Rund 30 Kinder purzeln in der Krabbelgruppe des Familienstützpunkts Weißenburg über Bälle und Matten. Einmal pro Woche können die Familien hierherkommen, damit die Kleinen zusammen spielen und die Eltern sich austauschen können. Unkompliziert und niederschwellig.
Viele kommen schon lange hierher. Wie Melissa Jemai. Sie war schon mit ihrer großen Tochter bei der Krabbelgruppe. "Ich nutze es sehr gerne, weil man sich mit den anderen Eltern gut austauschen kann", findet sie. So sieht das auch Hendrik Raabe. Er kommt jede Woche mit seinem einjährigen Sohn zum Familienstützpunkt. "Es ist ein schönes Angebot: sich zusammensetzen und ein bisschen sozial aktiv sein. Auch mit kleinen Kindern", sagt er.
Krabbelgruppe als Türöffner
Angebote wie die Krabbelgruppe sind "Türöffner" für die Sozialpädagoginnen der Familienstützpunkte. Niederschwellige Angebote, bei denen Eltern und Kinder einfach vorbeikommen können – und bei Bedarf mehr Unterstützung bekommen.
"Es ist tatsächlich so, dass ganz oft Beratungen zustande kommen, weil das Angebot so niederschwellig ist und sich dann Familien leichter öffnen", erzählt Tamara Schmidt vom Familienstützpunkt Weißenburg. Aus den Gesprächen kristallisieren sich die Fragen der Familien heraus. Oft sind es Alltagsfragen, die Eltern bewegen: Erziehung, Ernährung oder der Schlaf der Kinder.
Familienstützpunkte als Lotsen
Manche Familien kommen aber auch mit schwerwiegenderen Problemen in die Familienstützpunkte. "Wir sind keine Behörde. Zu uns kommt man vielleicht eher, wenn man eine Frage hat. Wir haben aber viele Netzwerkpartner, mit denen wir zusammenarbeiten. Wir wissen dann auch, an welche Stellen sich die Eltern wenden können", erklärt Alexandra Nieberle vom Familienstützpunkt in Treuchtlingen. Die Familienstützpunkte übernehmen damit auch eine Art Lotsenfunktion.
Familienbildung als Kernaufgabe
Laut dem Bayerischen Sozialministerium werden über sie in Bayern mehr als 60 Prozent der Familien erreicht. Seitdem das Förderprogramm vor etwa 13 Jahren aufgelegt wurde, sind im Freistaat mehr als 200 Familienstützpunkte entstanden.
Das Angebot ist dabei jeweils unterschiedlich – und orientiert sich an den Bedürfnissen vor Ort: Vorträge, zum Beispiel zum Thema "Mehrsprachig aufwachsen", kreative Angebote, Ausflüge auf den Pferdehof oder eine Märchenstunde.
"Ganz wichtig bei allen Angeboten ist uns der familienbildnerische Kern. Dass die ganze Familie involviert ist, sich miteinander beschäftigt und eine gute Zeit zusammen hat", sagt Tamara Schmidt.
Prävention statt "Feuerwehr"
Finanziert werden die Familienstützpunkte vom Landkreis, den jeweiligen Städten und einem Träger – im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen ist das das Bayerische Rote Kreuz Südfranken. Organisatorisch sind sie ans Jugendamt angebunden.
Für das Amt sind sie ein wichtiger Partner, sagt Susanne Ott von der Koordinierungsstelle Familienbildung am Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen. "Wir sind als Jugendamt oft Feuerwehr und haben Probleme von Familien, mit denen wir uns beschäftigen und die zu uns kommen", sagt Susanne Ott. Mit den Familienstützpunkten könnte der Landkreis im Vorfeld präventiv etwas anbieten.
Unterstützung für Familien
Ob Krabbelgruppe, Vortrag oder Ausflug: Die Familienstützpunkte sollen Familien mit Kindern im Alter von Null bis 18 Jahren in den Herausforderungen des Alltags unterstützen.
Alle Angebote der Familienstützpunkte im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen und die weiterer Netzwerkpartner finden sich online unter familie.altmuehlfranken.de (externer Link).
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