Die Große Drüsenameise ist zwar winzig klein, doch sie verursacht Riesenprobleme. Diese invasive Art baut nicht nur einzelne Nester, sondern sie bildet sogenannte Superkolonien, die miteinander verbunden sind. Zudem nutzt die Ameisenart Hohlräume, beispielsweise an Gebäuden oder Stromkästen – und wird damit zu einer echten Plage in Wohngebieten. In Bayern sind vor allem die Städte Aschaffenburg und Nürnberg bereits betroffen und wollen nun gegen die Große Drüsenameise vorgehen.
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Ameisenplage in diesem Sommer besonders schlimm
Im Nürnberger Stadtteil Hasenbuck krabbeln immer noch jede Menge der Großen Drüsenameisen herum – auch wenn es längst nicht mehr so viele sind wie im Sommer. Damals drangen die kleinen Biester massenhaft auch in Wohnungen ein, erzählt Anwohnerin Helga Dunn: "Es geht ja schon seit zwei Jahren so, nur dieses Jahr war es wirklich sehr schlimm.
Die kamen ins Wohnzimmer rein von der Terrasse, und wenn man dann auf der Couch gelegen ist, krabbelten die schon auf einen rum. Die haben mich so zerbissen, das hat richtig wehgetan, es war richtig unangenehm." Eine andere Anwohnerin berichtet, dass ihr ganzes Bad voller Ameisen war.
Ameisen werden vermutlich im Frühjahr wiederkommen
Dass sie jetzt weniger geworden sind, hängt nur mit den kühleren Temperaturen zusammen, sagt die Tierökologin Professorin Heike Feldhaar von der Universität Bayreuth. "Ich fürchtet, die kommen nach dem Winter wieder, im Frühjahr, sobald es wärmer wird", so die Expertin. "Die sind aus dem mediterranen Raum, da kann es auch mal kalte Winter geben.
Da sind sie weniger aktiv, genau wie unsere heimischen Ameisen. Aber wenn sie jetzt weniger werden, heißt das nicht, dass man erfolgreich bekämpft hat, sondern sie gehen in den Winterschlaf, und im Frühjahr sind sie wieder da."
Stadt Nürnberg sucht nach Lösungen
Deshalb hat sich jetzt auch der Nürnberger Stadtrat mit dem Thema befasst, in dieser Woche gab es zudem eine nicht öffentliche Bürgerversammlung. Denn inzwischen ist klar: Es müssen alle Betroffenen zusammenarbeiten, um der Plage beizukommen.
Welche Bekämpfungsmethoden sich eignen, soll jetzt gemeinsam mit der Universität Bayreuth erarbeitet werden. Oberbürgermeister Marcus König (CSU) dämpft aber die Erwartungen. "Leider gibt es nicht das eine Mittel, das wir einsetzen können. Das ist leider bei so einer invasiven Ameise so", betont der Politiker. "Diese Köder, die man irgendwie kaufen kann, helfen nichts, und wir wollen auch die Menschen schützen davor, dass sie jetzt Unsummen von Geld ausgeben für Dinge, die nichts bringen."
Aschaffenburg setzt Heißwasser ein
In Aschaffenburg ist man schon einen Schritt weiter. Die Stadt hat beispielsweise auf einem Friedhof im Sommer die Ameisen mit heißem Wasser bekämpft. Inzwischen hat die Stadt sogar einen eigenen Ameisenbeauftragten eingesetzt, Nikolai Amberg. Er soll die Bekämpfung koordinieren. Außerdem hat die Stadt ein Spezialgerät für fast 46.000 Euro angeschafft, das eigentlich zur Unkrautbekämpfung dient. "Das Gerät hat sich als ziemlich effektiv erwiesen, um die Große Drüsenameise zu bekämpfen oder zumindest zurückzudrängen", erklärt Amberg." Da sind zwei Dieselmotoren drin, die erhitzen das Wasser auf 130 Grad. Diese Maschine kann von zwei Mitarbeitern gleichzeitig bedient werden – das erhöht die Effektivität."
Ausbreitung soll verhindert werden
Diese Art der Ameisen-Bekämpfung hilft aber auch nur bei oberflächigen Nestern. Besser als diese zu bekämpfen ist, sie gar nicht erst entstehen zu lassen, erklärt die Bayreuther Professorin Feldhaar: "Man kann vorbeugen, wenn man beispielsweise im Garten die Vegetation länger wachsen lässt. Heimische Ameisenarten sind eigentlich konkurrenzstärker, auch bei uns in den Städten, zum Beispiel die schwarze Wegameise. Und die würde sie im Schach halten. Wenn es bei uns sehr heiß ist im Sommer, hat aber die mediterrane Art einen Vorteil."
Die Tierökologin rät auch zur Vorsicht beim Kauf von mediterranen Pflanzen wie Feigenbäumen oder auch Christsternen. In der Erde könnten sich ebenfalls Drüsenameisen befinden. Jetzt sollen in einem Forschungsvorhaben die besten Methoden zur Bekämpfung erprobt werden. Denn mit den wärmen Temperaturen könnte sich die Drüsenameise in Zukunft auch in anderen Regionen Bayerns weiter ausbreiten.
Dieser Artikel ist erstmals am 9.10.2026 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel erneut publiziert.
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