Snacktüten, leere Trinkflaschen, Bananenschalen: Schon auf dem Weg zur Höllentalklamm finden Bernhard Ostler und Martin Willibald immer wieder achtlos weggeworfenen Abfall. Ostler ist Klammwart, Willibald Geschäftsführer der DAV-Sektion Garmisch-Partenkirchen. Was sie ärgert: Müll landet teilweise direkt unter den kostenlosen Müllbeuteln, die der Alpenverein für Besucher bereitstellt.
Rund um die Eingangshütte müssen die Verantwortlichen deshalb immer wieder selbst sauber machen. Auch Florian Michailoff, der Wirt der Eingangshütte, kennt das Problem. Müll einzusammeln und Verschmutzungen zu beseitigen, gehöre inzwischen zum Alltag. Besonders ärgert ihn, wenn Menschen, die gar nicht seine Gäste sind, ihren Abfall zurücklassen.
Schmierereien auf Gedenktafel und Felsen
Neben Müll sorgen Graffiti und andere Schmierereien für Ärger. Die Verantwortlichen kontrollieren regelmäßig, ob neue Beschädigungen hinzugekommen sind. Frisch besprüht ist zum Beispiel auch ein "Marterl". Eine ohnehin problematische Schmiererei auf einer Gedenkstätte empfinden sie als besonders respektlos.
Müll und Graffiti in den bayerischen Alpen
Die Höllentalklamm ist kein Einzelfall. Auch in anderen Bereichen der bayerischen Alpen beobachten die Verantwortlichen ähnliche Entwicklungen. Carolin Kalkbrenner, Ressortleiterin Hütten und Wege der DAV-Sektion München, berichtet unter anderem von beschmierten Felsen unterhalb des Watzmannhauses und im Wettersteingebirge oberhalb der Reintalangerhütte. Das Geld und die Arbeitszeit, die für die Beseitigung solcher Schäden aufgewendet werden müssen, würden die Verantwortlichen lieber in den Erhalt von Wegen und Hütten investieren.
Zugeklebte Warnschilder als Sicherheitsrisiko
Der Trend, dass Schilder beschmiert oder zugeklebt werden, macht auch vor dem Naturjuwel Höllentalklamm nicht Halt. Vor allem am Berg aber kann das zu einem massiven Sicherheitsrisiko werden. An mehreren Stellen weisen Schilder auf Steinschlaggefahr hin. Einige davon sind komplett mit Aufklebern überklebt klebt und dadurch nur noch schwer lesbar. Um zu verhindert, dass sich Wanderer zu lange in dem Gefahrenbereich aufhalten, müssen die Schilder deshalb ausgetauscht werden.
Respekt vor Naturraum und Ehrenamt
Dabei wäre Rücksichtnahme einfach: Wer seinen Abfall mit in die Berge nimmt, kann ihn auch wieder mit nach Hause nehmen. Aufkleber und Graffiti haben auf Felsen, Gedenktafeln und Warnschildern nichts verloren – besonders nicht dort, wo sie lebenswichtige Hinweise überdecken.
Die Verantwortlichen in der Höllentalklamm wünschen sich, dass Besucherinnen und Besucher die Arbeit der Ehrenamtlichen und die Besonderheit des Naturraums im Blick behalten. Wer die Klamm sauber hält und Hinweise respektiert, trägt dazu bei, dass dieses alpine Naturdenkmal auch künftig sicher und erlebbar bleibt.
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