(Symbolbild) Eine Frau trägt eine medizinische Schutzmaske gegen eine Virusinfektion.
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(Symbolbild) Für Kontaktpersonen mit dem Hantavirus gilt in Deutschland eine Quarantänezeit von 42 Tagen.
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(Symbolbild) Für Kontaktpersonen mit dem Hantavirus gilt in Deutschland eine Quarantänezeit von 42 Tagen.

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Hantavirus auf Kreuzfahrtschiff: Wieso 42 Tage Quarantäne?

Hantavirus auf Kreuzfahrtschiff: Wieso 42 Tage Quarantäne?

Die deutschen Passagiere des Kreuzfahrtschiffs "Hondius", die mit dem Hantavirus in Kontakt gekommen sind, müssen 42 Tage in Quarantäne. Warum so lange? Die Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Umgang mit dem Virus.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Eine zweite Hantavirus-Kontaktperson vom Kreuzfahrtschiff "Hondius" kommt aus der Uniklinik Düsseldorf nach München in Quarantäne. Es soll sich um eine 65-Jährige handeln, die in engem Kontakt mit der Frau aus Passau stand, die an Bord des Schiffes gestorben war. Wie schon bei der ersten Hantavirus-Kontaktperson aus Bayern ist das Ziel das Klinikum Schwabing. Danach folgt eine häusliche Isolation, denn die vorgeschriebene Quarantänezeit beim Andes-Hantavirus beträgt 42 Tage. Warum das so ist? Die Antworten auf die wichtigsten Fragen zu diesem Fall:

Warum dauert eine Quarantäne bei Hantavirus 42 Tage?

Für Kontaktpersonen ohne Symptome gilt in Deutschland eine Quarantänezeit von sechs Wochen. Vom Robert Koch-Institut (RKI) heißt es zur Begründung, die lange Quarantäne sei notwendig, da die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung bis zum Einsetzen von Symptomen, bei Hantaviren sehr lang sein könne. Zwar liege sie üblicherweise bei zwei bis vier Wochen, in Ausnahmefällen könne sie aber auch bis zu 60 Tage betragen.

Beim Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) heißt es zudem, bei Erregern, die wenig untersucht sind, wie dem Andes-Hantavirus, orientiere man sich aus Sicherheitsgründen am oberen Ende der bekannten Inkubationszeiten.

Wie läuft die Quarantäne ab?

Über die Details der Quarantäne entscheidet laut dem RKI das zuständige Gesundheitsamt vor Ort. Tatsächlich wird eine Quarantäne bei Personen ohne Krankheitssymptome meist im häuslichen Umfeld angeordnet. Sie kann jedoch auch in einer Klinik oder einer anderen geeigneten Einrichtung stattfinden. Voraussetzung für eine häusliche Quarantäne ist, dass die Betroffenen dort auch wirklich isoliert werden können. Was das bedeutet, schreibt das RKI in einer Handreichung (externer Link). Die betroffenen Personen müssten zudem medizinisch überwacht werden können, so das LGL.

Für den Fall, dass in Deutschland eine Person in Quarantäne erkranken sollte, stehen bundesweit sechs Spezialkliniken bereit. Die einzige in Bayern ist das Klinikum Schwabing, in dem bereits zwei Hantavirus-Kontaktpersonen der "Hondius" isoliert wurden.

Wie sind die rechtlichen Grundlagen der Quarantäne in Deutschland?

Den Rahmen einer Quarantäne in Deutschland schreibt das Infektionsschutzgesetz (IfSG) vor. Ein Verstoß gegen die Quarantäne kann demnach als Ordnungswidrigkeit oder Straftat gewertet werden. Bei Letzterem droht eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren. Wer andere ansteckt, weil er nicht in Quarantäne bleibt, kann sich zudem der Körperverletzung strafbar machen.

