Schützen des Vereins Andreas Hofer Wiesenthau
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Für Vereine wird der Sportstättenbau immer schwieriger

Für Vereine wird der Sportstättenbau immer schwieriger

Nach wie vor unterstützt der Freistaat Bayern 2026 den vereinseigenen Sportstättenbau mit 26,8 Millionen Euro. Doch die Baukosten steigen und Fördermöglichkeiten werden weniger.

Über dieses Thema berichtet: Stadt Land Leute am .

In einem Monat wird das Andreas-Hofer-Schützenheim in Wiesenthau im Landkreis Forchheim offiziell eingeweiht. Es war ein langer und auch beschwerlicher Weg. 2020 wurde dem Verein der Pachtvertrag gekündigt. Aufgeben oder weitermachen, war die Frage. Die Mitglieder entschieden sich für den Neubau des Schützenhauses. Es ging an die Planung. Dann kamen Corona und der Ukrainekrieg mit exorbitant steigenden Materialkosten. Nur durch Hunderte Stunden Eigenleistung schaffte es der Verein aus der Fränkischen Schweiz.

Anträge, Formulare, Antragsformulare

Die Vorstände Johannes Pieger und Florian Drummer sind im Laufe der Jahre Experten in Sachen Antragstellung für Fördermittel geworden. Vor sechs Jahren begannen die beiden Ehrenamtlichen in ihrer Freizeit, den Bau eines neuen Schützenhauses in der Fränkischen Schweiz in Angriff zu nehmen. "Es gibt da keinen Ablaufplan, wie man Fördermittel beantragt, welche es gibt. Man muss sich einlesen, informieren, und das kostet Tage, bis man weiß, was förderfähig ist und wie, wo und bis wann man Anträge einreicht", so Florian Drummer.

Bekommen hat der Schützenverein 25 Prozent Regelzuschuss nach den Bayerischen Sportförderrichtlinien. Weitere 20 Prozent wurden den Schützen aus dem Sonderförderprogramm für Vereine in strukturschwachen Gebieten genehmigt. Doch der Bau musste erst einmal komplett vorfinanziert werden. Erst nach Abschluss und entsprechender Einreichung von Dokumenten fließen die Fördergelder.

Selbst ist der Verein

Der Verein bekam zwei Privatdarlehen und hatte einiges durch Veranstaltungen ansparen können. Eine Baufirma konnten sich die Wiesenthauer aber nicht leisten, denn es gab nur ein begrenztes Budget, das finanzierbar war für so einen Bau mit modernster Schießanlage, Küche und behindertengerechter Toilette.

Der Vorteil von Vereinen auf dem Land: Unter den Mitgliedern befinden sich viele Handwerker, Planer, Architekten. Und nur so ging es auch. Eine ehrenamtlich geleistete Handwerkerstunde konnte mit bis zu 18 Euro (Facharbeiter) angerechnet werden. "Wir haben alles selber gemacht, vom Mörtel anmachen bis zum Mauern. Nur so ging es. Alles andere hätten wir uns nicht leisten können", so Johannes Pieger.

Moderne Anlage – mehr junge Mitglieder

Für die 220 Mitglieder des Schützenvereins Andreas Hofer zeigte sich aber auch: Der Bau mit modernster Technik und attraktivem Vereinsheim bringt neue Mitglieder. In den letzten drei Jahren wuchs die Zahl um zehn Prozent, vor allem bei den unter 29-Jährigen.

Angesichts des Wirtshaussterbens werden die Vereine aber auch immer wichtiger für die Gesellschaft: Sie organisieren Veranstaltungen, laden zum geselligen Treffen ein.

Fördermittel fließen nur noch spärlich

Der Verein in Wiesenthau hatte noch Glück. Denn das bayerische Sonderförderprogramm für strukturschwache Regionen ist Ende letzten Jahres ausgelaufen. Eine Neuauflage sei nicht vorgesehen, so das Innenministerium. Und auch die Bewerbungsfrist für das Förderprogramm des Bundes im Rahmen des Sondervermögens ist bereits beendet. Es wird damit immer schwerer, Gelder als Verein für den Sportstättenbau zu bekommen.

Jetzt versucht der Verein einen anderen Weg: Crowdfunding über die Bank vor Ort. Sie wollen ein Lichtfunkgerät für die jüngsten Sportschützen anschaffen. 2.500 Euro sollen dafür durch private Unterstützung zusammenkommen. Einfach, ohne Antrag und Vorfinanzierung.

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