Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, diesmal filmhistorisch gewandet als schottischer Freiheitsheld William Wallace, wurde nach der Sendung regelrecht euphorisch. "Es war sensationell super. Es gibt keine bessere Veranstaltung auf der ganzen Welt!" Besonderer Dank gebühre der Oberpfälzer Feierwehr. "Ihr reißt eine Riesenlücke, danke für die Zeit mit Euch", so Söder.
Fastnacht in Franken mit starker Quote
Auch BR-Intendantin Katja Wildermuth lobte den gelungenen Fastnachtsabend. "Ich weiß nicht, wann ich an einem Abend zuletzt so viel gelacht habe. Es war intensiv und schön, ich habe es sehr genossen."
Genossen haben Fastnacht in Franken auch viele Menschen vor den Fernsehgeräten. Fast 2,9 Millionen Menschen waren bundesweit live in Veitshöchheim dabei. Rund 1,8 Millionen schauten in Bayern zu - fast jeder zweite Fernsehzuschauer. Ein sehr gutes Ergebnis - trotz starker Konkurrenz: zeitgleich war die Eröffnung der Olympischen Winterspiele zu sehen.
Politiker in ungewohnten Outfits
Brüllend komisch und albern, tiefschürfend nachdenklich und manchmal sogar rührend: Die vierstündige Live-Sendung aus den Mainfrankensälen in Veitshöchheim malte auch diesmal wieder ein buntes Bild in allen emotionalen Farben. Farbig und phantasievoll auch die Kostüme vor der Bühne.
Digitalminister Fabian Mehring (Freie Wähler) als Sir Cyberhold, Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) als Engel Aloisius, der Fraktionsvorsitzende der Landtags-SPD Holger Grießhammer als Eiskönig oder die Fraktionsvorsitzende der Grünen in Bayern Katharina Schulze als Meerjungfrau Arielle.
Neulinge und eine Überraschungspremiere
Kabarettist Philipp Weber aus Amorbach rechnete mit dem deutschen Gesundheitssystem ab: "Ich sage es, wie es ist, meinen letzten Facharzttermin… den hab' ich von meinem Opa geerbt!" Zum ersten Mal dabei auch Janina Fuchs aus Oberfranken. Die "Forchheimer Gaafergoschn" machte sich über sinnlose Diäten und unrealistische Filme lustig. Das Eröffnungslied "Es lebe unsere Fasenacht" schmetterte diesmal die Rhönerin Laura Rahm.
Eine besondere Überraschung war Nachwuchstalent Leonard Wolf aus Waigolshausen. Der Zwölfjährige kam mit seiner Tuba auf die Bühne, blies gekonnt das Frankenlied und zeigte sein unerschrockenes Showtalent auch bei seiner Bütt über die kulturellen Unterschiede im fränkisch-oberpfälzischen Elternhaus.
Altneihauser Feierwehrkappell´n – grandioses Finale
Apropos Franken und die Oberpfalz: Die Altneihauser Feierwehrkapell´n zog das letzte Mal über die fränkische Bühne ein. Sie zeigten noch einmal, dass Kommandant Norbert Neugirg nicht nur eine spitze Zunge hat, sondern der Trupp auch aus exzellenten Musikern besteht.
"Zeit, die Sendung von den Stößen uns’rer Hörner zu erlösen, bevor es uns aus Altersgründen nicht mehr gelingt hinauszufinden."
Spontaner Saal-Rundgang von Waltraud und Mariechen
Einer der Höhepunkte wie immer: Der Rundgang durchs Publikum von Waltraud und Mariechen. Volker Heißmann und Martin Rassau hatten in ihren Paraderollen der beiden Witwen wie immer treffende Kommentare zu den Kostümen parat.
Die Vorsitzende der SPD Ronja Endres musste sich die Frage gefallen lassen, ob sie sich ihren Job selbst ausgesucht hat oder von einer Zeitarbeitsfirma hingeschickt wurde. Zu Markus Söder, der erneut als Filmfigur gekommen war, bemerkten die Damen mit Narrenfreiheit, jetzt bleibe eigentlich nur noch "Ein Schweinchen namens Babe" fürs nächste Jahr übrig.
Klamauk und Komik
Fastnacht in Franken – das ist Musik, Tanz, aber auch es darf auch mal einfach nur albern sein. Etwa bei Lubber und Babbo, den beiden liebenswerten Steigerwäldern, die diesmal als Fahrradfahrer auf die Bühne kamen. Oder in einem Sketch, in dem Volker Heißmann und Martin Rassau einen radebrechenden Touristen aus Franken im Italienurlaub aufs Korn nahmen.
Ines Procter sinnierte über Online-Dating in Zeiten, in denen "der mittlere Ring nochmal zwei Spuren mehr bekommen hat". Michl Müller aus der Rhön erzählte von seinem Wellnessurlaub im Bayerischen Wald mit einer sächselnden Mitarbeiterin. Gewohnt spitz und musikalisch rasant war wie immer Matthias Walz, der diesmal als Alleinunterhalter Walter den Saal zum Kochen brachte.
Aufruf zur Versöhnung in schwierigen Zeiten
Die gegenwärtige gesellschaftliche Spaltung hatte schon Büttenredner Peter Kuhn von der Schwarzen Elf aus Schweinfurt beklagt. Er trat diesmal als Märchenonkel auf und las den Großkopferten wie immer hochpoetisch die Leviten. So erzählte er von der Schneekönigin "Alice" und einem zerschlagenen Märchenspiegel, dessen Splitter nun das Land spalten. "Und die Moral von der Geschicht’? Nun, die verrat ich diesmal nicht! Mal selber drüber nachgedacht – das wäre schlau! Euer Märchenonkel sagt nun gute Nacht! Helau!"
Einen Aufruf zur Versöhnung setzte Bauchredner Sebastian Reich. In einem Gesangstrio schlichtete er den Zwist zwischen Nilpferddame Amanda und Schwein PigNic. Denn: "Wir könnten alle Freunde sein. Dann wäre keiner mehr allein. Egal woher du bist, weil alles purer Zufall ist." Er wollte mal etwas riskieren und nachdenkliche Töne in der Sitzung anschlagen, so der Bauchredner: "Jetzt bin ich sehr froh und erleichtert, dass es so gut angekommen ist", sagte er direkt nach seinem Auftritt.
Musik und Tanz in Perfektion
Ein ganz besonderer musikalischer Höhepunkt diesmal: Der Auftritt des A-Cappella-Quartetts Viva Voce aus Ansbach. Als Überflieger am Airport Veitshöchheim bleibt neben ihren perfekten Gesangsparodien bekannter Songs vor allem das wunderschöne Bühnenbild mit einer nachgebauten Gangway in Erinnerung.
Scheinbar mühe- und schwerelose Tanzauftritte auf höchstem sportlichem Niveau lieferten unter anderem der Deutsche Meister im Gardetanz, die "Selleriegarde" der Buchnesia Nürnberg. All das machte die vier Stunden "Fastnacht in Franken" erneut zu einer perfekten Mischung.
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