Taufpatin Charlotte Knobloch hat den Sekt traditionell an der Bordwand zerschellen lassen.
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Taufpatin Charlotte Knobloch hat den Sekt traditionell an der Bordwand zerschellen lassen.
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Taufpatin Charlotte Knobloch hat den Sekt traditionell an der Bordwand zerschellen lassen.

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Erstes Elektroschiff für den Tegernsee – altes Schiff wird Sauna

Erstes Elektroschiff für den Tegernsee – altes Schiff wird Sauna

Das erste Elektroschiff für den Tegernsee wurde offiziell getauft. Schon in den nächsten Tagen sollen die ersten Passagiere mit der neuen EMS Gmund über den See schippern. Ein altes Fahrgastschiff wird deshalb ausgemustert – und zur Sauna umgebaut.

Über dieses Thema berichtet: Abendschau - Der Süden am .

Mit einem lauten Knall ist die Sektflasche an der Bordwand zerschellt, wie es sich für eine Schiffstaufe gehört. Gesegnet wurde das Schiff nicht nur von einem katholischen und evangelischen Pfarrer, sondern auch von einem Rabbiner. Zudem war Charlotte Knobloch aals Taufpatin im Einsatz. Damit ist das erste Elektroschiff auf dem Tegernsee bereit für seine ersten Einsätze. Es ist etwa 25 Meter lang und hat Platz für 180 Fahrgäste. Schon in den nächsten Tagen sollen die erste Passagiere damit fast lautlos über den See gleiten können.

Kapitäne haben Boot bereits getestet

Einige Kapitäne wurden schon eingelernt, damit das Schiff so schnell wie möglich in Betrieb gehen kann. Schiffsführer Florian Fischbacher ist sehr zufrieden. Er findet, dass das neue Schiff viel schöner beschleunigt und bremst. Die Steuerung sei auch viel feiner.

Das neue E-Schiff wird nicht mehr mit einem großen Steuerrad, sondern mit einem Joystick gesteuert. Und auch Schiffsführer Reinhard Maier fühle sich bereits wie zuhause. Der Führerstand sei viel geräumiger und übersichtlicher im Gegensatz zur alten Gmund.

Batteriekapazität wie 70.000 Handyakkus

Dafür hat das neue Schiff mit 66 Tonnen ein ordentliches Gewicht. Denn im Inneren sind zwei große Batterieblöcke mit insgesamt 16 Batterien verbaut. Gemeinsam haben sie eine Kapazität von 1.150 kwh, das ist so viel wie etwa 70.000 Handyakkus. Diese Akkuleistung sei am Tegernsee auch notwendig, erklärt Betriebsleiter Stephan Herbst.

Denn die EMS Gmund soll auf der südlichen Rundfahrt eingesetzt werden und dort müssen in einer Stunde acht Anlegestellen angefahren werden. Das bedeutet: immer wieder abbremsen und beschleunigen. Das brauche viel Akku, so Herbst. Außerdem werden die Schiffe am Tegernsee bei kalten Temperaturen auch beheizt.

Mit 300 PS über den See

Damit das Schiff auch bei schlechtem Wetter und Wellengang genug Leistung hat, wurde ein Elektromotor mit umgerechnet etwa 300 PS verbaut. Alle etwa 20 Boote am Königssee haben gemeinsam nicht so viel Leistung wie dieser Motor, sagt Michael Grießer von der Bayerischen Seenschifffahrt. Und die Energie bringt das Schiff gut auf die Schraube, findet Kapitän Fischbacher.

Geladen werden kann das neue Schiff direkt am Stellplatz in der Werft. Auf dem Dach des Geländes wurden bereits einige PV-Module verbaut. Außerdem hat die neue Gmund auf dem Deck als Sonnenschutz einige Solarmodule. Am Starnberger See ist die MS Berg seit 2021 vollelektrisch unterwegs, damals das größte Elektroschiff auf einem Binnengewässer in Deutschland. Die Technik habe sich seither nochmal weiterentwickelt, so Grießer. Ein zweites Elektroschiff für den Tegernsee wurde bereits in Auftrag gegeben.

Altes Fahrgastschiff wird Seesauna

Gekostet hat das neue E-Schiff 4,2 Millionen Euro. Dafür wird ein betagtes Fahrgastschiff ausgemustert. Die alte MS Gmund ist Baujahr 1968 und wird bald ihre letzte Runde als Linienschiff auf dem Tegernsee drehen. Das Schiff darf aber am See bleiben. Das Tegernseer Bad Monte Mare hat sich das ausrangierte Passagierboot gesichert, um es als Saunaschiff umzubauen.

Ihr derzeitiges Saunaschiff, die Irmingard, sei nun schon 101 Jahre alt geworden. Der Schweiß habe seine Spuren hinterlassen und ein wenig undicht sei die alte Dame auch. Die MS Gmund sei etwas länger und breiter und hätte auch eine größere Fensterfront. Der Umbau der wilden 68er wird voraussichtlich ein paar Monate dauern. Im Winter soll die Seesauna schon zum ersten Mal angeheizt werden.

Bad Wiessee hat Pläne mit der alten Irmingard

Die Irmingard hat damit nach 18 Jahren bald als Saunaschiff ausgedient, verschrottet wird sie aber nicht. Für einen symbolischen Betrag von einem Euro zieht das betagte Boot auf die andere Seeseite nach Bad Wiessee. Was die Gemeinde damit vorhat, ist aber noch ein Geheimnis.

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