Autos stauen sich im August 2025 auf der A7 beim Grenztunnel Füssen.
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Autos stauen sich im August 2025 auf der A7 beim Grenztunnel Füssen.
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Ferienbeginn: Härtetest für Durchfahrtsverbote im Ostallgäu

Ferienbeginn: Härtetest für Durchfahrtsverbote im Ostallgäu

Der ADAC warnt vor Staus am Pfingstwochenende. Brisant könnte die Lage auf der A7 vor dem Füssener Grenztunnel werden. Neue Durchfahrtsverbote sollen verhindern, dass Reisende bei Stau abfahren und über Schleichwege nach Österreich tingeln.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Schwaben am .

Die Koffer sind gepackt, die Vorfreude ist groß: Für viele Kinder in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt starten heute die Pfingstferien. Doch auf die Euphorie folgt für Autoreisende bekanntlich schnell die erste Geduldsprobe: Der ADAC warnt vor Staus auf allen größeren Autobahnen in der Nähe der Grenze zu Österreich. "Trotz gestiegener Spritpreise erwarten wir vor allem am Freitagnachmittag und am Samstagvormittag erhöhtes Verkehrsaufkommen", sagt Bastian Hambalgo vom ADAC.

Besonders interessant werde die neue Situation an der A7 im Ostallgäu, wenn die Ampel am Füssener Grenztunnel auf Rot schaltet und die Blockabfertigung den Verkehr ausbremst.

Härtetest für neue Durchfahrtsverbote an der A7

Seit Februar 2026 gilt in den Anrainergemeinden ein neues Durchfahrtsverbot: Bei Stau auf der A7 dürfen Reisende nicht mehr von der Autobahn abfahren, um über Schleichwege nach Österreich zu tingeln; Schilder in der Nähe der Autobahnausfahrten weisen auf dieses Verbot hin. Die Hoffnung: Die Blechlawinen bleiben so auf der Autobahn und rollen nicht durch kleine Ortschaften wie Nesselwang, Pfronten oder Füssen, die seit vielen Jahren unter dem Reiseverkehr leiden.

Auch wenn die Schilder für die Durchfahrtsverbote bereits seit Februar stehen, dürften die Pfingstferien die erste große Härteprobe sein: Erfahrungsgemäß kommt es am ersten Ferienwochenende vor dem Grenztunnel zur Blockabfertigung und zu kilometerlangen Staus. "Das wird ein erster richtiger Test, ob es an den absoluten Spitzentagen funktioniert", sagt der Bürgermeister von Nesselwang, Pirmin Joas (CSU).

Er glaube daran, dass die Verbote Wirkung zeigen, zumindest habe er das an einzelnen Tagen bereits feststellen können. Aber: Der Effekt trete vor allem dann ein, wenn kontrolliert wird. Wenn die Polizei vor Ort sei, werde das Verbot sehr gut eingehalten, wenn die Kontrolle nicht stattfinde, nicht ganz so. Es brauche auch eine gewisse Zeit, bis es bekannt und angenommen werde. Seines Wissens nach sind die Durchfahrtsverbote bereits auf neueren Navigationsgeräten hinterlegt und es werden keine Umleitungen über kleinere Gemeinden mehr vorgeschlagen.

Anwohner kritisieren schlechte Umsetzung der Durchfahrtsverbote

Ganz so optimistisch ist Barbara Bak aus Pfronten nicht. Sie hatte mit einer Petition für die Schilder gekämpft. "Wir sind froh, dass es jetzt diese Durchfahrtsverbote gibt, aber sie sind schlecht umgesetzt." Sie geht davon aus, dass manche Anwohner in diesen Pfingstferien wieder nicht mehr aus ihren Hofeinfahrten kommen und alltägliche Wege zum Einkaufen und zum Arzt zur Qual werden, wenn sich die Autokolonnen durch die Straßen schieben.

Bak kritisiert drei Dinge. Erstens seien die Schilder schlecht platziert, da sie teils mehr als einen Kilometer von der Autobahnausfahrt entfernt stehen. "Das ist zu spät, wer dreht da noch um?" Zweitens glaubt sie nicht, dass die Schilder große Wirkung zeigen, solange nicht alle Navigationsgeräte auf die Durchfahrtsverbote hinweisen.

Nach eigenen Tests würden Kartenanbieter bei Staus immer noch Ausweichrouten über Anrainergemeinden vorschlagen. Drittens – und das ist für Bak der größte Kritikpunkt – würden die Durchfahrtsverbote zu wenig kontrolliert. "Im Prinzip müsste an solchen Ferienwochenenden überall die Polizei stehen und die Menschen mit einem Bußgeld zurückschicken." Das passiere aber nicht.

Polizei: Kontrolle nur in Ausnahmesituationen

Tatsächlich erklärt das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West, dass eine präventive Kontrolle der Durchfahrtsverbote nicht stattfindet, also keine Polizeibeamten an neuralgischen Punkten fest stationiert seien. Dafür fehle es an Personal. Es werde im Einzelfall entschieden, wann eine Kontrolle umsetzbar und dringend nötig sei. Unabhängig von den Durchfahrtsverboten empfiehlt die Polizei Reisenden, auf der Autobahn zu bleiben, denn die Fahrt über Schleichwege verlagere den Stau nur und dauere mindestens genauso lange.

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