

Wer ist für die Briefwahl-Panne verantwortlich?

Warum kurz vor der Stichwahl zum Oberbürgermeister in Passau Briefwahlunterlagen verschwunden sind, bleibt unklar. Auf erneute Nachfrage bei der Stadt Passau heißt es am Freitagnachmittag: Die Post habe definitiv rund 15.900 Briefwahlunterlagen in Empfang genommen. Dafür gebe es auch einen Einlieferungsbeleg und die entsprechende Rechnung.

Heute jedoch sei eine aktualisierte Rechnung mit weniger Unterlagen bei der Stadt Passau eingegangen. Wo es nun gehakt hat, bleibt laut einer Sprecherin der Stadt also weiter im Dunkeln. Wichtig ist der Stadt nun laut eigener Aussage, dass jeder sein Wahlrecht ausüben könne und die Stichwahl am Sonntag korrekt abgewickelt werde. Im Nachgang wolle man dann prüfen, wie und warum es zu der Panne in Passau kam.

Wahlamt erweitert Öffnungszeiten

Wer betroffen ist und bis jetzt noch keine Wahlunterlagen erhalten hat, soll sich laut einem Schreiben der Stadt vom Freitagnachmittag "umgehend beim Wahlamt melden". Die Stadt Passau habe dafür ein "erweitertes Serviceangebot" eingerichtet – nämlich erweiterte Öffnungszeiten des Wahlamts: Laut Stadt hat das Amt am Freitag noch bis 18 Uhr und am Samstag von 7.30 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Für Rückfragen stehe ein Servicetelefon unter der Nummer 0851/396-116 zur Verfügung, heißt es weiter.

Schon am Mittwochabend hieß es: Eine postalische Abwicklung sei wegen des knappen Zeitraums nicht mehr möglich. Die Frist zur Beantragung von Briefwahlunterlagen endete am Freitag um 15 Uhr.

Kandidaten von SPD und CSU in der Stichwahl

Bei der OB-Stichwahl stehen sich am kommenden Sonntag Andreas Rother von der SPD und CSU-Kandidat Armin Dickl gegenüber. Passau hat etwa 41.500 Wahlberechtigte. Die Wahlbeteiligung lag im ersten Wahlgang bei 55 Prozent, gut 15.000 Bürgerinnen und Bürger nutzten die Möglichkeit der Briefwahl.

Transparenzhinweis: Der Artikel wurde am 20.03.2026 um 15.53 Uhr mit neuen Statements der Deutschen Post und der Stadt Passau ergänzt.

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