Menschen mit Schutzkleidung stehen an einem Flugzeug.
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Evakuierungsflug.
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Hantavirus: Deshalb befürchten Virologen keinen großen Ausbruch

Hantavirus: Deshalb befürchten Virologen keinen großen Ausbruch

Nach dem Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff "MV Hondius" werden die Passagiere unter strengen Sicherheitsvorkehrungen in ihre Heimatländer gebracht. Experten wie die Virologin Protzer sehen dennoch keine Gefahr einer starken Ausbreitung.

Über dieses Thema berichtet: BAYERN 3-Nachrichten am .

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Nach dem tödlichen Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff "MV Hondius" werden die rund 150 Passagiere in ihre Heimatländer gebracht. Auf Bildern war zu sehen, dass die Menschen Schutzkleidung und Masken trugen. Die Passagiere werden unter anderem nach Deutschland, Spanien, Frankreich, Kanada, Großbritannien und in die USA geflogen.

Die jeweiligen Gesundheitsämter entscheiden über Quarantänemaßnahmen. Drei Passagiere waren an Bord des Schiffes gestorben. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO wurden zudem mehrere Infektionen mit dem von Mensch zu Mensch übertragbaren Andes-Hantavirus nachgewiesen.

Protzer: "Hantaviren sind nicht so ansteckend"

Experten befürchten trotz der Heimreise der Menschen, die möglicherweise Kontakt zu den Toten und Infizierten hatten, keinen großflächigen Ausbruch. "Hantaviren sind einfach nicht so ansteckend und deshalb muss man keine Angst haben, dass sich das jetzt so schnell ausbreitet wie ein SARS-Coronavírus oder wie die Influenzaviren", sagte Ulrike Protzer, Leiterin des Instituts für Virologie der Technischen Universität München, BR24. "Die Ansteckung von Mensch zu Mensch ist insgesamt sehr, sehr selten und tritt nur bei diesem spezifischen Typ auf."

Auch die EU-Gesundheitsbehörde ECDC betonte, dass "es unwahrscheinlich ist, dass es zu vielen Infektionsfällen oder einem großflächigen Ausbruch" kommt. Das Risiko für die Allgemeinbevölkerung in der EU "ist sehr gering", hieß es.

Mensch-zu-Mensch-Übertragung nur bei sehr engem Kontakt

Bei der in Südamerika verbreiteten Andes-Variante wurden zwar Mensch-zu-Mensch-Übertragungen beschrieben, allerdings nur bei "wirklich sehr engen Kontakten", so Protzer. "Also, man lebt auf engem Raum mit jemandem zusammen oder es gibt Sexualkontakte." Das Andes-Virus gehört Berichten zufolge zu einer Gruppe von Hantaviren, deren Infektion etwa zu Übelkeit, Erbrechen, Husten, einer Lungenerkrankung und zum Tod führen kann.

Die Schiffs-Passagiere müssen sich nun zu Hause isolieren. Protzer: "Die Inkubationszeiten sind relativ lang. Also anders als bei einem SARS-Coronavirus, wo das drei bis vier Tage sind, oder auch bei einem Influenzavirus, ist es beim Hantavirus zwei Wochen plus – und das kann tatsächlich bis sechs, acht Wochen dauern."

RKI-Handreichung: eigener Raum, eigenes Bad

Das RKI schreibt in einer Handreichung (externer Link) für deutsche Gesundheitsbehörden, die Passagiere sollten für sechs Wochen nach einer letzten möglichen Exposition in Quarantäne bleiben. In der Unterkunft sollten sie mindestens einen eigenen Raum haben und ein eigenes Bad nutzen. Sie sollten zudem unter anderem kein Geschirr oder Besteck mit anderen Personen teilen und regelmäßig die Hände mit Wasser und Seife waschen.

Experten wie Protzer, aber auch der Mikrobiologe Roman Wölfel von der Universität der Bundeswehr in München gehen davon aus, dass die Kombination aus Isolation, Kontaktverfolgung und medizinischer Überwachung das Geschehen vergleichsweise gut kontrollierbar mache.

In der Kommentarspalte bei BR24 diskutierten User wie "einschwammal", ob es angesichts der Ansteckungsgefahr nicht besser wäre, die Passagiere für die Quarantäne auf dem Schiff zu lassen. So fragte auch der Nutzer "koarli": "(...) Wenn schon alle Verdachtsfälle auf einem Raum sind, warum werden die jetzt über alle Unkosten in alle Herren Länder Ecken verteilt? (...)"

Die wochenlange Quarantäne auf dem Schiff zu verbringen, wäre nach Einschätzung von Protzer keine Alternative gewesen. "Nachdem man ja die Ansteckungsquelle auf dem Schiff noch nicht ganz genau kennt, also man weiß ja nicht, hat das jemand mitgebracht, was wahrscheinlich ist, auf das Schiff, oder ist vielleicht doch irgendwo von dem Nager die Übertragung auf dem Schiff passiert, wird man das Schiff möglichst freiräumen wollen", so die Virologin.

Dazu kommt: "Das ist extrem unangenehm für Menschen auf so engem Raum auf einem Kreuzfahrtschiff", sagt Protzer. Die Menschen hätten dann wochenlang in ihrer Kabine bleiben müssen. "Da kommen dann andere Probleme dazu, da kommen psychische Probleme dazu – und ich glaube, das will man einfach vermeiden."

Kein neues Virus

Und noch einen anderen großen Unterschied gibt es zur Corona-Pandemie: "Das ist jetzt kein neu auftretendes Virus, sondern das ist ein Virus, das sich jetzt dummerweise auf einem Kreuzfahrtschiff ausgebreitet hat", so Protzer. "Wenn das irgendwo in einem Dorf in Südamerika passiert wäre, hätte wahrscheinlich kein Mensch Notiz davon genommen." So aber sei die Aufmerksamkeit groß. Protzer betont: "Man kennt diese Viren schon lange. Man weiß ganz gut, wie man damit umgeht."

Mit Informationen von dpa

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