Bei der Generalsanierung der Bahnstrecke Nürnberg–Regensburg ist Halbzeit. Bei einem Vor-Ort-Termin in Laaber im Landkreis Regensburg zog die Deutsche Bahn nun eine positive Zwischenbilanz nach zweieinhalb Monaten Bauzeit. Laut Gerd-Dietrich Bolte, Vorstand der DB InfraGO, liegen die Arbeiten sowohl im Zeitplan als auch im Kostenrahmen.
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Lob für Generalsanierung seitens der Politik
Auch Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) informierte sich über den Stand der Bauarbeiten und zeigte sich beeindruckt. "Wenn es überall so läuft wie hier, dann muss man die Korridorsanierungen unbedingt fortführen, denn eine andere Möglichkeit sehe ich nicht. Wir haben keine Jahrzehnte Zeit, um das mühsam in Kleinprojekten durchzuziehen." Ulrich Lange (CSU), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, zeigte sich mit der ersten bayerischen Korridorsanierung zufrieden. Verglichen mit den anderen Generalsanierungen in der Bundesrepublik sei Bayern das Musterbeispiel. Laut Lange investiert der Bund insgesamt 22 Milliarden Euro in diesem Jahr in den Ausbau der Schiene. Allein vier Milliarden Euro fließen nach Bayern.
Sanierungsarbeiten liegen im Plan
Seit dem Start der Generalsanierung arbeiten zahlreiche Bautrupps - insgesamt bis zu 2.000 Arbeiter gleichzeitig - daran, die Infrastruktur grundlegend zu modernisieren. Ziel ist es, die Strecke langfristig zuverlässiger, leistungsfähiger und weniger störanfällig zu machen. Nach Aussage von DB InfraGO-Vorstand Bolte stünden nun die nächsten Schritte an: "Jetzt kommt natürlich in den nächsten Wochen die entscheidende Phase: das Prüfen und Abnehmen insbesondere der Signaltechnik."
87 Kilometer Gleise schon erneuert
In den zweieinhalb Monaten seit Baustart im Februar wurden 87 Kilometer Gleise erneuert sowie etwa 12 Kilometer Oberleitungen ausgetauscht und 1.000 Oberleitungsmasten aufgestellt. Auch 53 Weichen und technische Komponenten der Leit- und Sicherungstechnik sind bereits modernisiert worden.
Ein Schwerpunkt der Sanierung liegt auf der Erneuerung stark beanspruchter Streckenabschnitte. Hier wurden alte Schienen, Schwellen und Schotter komplett ersetzt. Das ist größtenteils mit großen Gleisumbauzügen wie "Katharina, die Große" oder "Heinrich, der Starke" passiert.
Ersatzverkehr mit Bussen funktioniert
Für Pendlerinnen und Pendler sowie den Güterverkehr bedeutet die Sanierung allerdings weiterhin Schienenersatzverkehr. Dadurch verlängern sich die Fahrzeiten zwar deutlich, aber nach anfänglichen Problemen und Anpassungen im Fahrplan seien diese jetzt zu 96 Prozent pünktlich, so die Bahn.
Am 10. Juli soll die Strecke wieder für den Zugverkehr freigegeben werden. Parallel startet aber bereits im Juni auch die Generalsanierung der Strecke von Obertraubling nach Passau. Dort werden die Gleise vom 14. Juni bis zum 12. Dezember gesperrt - so die Planung der Bahn. Auch auf dieser Route müssen Reisende dann auf die purpurfarbenen Ersatzbusse umsteigen - und sie hat Auswirkungen weit über die Region hinaus.
Großbaustelle Nürnberg-Regensburg: Bahn im Plan
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