Zwanzig Jahre waren die Oberpfälzer Frotzeleien gegen Franken bei der Prunksitzung des Fastnacht-Verband Franken so sicher, wie das Amen in der Kirche. Doch nun ist Schluss: Die Oberpfälzer Invasoren von der "Altneihauser Feierwehrkapell’n" werden in diesem Jahr ein letztes Mal nach Veitshöchheim pilgern und der Fastnacht in Franken beiwohnen.
"Altneihauser Feierwehrkapell’n": Der Störtrupp aus der Oberpfalz
Ursprünglich wurden die Oberpfälzer eingeladen, um den Franken als "Störtrupp" den Marsch zu blasen. Das kam so gut an, dass die Feierwehr samt Kommandanten Norbert Neugirg zwanzig Mal gegen die Franken und ihren Frankenwein pöbeln durften. Doch nun sei Schluss, so Neugirg.
Das macht auch die Leiterin von BR Franken, Anja Miller, nach erfolgreicher Zusammenarbeit wehmütig: "Sie geben nach 20 Jahren bei Fastnacht in Franken auf, ihren Oberpfälzer Spott über unser schönes Frankenland und den Frankenwein auszuschütten." Das sei - so sollte man meinen - eine gute Nachricht, die die Franken jedoch wehmütig mache, so Miller weiter, "weil die Altneihauser Feierwehr über die Jahre ein ganz besonderer Teil der fränkischen Fastnachtfamilie geworden ist."
Die Altneihauser Feierwehrkapell'n 2006 in Veitshöchheim
Kommandant Neugirg: Wollen Platz machen für Jüngere
Die "Altneihauser Feierwehrkapell'n" wurde 1985 vom Kommandanten der Truppe, Norbert Neugirg, erfunden. Benannt hat sich der "Haufen" nach dem Felshaufen Altneuhaus im Naturschutzgebiet Waldnaabtal bei Windischeschenbach im Oberpfälzer Wald. Auch nach ihrer Zeit bei der Fastnacht in Franken soll es die Kapelle noch geben, so Neugirg, doch er habe das Gefühl es sei jetzt an der Zeit "Platz zu machen für Jüngere", so der Kommandant weiter.
Er verabschiedet sich in gewohnter Manier mit einem Reim: "Zwanzig Jahre anzuecken im Frankenfastnacht-Haifischbecken, grub sich in die Gesichter ein, genauso wie der Frankenwein. Die Altneihauser Feierwehrkapell’n muss sich ihrem Alter stell’n, und wird bei Fastnacht in Franken zum letzten Mal durchs Fernsehn wanken."
Die Feierwehrkapell'n hört auf - keine leichte Entscheidung
Getreu dem Motto: "Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist" geht die "Altneihauser Feierwehrkapell‘n" nach der Live-Sendung am 6. Februar im BR Fernsehen in den wohl verdienten Fastnacht-Ruhestand. Für den letzten Auftritt in der Live-Sendung wird bereits fleißig geprobt und am Text gefeilt.
Die Kapelle freut sich darauf, auch wenn ihnen der Abschied schwerfällt: "Wollen wir dann spielen, bis man sagt und schreibt, ‚jetzt hört endlich auf, eure Zeit ist vorbei?‘", so Norbert Neugirg. Soweit wolle es der Kommandant der Truppe nicht kommen lassen.
Ein letztes Mal live bei der Fastnacht in Franken
Bei der Fastnacht in Franken 2026 am 6. Februar um 19 Uhr im BR Fernsehen dürfen sich die Fastnacht-Fans noch einmal auf die "Altneihauser Feierwehrkapell’n" freuen. Neben dem "Störtrupp aus der Oberpfalz" stehen weitere Fastnacht-Stars wie Michl Müller, Sebastian Reich und Matthias Walz sowie die "Närrische Putzfraa" Ines Procter auf der Bühne in Veitshöchheim. Und so viel sei verraten: Für die ein oder andere Überraschung ist in der Live-Sendung natürlich auch gesorgt.
Bei der Fastnacht in Franken 2025
Dieser Artikel ist erstmals am 27.01.2026 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel erneut publiziert.
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