Heizölfahrer Hans Ruffertshöfer ist seit kurz nach vier Uhr morgens unterwegs. Erst hat er seinen Tanklaster befüllt, seit sechs Uhr liefert er Heizöl an Kunden. An diesem Morgen fährt er auch zum Ehepaar Schimon – ihr Tank soll vor dem Winter noch einmal voll werden.
Wenn die Heizölrechnung schockt
2.420,72 Euro: So hoch ist die Rechnung von Hans Schimon für die aktuelle Lieferung. "In den letzten Jahren ist es stetig gestiegen, aber momentan haben wir einen Höchstpreis", sagt er. Immerhin hatten die Schimons ihr Heizöl bereits vor vier Wochen bestellt. Seitdem ist der Preis auf inzwischen rund 1,70 Euro pro Liter gestiegen. Ein Ende der Preisspirale ist nicht in Sicht.
Besonders hart trifft es Besitzer älterer, schlecht gedämmter Häuser. Wer noch einfach verglaste Fenster hat oder nur eine einfache Dämmung, der heizt buchstäblich zum Fenster hinaus und muss für einen vollen Tank besonders tief in die Tasche greifen.
Heizölfahrer Hans Ruffertshöfer erlebt die Sorgen seiner Kunden täglich mit: "Man spricht über die hohen Preise, aber wir als Lieferanten haben keinen Einfluss darauf, das wird uns ja auch diktiert. Die Kunden verstehen das auch."
"Wir hätten früher tanken sollen"
Beim nächsten Stopp lädt Hans Ruffertshöfer nur eine kleinere Menge ab. Kunde Georg Berthold hat bewusst nur wenig Heizöl bestellt: eine Reserve, um über den Winter zu kommen. "Der Preis war im Juni und Juli bei rund 1,08 Euro. Im Rückblick hätten wir da wohl schon tanken sollen", sagt Berthold. "Wir sind damals davon ausgegangen, dass es noch weiter nach unten geht. Stattdessen ist der Preis dann in die Höhe geschossen und wir standen vor der Frage: 'Was machen wir jetzt?'" Diese Frage stellt sich aktuell vielen Heizölkunden.
Jetzt tanken oder besser warten?
In der Zentrale der Firma Rosa Energie in Zirndorf im Landkreis Fürth beobachtet Seniorchef Stefan Plöchinger täglich, wie sich die Preise entwickeln. Er führt den Traditionsbetrieb gemeinsam mit seinem Sohn inzwischen in der fünften Generation. Mit 70 Fahrern und einem Umschlag von bis zu 500.000 Litern Heizöl am Tag gehört Rosa Energie zu den Schwergewichten in Bayern. Beinahe täglich rufen Kunden an und fragen Stefan Plöchinger um Rat. Sie wollen wissen: Wann ist die beste Zeit, um Heizöl zu bestellen?
Stefan Plöchinger gibt eine klare Empfehlung: "Wer jetzt unsicher ist und Sorge hat, mit seinem Vorrat nicht durch den Winter zu kommen, sollte nicht bis Weihnachten warten, sondern lieber jetzt tanken", sagt er. "Wer hingegen sicher ist, dass er mit seinem Heizöl über den Winter kommt, sollte im Moment nichts unternehmen." Denn der Trend ist eindeutig: Seit einigen Monaten kennt der Ölpreis tendenziell nur eine Richtung – nach oben.
Dieser Artikel ist erstmals am 2. Oktober 2026 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel aktualisiert erneut publiziert.
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