Mehrere LKW stehen auf einem Autobahnrastplatz im Sommer.
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LKW stehen auf einem Autobahnrastplatz.
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Patrick Pleul
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Erstes Wochenende ohne Lkw-Fahrverbot in Bayern – eine Bilanz

Erstes Wochenende ohne Lkw-Fahrverbot in Bayern – eine Bilanz

Bayern hat das Lkw-Fahrverbot an Sonn- und Feiertagen gelockert, um den wegen Niedrigwasser eingeschränkten Gütertransport auf Flüssen aufzufangen. Innenminister Herrmann hatte deshalb vor Staus gewarnt. Wie ist die Bilanz des ersten Wochenendes?

Über dieses Thema berichtet: BR24 TV am .

Am Hafen in Regensburg herrscht aktuell ziemliche Flaute. Seit Ende Juli werden nur noch vereinzelt Binnenschiffe geladen oder gelöscht, und wenn, dann in viel geringerem Umfang als sonst. Laut dem bayerischen Verkehrsministerium ist die Donau aktuell ab Regensburg nicht mehr wirtschaftlich befahrbar. Der Grund sind die historisch niedrigen Pegelstände.

Weil sich das negativ auf Lieferketten und damit die Wirtschaft auswirken kann, hat Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) das Fahrverbot für Lkw an Sonn- und Feiertagen gelockert, wenn sie Güter transportieren, die normalerweise auf einem Schiff unterwegs wären. Zunächst gilt die Maßnahme vom 15. bis zum 31. August.

Befürchtete Staus ausgeblieben

Noch am Dienstag hatte das Innenministerium darauf hingewiesen, dass mehr Lkw auf den Autobahnen, gepaart mit dem Reiseverkehr in den Sommerferien, für mehr Staus sorgen könnten. Gerade auch, weil Österreich bei seinen Lkw-Fahrverboten bleibt, befürchtete man Staus auf der bayerischen Seite der Grenze. Am Sonntag dann sagte Innenminister Herrmann gegenüber dem BR: "Nach unseren Beobachtungen war wohl gestern am Feiertag wie auch heute am Sonntag bislang kaum eine Erhöhung des Lkw-Aufkommens festzustellen. Wenn, dann nur in einem sehr bescheidenen Maße."

Spediteure: nur eingeschränkt reaktionsfähig

Wer eine ganze Binnenschiffsladung auf der Straße transportieren will, braucht dafür 150 Lkw. Frank Huster vom DSLV Bundesverband Spedition und Logistik e.V. erklärt, dass das Auffangvolumen von Lkw am Wochenende sehr begrenzt sei. "Es dient der Flexibilität, aber zusätzlicher Laderaum wird dadurch nicht geschaffen werden können." Der Weg zu mehr Gütern auf der Straße führe über zusätzliche Fahrzeuge und mehr Personal. Huster merkt an, dass die Pläne der Spediteure auf volle Auslastung während der Woche ausgelegt seien. Daher seien Kapazitäten für das Wochenende schwierig zu beschaffen.

Kein erhöhtes Lkw-Aufkommen

Auf der Autobahnraststätte Jura West im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz macht das Ehepaar Spallek aus dem Saarland gerade Brotzeit-Pause. Susanne Spallek hat bereits von der Lockerung gehört. "Aber ich muss sagen, das wirkt sich eigentlich gar nicht aus. Also, wir haben wenig Lkw unterwegs gesehen", sagt sie dem BR. Ein Bild, das auch andere Autofahrer an der Raststätte bestätigen. Manche haben gar keinen Lkw gesehen.

Innenminister will nicht durch Bürokratie im Weg stehen

Joachim Herrmann betont, man habe den Speditionsunternehmen die Freiheit geben wollen, auf Lkw umzusteigen, und merkt an: "Wenn jetzt alles anders geregelt wird, ist es gut. Und dann entsteht ja auch keine zusätzliche Belastung auf den Straßen." Herrmann stellt außerdem die Rolle der Bahn als alternative Transportmöglichkeit heraus. Das betreffe vor allem Schüttgüter, wie Sand, Getreide oder Kohle, denn der Transport auf den Schienen sei billiger als der Weg über die Straße.

Lockerung des Fahrverbots kein Dauerzustand

Minister Herrmann sieht in der Lockerung des Fahrverbots keinen Dauerzustand. In drei Wochen werde man schauen, wie sich die Lage im Transportwesen verändere. "Wir gehen von einer Ausnahme aus, so sehen das die anderen Bundesländer und der Bund auch." Nachdem am vergangenen Wochenende bereits Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und das Saarland die Fahrverbote einstweilen gelockert hatten, zogen dieses Wochenende neben Bayern auch Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Hessen, Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern nach. Einzig Sachsen-Anhalt hält am Verbot fest (externer Link), mit Verweis auf fehlenden Bedarf und weniger Belastung für die Straßen.

Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) sieht einen Schlüssel im Ausbau der Donau, der bereits laufe. So könnte etwa die Abladetiefe verbessert werden, also wie schwer oder voll ein Schiff sein kann, das durch den Fluss fährt. Der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) wirft dem Minister indes Symptombekämpfung vor, statt die eigentliche Ursache Klimakrise vernünftig anzugehen.

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