Hitze, Schienenersatzverkehr und eine schwächelnde Wirtschaft: Die Vorzeichen standen nicht gut für das Gäubodenvolksfest 2026. Trotzdem zieht die gastgebende Straubinger Ausstellungs- und Veranstaltungs-GmbH ein positives Fazit. Wie im vergangenen Jahr seien auch heuer wieder rund 1,25 Millionen Besucher auf das Festgelände "Am Hagen" geströmt.
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Die Ostbayernschau, die traditionell einen Tag später startet und früher endet, verzeichnete einen leichten Besucherrückgang. 380.000 Menschen haben sich nach Veranstalterangaben auf der Verbrauchermesse umgesehen. Der Rückgang von etwa 10.000 Besuchern könnte auch mit dem ungünstig gelegenen Feiertag zusammenhängen, der in diesem Jahr auf den zweiten Samstag fiel.
Weniger Bierabsatz, aber "phänomenale" Zahlen
Dadurch fehlte auch den sieben Festwirten und 130 Schaustellern ein übermäßig besucherstarker Tag unter der Woche. Der Bierausschank sank wie schon im letzten Jahr nach Angaben der Festwirte um etwa 20.000 Liter. Insgesamt gingen 660.000 Liter Festbier über die Tresen. Dafür seien wieder mehr Mixgetränke und alkoholfreie Getränke konsumiert worden. Schaustellersprecher Andreas Pfeffer sprach gegenüber dem BR angesichts der widrigen Umstände von "phänomenalen Besucherzahlen".
Geklautes Krokodil und Achterbahnunfall
Die Schausteller und Fahrgeschäfte des Gäubodenvolksfests standen während der Festtage gleich zweimal im medialen Fokus: Gleich am ersten Abend hatten zwei alkoholisierte Männer ein drei Meter langes Plastikkrokodil aus einer Geisterbahn entwendet. Gegen sie wurde ein Strafverfahren eingeleitet. Das Krokodil hat einen Wert von 5.000 Euro.
Für Aufsehen sorgte auch die Achterbahn "Alpen Coaster". Schon am ersten Abend kam es zu einem technischen Defekt, bei dem ein Wagen an einer Steigung stehen blieb. Vier Tage später kam es zu einem weiteren Betriebsunfall. Dieses Mal war ein Wagen wegen defekter Bremsen im Bahnhof auf einen stehenden Wagen aufgefahren. Dabei wurden sechs Menschen leicht verletzt. Erst am Donnerstag – nach intensiver Prüfung durch den TÜV – durfte das Fahrgeschäft den Betrieb wieder aufnehmen.
Polizei: friedliches Volksfest
Aus Sicht der Polizei war es ein gutes Volksfest, wie der Leiter der Polizeiinspektion Straubing, Josef Eckl, erklärte. Die Zahl der Körperverletzungen und der Diebstähle sei weiter auf einem niedrigen Niveau. Es wurden fünf Fälle im sexuellen Bereich festgestellt – dabei habe es sich um unsittliches Anfassen gehandelt. Besonders erfreulich sei, dass es auf dem Festgelände nur einen Fall von Gewalt gegen Polizeikräfte gegeben habe. Negativ stechen in der Bilanz nur die Trunkenheitsfahrten im strafbaren Bereich heraus. Hier hat die Polizei 25 Fälle gezählt, im vergangenen Jahr waren es noch 19, 2024 nur 14 Fälle.
BRK und Feuerwehr: viel Ehrenamt, wenig Auffälligkeiten
Das Bayerische Rote Kreuz hat nach eigenen Angaben mit seinen 230 Helfern etwa 5.800 ehrenamtliche Einsatzstunden geleistet. Hinzu kommen 320 Einsatzstunden von Ärzten. Hauptthema waren laut BRK wieder die Tageshitze und damit verbundene Kreislaufprobleme, während ausschließlich alkoholbedingte Behandlungen nur drei Prozent ausmachten. Insgesamt seien etwas weniger Menschen versorgt worden, was laut Bereitschaftsleiterin Melanie Fischer auch mit der Lage des Feiertags zusammenhängen könnte. Auffällig sei, dass es rund 35 Transporte ins Klinikum weniger gab als im vergangenen Jahr. Auch die Feuerwehr hat das Gäubodenvolksfest wieder unterstützt und nach eigenen Angaben 5.500 ehrenamtliche Stunden geleistet.
Ringen um inoffiziellen Titel
Für erhitzte Gemüter sorgte außerdem ein verbaler Angriff aus Nürnberg. Schausteller Lorenz Kalb, der zugleich Vorsitzender des süddeutschen Schaustellerverbands ist, macht den Straubingern den inoffiziellen Titel als zweitgrößtes Volksfest in Bayern nach dem Münchener Oktoberfest streitig. Kalb sagt, es käme auf die Anzahl der Schausteller an, bei dem das Nürnberger Frühlings- und Herbstfest vorne läge.
Die Straubinger konterten mit der Aussage, dass bei gleichgroßem Festgelände und nur einem Festzelt natürlich mehr Platz für Schausteller sei. Das Gäubodenvolksfest habe dagegen sieben Festzelte mit 27.500 Sitzplätzen, einen deutlich höheren Bierausschank und mehr Tagesbesucher. Das nächste Gäubodenvolksfest startet am 13. August 2027. Möglicherweise flammt die Diskussion dann erneut auf.
Transparenzhinweis: In einer früheren Version des Beitrags war für die Ostbayernschau ein falscher Zeitraum genannt, die Veranstaltung dauerte vom 8.-16. August. Wir haben das entsprechend korrigiert.
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