Sie heißt Große Drüsenameise, auch wenn sie nur millimeterklein ist. Groß ist die Aufregung, die sie derzeit in Nürnberg verursacht. Die invasive Art dringt in Gebäude ein und beschädigt zum Beispiel die Elektrik. Mit ihren kräftigen Mundwerkzeugen können die Insekten auch Menschen verletzen. Sie bilden ein Koloniesystem mit zahlreichen Königinnen und vielen miteinander verbundenen Nestern. Die Stadt Nürnberg will die Bekämpfung der Großen Drüsenameise im Stadtgebiet nun koordinieren.
Besonders zwei Stadtteile Nürnbergs betroffen
Die Bevölkerung in den Stadtteilen Hasenbuck und Lichtenreuth klagt seit Monaten über einen massiven Ameisenbefall. Anwohner vermuten, dass die Tiere von einer benachbarten Großbaustelle zu ihnen gekommen sind. Bei einer Bürgerinformationsveranstaltung, zu der die Stadt eingeladen hatte, informierten in dieser Woche Experten über die Große Drüsenameise und darüber, welche Probleme es bei ihrer Bekämpfung gibt . Die Insekten würden ein verzweigtes Koloniesystem bilden, hieß es.
Vernetzung bei der Bekämpfung
Die Stadt Nürnberg wird in den kommenden Tagen Informationen über Schädlingsbekämpfungsfirmen und mögliche Maßnahmen gegen die Ameisenart an die Betroffenen verteilen, kündigte Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König (CSU) bei der Versammlung an. Dabei gehe es auch darum, die Menschen vor falschen Bekämpfungsmöglichkeiten zu warnen, die teuer seien und wenig brächten, so König. "Bei uns wird keiner alleine gelassen. Aber zum Schluss muss jeder auf seinem Grundstück selbst tätig werden", sagte König. Das Problem könne man nur gemeinsam lösen .
Welche Gefahr von der Drüsenameise ausgeht
Die Tiere können auch Menschen mit ihren kräftigen Mundwerkzeugen verletzen, und das von ihnen ausgestoßene Sekret kann zu Hautreizungen führen. Dennoch besteht nach Informationen des Umweltbundesamts keine Gesundheitsgefahr für Menschen. Im Gegensatz zu heimischen Ameisenarten ist die Große Drüsenameise bei niedrigen Temperaturen im Winter aktiv. Bei Kälte wandert sie auf der Suche nach Wärme und Nahrung auch in Gebäude ein, so das Umweltbundesamt.
Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.
"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!