Die Einhaltung der Quarantäne wird durch die Gesundheitsämter kontrolliert. Sie dürfen dazu auch die Polizei zu Hilfe ziehen. Verweigert eine Person die Quarantäne, kann diese zwangsweise durchgesetzt werden. Betroffene werden dann auf Anweisung eines Gerichts in einem Krankenhaus untergebracht, wie das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz erklärt (externer Link).

Wie lange sind Hantavirus-Infizierte ansteckend?

Das hängt von der Variante ab. Weltweit gibt es verschiedene Hantavirus-Spezies, die unterschiedlich schwere Krankheitsformen auslösen können. Sie werden in erster Linie über die Ausscheidungen verschiedener Nagetiere übertragen. Allerdings handelt es sich bei der jüngst auf der "Hondius" aufgetretenen Variante um das in Südamerika vorkommende Andesvirus. Dieses ist der einzige bekannte Hantavirus-Typ, bei dem auch in seltenen Fällen Mensch-zu-Mensch-Übertragungen beschrieben wurden.

Aus dem RKI heißt es auf Nachfrage, die Übertragung des Andesvirus scheine vor allem in den ersten zwei bis drei Wochen der Erkrankung stattzufinden, insbesondere bei engem Kontakt. Die genaue Dauer der Übertragbarkeit sei noch unklar.

Symptome: Wie macht sich das Hantavirus bemerkbar?

Nach Angaben des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit verlaufe eine Infektion je nach Virustyp unterschiedlich schwer – manchmal auch unbemerkt ohne Beschwerden.

Die in Deutschland überwiegende Krankheitsform beginne meist mit plötzlich einsetzendem Fieber, das für drei, vier Tage anhält und begleitet wird von grippeähnlichen Beschwerden sowie Übelkeit und Durchfall. Auch Schwindelgefühl, Benommenheit und Sehstörungen seien möglich. Einblutungen insbesondere an der Bindehaut der Augen, selten auch an der Haut und an den Schleimhäuten, könnten auftreten. Im weiteren Verlauf kann es zu einem plötzlichen Blutdruckabfall und vorübergehend zu einer Einschränkung der Nierenfunktion kommen. Die in Deutschland beobachtete Krankheitsform heile zumeist folgenlos ab. Todesfälle seien sehr selten.

Gibt es einen Schnelltest wie beim Coronavirus?

Schnelltests im Sinne von Influenza- oder COVID-19-Schnelltests gibt es nicht, erklärt das RKI auf Nachfrage. Aber es gibt andere diagnostische Verfahren, die in Laboren durchgeführt werden. Meist werden dort dann Antikörper im Blut gesucht. Auch die aus der Corona-Pandemie bekannten PCR-Tests kommen zum Einsatz, die das Erbgut von Erregern nachweisen.

Dem LGL zufolge würden derzeit Schnelltests keinen Sinn machen, da es sich um ein eng begrenztes Ausbruchsgeschehen handele.

Gibt es Medikamente gegen eine Infektion mit dem Andesvirus?

Derzeit gibt es keine zugelassenen Medikamente gegen das Andesvirus. Bei Betroffenen werden nur die Symptome behandelt.

In einigen Fällen habe sich laut RKI bereits eine Therapie mit Ribavirin bewährt, einem Arzneimittel, das die Vermehrung von Viren verhindert. Bei einem starken Befall der Lunge sei zudem bereits das Medikament Icatiband erfolgreich eingesetzt worden. Dabei habe es sich aber um eine Anwendung außerhalb der offiziell genehmigten Indikation gehandelt.

Im Video: Passagiere der "Hondius" auf dem Weg nach Bayern

Nach dem Ausbruch des Hantavirus auf einem Schiff sind vier deutsche Passagiere in ihre Heimatregionen gebracht worden. Unter ihnen ist auch eine Person aus Bayern. Die Betroffenen waren zuvor zu Medizinchecks in Frankfurt gewesen.
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Nach dem Ausbruch des Hantavirus auf einem Schiff sind vier deutsche Passagiere in ihre Heimatregionen gebracht worden.

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