Fahnen im Vordergrund, dahinter ein Traktor
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Traktor fährt auf das Gelände des Staatsgut Grub
Bildrechte: BR / Cornelia Benne
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Groß und teuer? Bayerns Staatsgüter unter Spardruck

Groß und teuer? Bayerns Staatsgüter unter Spardruck

Sie sind als Bildungs- und Forschungsbetriebe für die Landwirtschaft gedacht, an historisch gewachsenen Standorten. Doch in Zeiten knapper Kassen müssen die neun Staatsgüter gut erklären, warum und wofür sie Geld ausgeben, und wo sie sparen können.

Über dieses Thema berichtet: Unser Land am .

Neun Staatsgüter, 26 Standorte, 500 Gebäude: Bayerns landwirtschaftlicher Staatsbesitz ist groß – und teuer. Gedacht sind sie als Bildungs- und Forschungsbetriebe für die Landwirtschaft. Nun werden Einsparungen und Umstrukturierungen geplant. Regionen und Verbände kritisieren die Maßnahmen.

Viele Standorte, hohe Kosten

Die neun Staatsgüter mit unterschiedlichen Schwerpunkten sind über ganz Bayern verteilt. Kringell ist der Öko-Standort, für die Rinderhaltung sind der Spitalhof Kempten und die Staatsgüter Achselschwang, Almesbach und Grub zuständig. Für Geflügel das Staatsgut in Kitzingen, die Schweinehaltung steht im Staatsgut Schwarzenau im Vordergrund, in Freising geht’s um den Pflanzenbau und in Schwaiganger um Pferde.

Zu den neun Hauptstandorten gehören noch sieben Versuchsstationen und zehn Außenstellen, 26 Standorte insgesamt. Mit 500 Gebäuden, die zum Teil unter Denkmalschutz stehen. Dazu 2.800 Hektar landwirtschaftliche Flächen und ein großer Tierbestand. All das muss in Schuss gehalten werden.

Die Staatsgüter gehören dem Freistaat Bayern, sie sind aber ein eigenständiger Wirtschaftsbetrieb mit Anton Dippold als Geschäftsführer. Seit 2021 wurden rund 100 Millionen Euro in die Infrastruktur investiert, 14 Millionen in Sanierungen. Jetzt gibt es ein Konzept für neue Ausgaben und geringfügige Einsparungen. Anton Dippold erklärt: "Es steht nicht im Mittelpunkt, einen bestimmten Einsparbetrag zu erwirtschaften, sondern: Was können wir mit unseren Mitteln bestmöglich für die bayerische Landwirtschaft tun."

Oberster Rechnungshof hat die Staatsgüter im Blick

Die Ausgaben der Staatsgüter prüft der Bayerische Oberste Rechnungshof regelmäßig und fordert klare Aussagen dazu, welche Ziele hinter Investitionen stecken. In seinem letzten Bericht von 2025 wurden einige Missstände auf den Gütern bemängelt, zum Teil schon mehrfach. Bereits 2013 haben die Prüfer angeregt, am Staatsgut Kitzingen einen neuen Legehennenstall zu bauen. Erst nächstes Jahr wird er gebaut, für 10 Millionen Euro. Auf dem Staatsgut Schwaiganger schimmelt der Pferdestall. Jetzt wird ein neuer Junghengststall gebaut, für rund 2 Millionen Euro.

In welche Bereiche Geld und Investitionen fließen, entscheiden die Staatsgüter zusammen mit dem Landwirtschaftsministerium. Die Bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber spricht am Rande der Agrarministerkonferenz in der BR-Fernsehsendung "Unser Land" von einer "gezielten und bewussten Neustrukturierung". Sie versichert, dass die neun Standorte erhalten bleiben, aber einzelne Gebäude oder Bereiche könnten abgegeben oder anders organisiert werden.

Mehrwert für Forschung und Bildung als Ziel

Um mehr Geld für Bildung und Forschung freizumachen, sind jetzt erste Einsparungen geplant. So soll die Außenstelle "Baumannshof", die zum Staatsgut Freising gehört, künftig aufgegeben werden. Hier wurden Versuche zu Arznei- und Gewürzpflanzen und zu Sonderkulturen gemacht, wie Erdnüsse oder Reis. Echte Nischen in der Landwirtschaft. Forschung dazu soll künftig auf den Betrieben, die solche speziellen Kulturen anbauen, stattfinden.

Kritik an Sparplänen aus den Regionen und von Verbänden

Auch die Außenstelle Guglhör bei Murnau mit einer traditionsreichen Gaststätte wird nicht weiter betrieben, dort wurden gefährdete Nutztierrassen gehalten. Vor Ort gab es deswegen laute Kritik, vor allem der Erhalt der Gaststätte wurde gefordert. Geschäftsführer Anton Dippold will das Geld aber für die Landwirtinnen und Landwirte einsetzen. Die würden nicht verstehen, wenn Gelder, die für Bildung eingesetzt werden könnten, für moderne Ställe, für die Entwicklung von Verfahren, stattdessen in die Ertüchtigung einer Gastwirtschaft gesteckt werden.

Die Pläne für 30 Öko-Zuchtsauen samt Nachwuchs in Kringell kamen in der Region und bei der Landesvereinigung für ökologischen Landbau (LVÖ) nicht gut an. Im Herbst 2027 wird der Stall aufgegeben, er ist für Forschungszwecke zu klein. Ein Rückschritt für die Ausbildungslandschaft im Ökolandbau, kritisiert Maria Hohenester von der LVÖ, denn das war der einzige Öko-Schweinestall zu Ausbildungszwecken in Bayern. Ersatz entsteht nicht bei den Staatsgütern, sondern an der Hochschule Triesdorf. Dort wird 2028 ein großer, neuer Bio-Schweinestall eröffnen.

Im Video: Bayerns Staatsgüter unter Spardruck

Der Rechnungshof kritisiert hohe Kosten bei Bayerns Staatsgütern. Nun könnten die Gaststätte Guglhör und der Öko-Zuchtsauenstall in Kringell schließen.
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Der Rechnungshof kritisiert hohe Kosten bei Bayerns Staatsgütern.

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