Nach dem tragischen Brand eines Mehrfamilienhauses in Bodenmais, bei dem ein vier Jahre altes Mädchen gestorben war, ist der Ort im Bayerischen Wald noch immer in "Schockstarre". Das sagte der Regener Landrat Ronny Raith (CSU) im BR-Interview. Die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren haben ihr Bestes gegeben. Alle seien traurig und sprachlos, dass das Kind nicht mehr gerettet werden konnte.
Noch in der Nacht zum Samstag wurden die Familie des verstorbenen Kindes und die weiteren Hausbewohner von der Marktgemeinde Bodenmais aufgefangen: Ihnen wurden Ersatzunterkünfte zur Verfügung gestellt. Außerdem wurden sie von der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) betreut. Das Haus ist aktuell unbewohnbar. Die Brandermittlungen laufen.
Welle der Hilfsbereitschaft in Bodenmais
Mittlerweile läuft eine große Welle der Hilfsbereitschaft: Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger melden sich im Rathaus und bieten den Menschen, die bei diesem verheerenden Brand ihr Zuhause verloren haben, Ersatzwohnungen an. Der BRK-Kreisverband organisiert gemeinsam mit dem Markt Bodenmais eine unbürokratische Ausgabe von Kleidung und Haushaltsgegenständen, um die Betroffenen in dieser Situation bestmöglich zu unterstützen.
Die Hilfsbereitschaft sei enorm, so der zweite Bürgermeister von Bodenmais, Jochen Koller (FW) im Gespräch mit dem BR. Das bestätigt auch Landrat Ronny Raith (CSU). Er sagte: "Der Ort steht zusammen, die Region hält zusammen, um den Menschen jetzt in dieser Situation bestmöglich zu helfen."
Scharfe Kritik an Spekulationen im Netz
Gleichzeitig übt der Landrat scharfe Kritik an bestimmten Kommentaren in den sozialen Netzwerken, die den Angehörigen Vorwürfe machen. Wörtlich sagte Raith: "Es werden da wüste Theorien aufgestellt, wo der Mutter und den Familienangehörigen da vollkommen unsubstantiierte Vorwürfe gemacht werden. Das halte ich menschlich für vollkommen abstoßend. Ohne Kenntnisse der Umstände sich so ein Urteil zu erlauben… Pfui Deife!"
Auch für die Feuerwehrfrauen und -männer war dieser Einsatz eine große Belastung. Sie und die Angehörigen des verstorbenen Mädchens werden derzeit weiterhin von der PSNV betreut.
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