Der Deutsch-Syrer Wadah Aldabel sitzt mit dem zwei Irakern Imad und Mousa an einem Tisch.
Der Deutsch-Syrer Wadah Aldabel sitzt mit dem zwei Irakern Imad und Mousa an einem Tisch.
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Als er aus Syrien floh konnte Wadah Aldabel kein Wort Deutsch. Heute übersetzt er als als ehrenamtlicher Dolmetscher für andere Geflüchtete.
Bildrechte: BR/Iris Tsakiridis
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Als er aus Syrien floh konnte Wadah Aldabel kein Wort Deutsch. Heute übersetzt er als als ehrenamtlicher Dolmetscher für andere Geflüchtete.

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Geflüchtete als Integrationshelfer: Unterstützung auf Augenhöhe

Geflüchtete als Integrationshelfer: Unterstützung auf Augenhöhe

Wadah Aldabel konnte nach seiner Flucht aus Syrien kein Wort Deutsch und brauchte Hilfe. Heute übersetzt er selbst ehrenamtlich für andere Geflüchtete. Wegen eines besonderen Gastes bei einer Preisverleihung in Augsburg flossen bei ihm die Tränen.

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Für Imad und seinen Sohn Mousa ist in Donauwörth noch einiges fremd, auch die deutsche Sprache. Die beiden Iraker sind erst seit einem knappen Jahr in Bayern. Wadah Aldabel ging es genauso, als er 2015 vor dem Krieg in Syrien geflohen ist. "Das ist ein ganz komisches Gefühl", sagt Wadah Aldabel. "Man kann nicht mal selbst einkaufen. Da muss man mit den Händen und Füßen sprechen."

Hilfe bekam er in der Anfangszeit von ehrenamtlichen Dolmetschern. Das war enorm wichtig für ihn, denn ein Honorar für professionelle Dolmetscher konnte er sich kurz nach der Flucht nicht leisten. Heute, mehr als zehn Jahre später, spricht er selbst Deutsch. "Und deswegen mache ich jetzt das, was ich damals bekommen habe", sagt er.

Geflüchtete im Ehrenamt: Kein Einzelfall

Auf dem kippeligen Tisch in einem Eiscafé liegen Formulare mit kleinen Kästchen zum Ankreuzen, freien Feldern, in denen Daten abgefragt werden oder Unterschriften benötigt werden. "Es geht um einen Antrag für den Schwerbehindertenausweis für Mousa", sagt Wadah Aldabel. Für Imad und Mousa übersetzt er die komplizierten Passagen ins Arabische und geht mit ihnen alles Schritt für Schritt durch.

Fabienne Kroiss von der Flüchtlings- und Integrationsberatung der Caritas in Donauwörth kennt Wadah Aldabel, seit er nach Deutschland gekommen ist. Früher kam er, um hier Hilfe zu bekommen. Jetzt engagiert er sich ehrenamtlich – wie auch andere Geflüchtete, sagt Kroiss: "Wir haben geflüchtete Frauen, die hier in Donauwörth ins Altenheim gehen und mit den Senioren basteln und nähen. Wir haben Geflüchtete, die sich bei der Caritas-Möbelfundgrube ehrenamtlich engagieren." Da die Ressourcen der Caritas begrenzt sind, ist Fabienne Kroiss auf solches Engagement angewiesen.

Wadah Aldabel: "Als Frau Merkel reinkam, habe ich geweint"

Der Caritasverband der Diözese Augsburg verlieh im September den Elisabethpreis für gesellschaftliches Engagement. Auch Wadah Aldabel war eingeladen, denn im Rahmen der Verleihung wurde im Saal ein Film über seine Geschichte gezeigt. Unter den Gästen war auch die Preisträgerin und ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel. "Als ich da gesessen habe und Frau Merkel reinkam und dann später mein Film gezeigt wurde vor ihr und allen anderen, habe ich ein bisschen geweint", sagt Wadah Aldabel. Auf seinem Handy hat er ein gemeinsames Foto mit der ehemaligen Kanzlerin.

Der Familienvater arbeitet als stellvertretender Filialleiter im Einzelhandel und ist in der Freiwilligen Feuerwehr aktiv. Inzwischen hat er die deutsche Staatsbürgerschaft. "Ich wünsche mir, dass die anderen Geflüchteten sich in dieser Kultur integrieren, denn unsere Zukunft ist hier", sagt Wadah Aldabel. Mit seinem Engagement will er anderen Geflüchteten helfen, in Deutschland einen ähnlichen Weg zu gehen. Auch den Irakern Imad und Mousa, die noch am Anfang stehen.

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