Das Frankenjura zählt zu den höhlenreichsten Karstgebieten Deutschlands: Über 4.000 Höhlen wurden bisher entdeckt. Hinter vielen dieser Entdeckungen stehen ehrenamtliche Höhlenforscher wie Matthias Conrad und ihre Vereine. Damit eröffnen sie einen ungewohnten Blick auf die Heimat, den im Prinzip jeder nachvollziehen kann, denn: "Grundsätzlich sind die meisten Höhlen in Bayern offen, d.h. für die Allgemeinheit frei zugänglich", sagt der 2. Vorsitzende der Forschungsgruppe Höhle und Karst Franken (FHKF, externer Link). Interessierte müssen allerdings einige Regeln kennen und beachten.
Ehrenamt und Wissenschaft Hand in Hand
Mit ihrem Engagement wollen die ehrenamtlichen Höhlenforscher die sensible Unterwelt schützen und erhalten – und wissenschaftliche Projekte nach Kräften unterstützen. Die Vereinsmitglieder erschließen und kartieren Höhlen, begutachten geologische Formen oder bauen Messgeräte auf, um Klimadaten zu erheben. Je nach Forschungsauftrag übergeben sie Gesteinsproben oder auch Funde wie Knochen oder von Menschen gemachte Werkzeuge an die Universitäten.
Conrad und sein Team sind selbst während der gesetzlichen Fledermaus-Schutzzeit im Einsatz. "In den Wintermonaten, in denen die Höhlen für die Allgemeinheit verschlossen sind, erfassen wir die Fledermauspopulation", erklärt der Höhlenforscher. "Wie verändert sie sich über die Jahre, und: Muss da mehr geschützt werden?".
Sperrungen aus "gutem Grund"
Neben dem Fledermausschutz von Oktober bis März gibt es für eine Reihe von Höhlen lokale Zutrittsverbote. Bergauf-Bergab hat den FHKF-Vorsitzenden Patrick Winkelmann bei zwei Höhlenbefahrungen begleitet. Er erklärt: Für Sperrungen gebe es immer einen guten Grund. Wenn "paläontologische oder archäologische Dinge gefunden wurden, die besonders schützenswert sind. Teilweise ist es auch der Höhlenschutz, bei besonderen Höhlen mit ganz besonderen Formationen".
Erkundungen niemals allein unternehmen
Manche Sperrungen sollen auch unbedarfte Besucher schützen, denn in der Unterwelt lauern eine Reihe von Gefahren: Dunkelheit, Enge, kein Handy-Empfang, kein Navi, Wasserläufe oder – in Schachthöhlen – Abgründe, die etliche Meter in die Tiefe stürzen. "Die Kondition, physisch wie auch mental, mit der Dunkelheit und Abgeschiedenheit umgehen zu können: Das ist etwas, an was man sich langsam rantasten sollte", rät Conrad im Bayern2 Rucksackradio.
Wer sich dennoch zutraut, eine frei zugängliche Höhle zu erkunden, dem empfiehlt er: "Geh niemals allein! Wir gehen im Verein immer zu dritt. Man sollte sich im Klaren sein, welche Ausrüstung brauche ich: Helm, mindestens zwei Lampen, passendes Schuhwerk“. Zum Sicherheitskonzept der Höhlenforscher gehört außerdem eine vereinbarte Alarmzeit, nach der automatisch eine Rettungsaktion ausgelöst wird.
Tipps für Höhlen-Einsteiger
Wer sich mit dem Thema Höhle noch nie beschäftigt hat, der sollte besser mit Schauhöhlen einsteigen (externer Link), meint Conrad. Je nach Konzept kann man sie frei durchlaufen oder an Führungen teilnehmen. Für Einsteiger geeignet sind auch die Höhlenwanderwege im Fränkischen, bei denen man an Kleinhöhlen vorbeikommt oder – wie z.B. bei der Durchgangshöhle in Muggendorf – sogar mittendurch wandert (externer Link).
Abseilen in die Dunkelheit
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