Bevor diese Woche das Oktoberfest beginnt, herrscht bei einigen Influencern Aufregung. In Videos auf Instagram sprechen sie über neue Regeln, die für sie gelten sollen, und über die Frage, ob gar Begriffe wie "Wiesn" nicht verwendet werden dürfen.
Influencer, die auf und mit der Wiesn kommerziellen Content für Social Media erstellen, brauchen eine Genehmigung. Darüber wird zwar aktuell viel diskutiert, neu ist die Regel aber nicht.
Stadt München: Keine neue Regelung
Laut Oktoberfestverordnung der Stadt München sind Werbeaktivitäten auf dem Festgelände nicht erlaubt, und das nicht erst seit diesem Jahr. Die Stadt will streng kontrollieren, ob sich alle daran halten. Auch für kommerzielle Dreharbeiten oder Fotoshootings müssen beispielsweise kostenpflichtige Lizenzen beantragt werden. Wie viel die Lizenz für Influencer kostet, werde individuell festgelegt und hänge von Faktoren wie der Reichweite und der Anzahl der Markenpartner ab.
Reaktionen im Netz
In Kommentarspalten auf Social Media befürworten viele, dass Influencer dafür zahlen sollen, wenn sie mit Wiesn-Content Geld verdienen, andere halten die Regel für übertrieben oder kritisieren den bürokratischen Aufwand, der dadurch entsteht. Und Influencer fragen sich, was genau erlaubt ist, ab wann sie eine Lizenz brauchen und ob die für das gesamte Festgelände gilt.
Auch die Influencerin Vanessa Tamkan erzählt auf Instagram, dass sie viele Fragen gehabt habe. Die Antworten, die sie von der Brandness GmbH dazu bekommen hat, teilt sie auf ihrem Account. Die Agentur bearbeitet die Lizenzanfragen im Auftrag der Stadt München. Auch Cathy Hummels gibt auf Instagram Tipps, worauf man achten muss.
Was erlaubt ist und was verboten
Aber gilt das auch für Privatpersonen? Wer sich fragt, ob man noch Instagram-Stories vom Oktoberfest posten darf, kann beruhigt sein. Denn Privatpersonen sind von den Regeln nicht betroffen.
Wer für private Zwecke Fotos und Videos aufnimmt und diese postet, braucht keine Genehmigung, solange damit kein Geld verdient wird. Nur wer Content für kommerzielle Zwecke produziert, zum Beispiel Markenkooperationen, Inhalte für monetarisierte YouTube-Kanäle oder Werbung für eigene Brands, braucht eine Lizenz. Grundsätzlich verboten sind aber Livestreams, zum Beispiel auf Social Media, egal ob mit oder ohne Lizenz, ob Influencer oder Privatperson.
Was in den Festzelten erlaubt ist und welche Regeln es dort für Influencer gibt, können die Wiesnwirte selbst entscheiden, dort gilt ihr Hausrecht. Von der Vereinigung der Münchner Wiesnwirte heißt es, eine einheitliche Regelung oder ein gemeinsames Vorgehen gebe es nicht.
"Wiesn" und "Oktoberfest" sind geschützte Marken
Besonders groß scheint die Unklarheit bei einer Frage zu sein: Dürfen die Begriffe "Wiesn" und "Oktoberfest" verwendet werden? Sie sind geschützte Marken der Stadt München. Wer sie verwenden will, um ein Produkt zu bewerben oder eine Dienstleistung zu kennzeichnen, braucht eine Lizenz. Online finden sich deshalb bereits Listen mit alternativen Begriffen, um die Markennennung zu umgehen: "das größte Volksfest der Welt", "fünfte Jahreszeit" oder "Bierfest in München".
Der Markenschutz bedeutet aber nicht, dass die Wörter "Wiesn" und "Oktoberfest" generell nicht mehr verwendet werden dürfen. Sie dürfen beschreibend und anlassbezogen im normalen Sprachgebrauch genutzt werden, das sei weiterhin unproblematisch, heißt es von der Pressestelle Oktoberfest. Ausschlaggebend ist also auch hier, ob die Bezeichnungen für kommerzielle Zwecke genutzt werden.
Kontrollen während der Wiesn
Wer gegen die Regeln verstößt, müsse zwar nicht mit einem Bußgeld rechnen, aber mit einer erhöhten Nachlizenzierung. Wie hoch diese ausfällt, werde im Einzelfall anhand der jeweiligen Kampagne geprüft, heißt es von der Pressestelle Oktoberfest. Auch rechtliche Schritte seien möglich.
Die Frage ist aber: Wie kann die Stadt kontrollieren, ob sich alle Influencer an die Regeln halten? Dafür gebe es verschiedene Methoden. So soll ein intensives Screening und eine Marktbeobachtung stattfinden. Während des Oktoberfests sollen durch Kontrollgänge Verstöße erkannt werden.
Nach Angaben der Pressestelle Oktoberfest liegen bisher mehr als 150 Anmeldungen für Lizenzen vor. Wie viel die Stadt damit einnimmt, ist bislang nicht bekannt. Wofür die Einnahmen genutzt werden sollen, ist aber schon klar: um die eingetragenen Marken der Stadt München weiterzuentwickeln und zu schützen.
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